OSTSCHWEIZ: Leuthard versetzt Schwägalp

Bundesrätin Doris Leuthard hat das jährliche Treffen der deutschsprachigen Umweltminister abgesagt. Der Grund: Zu viele fehlten.

Sabrina Bächi
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Umweltministerin Doris Leuthard. (Bild: ANTHONY ANEX (KEYSTONE))

Umweltministerin Doris Leuthard. (Bild: ANTHONY ANEX (KEYSTONE))

Den Blick vom Säntis über Berge und Länder schweifen lassen – aus der Vogelperspektive sind keine Grenzen zu erkennen, einzig die Natur. Perfekt also für einen Austausch unter Umweltministern zur Klimapolitik. Dies hatte Bundesrätin Doris Leuthard für das jährliche Treffen der deutschsprachigen Umweltminister geplant. Gerade in umweltpolitischen Fragen sei die enge Zusammenarbeit zwischen den Ländern wichtig, betont Harald Hammel, Pressesprecher des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek).

Doch aus dem Ausflug in die Ostschweizer Berge wurde nichts. Zu viele Minister mussten wegen anderer Termine absagen. Bundespräsidentin Leuthard selbst weilt derzeit in Brüssel und nicht auf dem Säntis. Aufgrund des vollen Terminkalenders könne das Treffen nicht nachgeholt werden, sagt Harald Hammel. Geplant waren nebst dem Ausflug auf den Säntis eine Übernachtung im Hotel Säntis und am Freitag ein Besuch im Textilmuseum in St.Gallen.

Der Rhein wäre ein Thema gewesen

Rund 25 Personen hätten an dem Treffen teilgenommen. «Wir bedauern sehr, dass es abgesagt wurde», sagt Hammel. Die Ostschweiz hätte für die Minister einiges an Diskussionsstoff geboten. «Die Ausstellung Fast Fashion im Textilmuseum zeigt am Beispiel der Modeindustrie, wie wichtig Umwelt- und soziale Standards für eine nachhaltige Entwicklung sind.» Auch der Rhein wäre sicherlich ein Thema gewesen.

Ob es für die Veranstalter eine Entschädigung gibt, darüber kann das Departement noch keine Auskunft geben. Die Abklärungen über die Annullationskosten seien noch im Gang. «Wir hätten die Umweltministerin natürlich sehr gerne bei uns begrüsst», sagt Silvia Gross, Pressesprecherin des Textilmuseums St.Gallen. Eine halbstündige Führung sei geplant gewesen. Doch grosse Umstände bereite die Absage dem Museum nicht.