OSTSCHWEIZ IN ZÜRICH: Das Gipfeli in Zürich bitte nur mit Besteck

Der Kaffee ist für Journalisten ein Überlebenselixier. Nicht nur als Wachmacher dient er, sondern passt auch gut zur Zigarette oder dem Gipfeli. Letzteres wird in der Ostschweiz mit blossen Händen gegessen. In Zürich dagegen mit Besteck.

Drucken
Teilen
Ob Schiller sein Gipfeli mit Messer und Gabel verzehrt hat? (Bild: GAETAN BALLY (KEYSTONE))

Ob Schiller sein Gipfeli mit Messer und Gabel verzehrt hat? (Bild: GAETAN BALLY (KEYSTONE))

Ein Redaktionsmitglied fehlt noch, aber wir anderen, wir brauchen Kaffee. Jetzt. Müssen eh noch Ideen für Texte sammeln. Und wer hat gute Texte geschrieben? Genau, Schiller. Also einmal bei der NZZ ums Eck und ins Café Schiller. Pfefferminztee für den Fotografen, Espressi und Caffè crème für die Redaktorinnen und Redaktoren. Und zwei Gipfeli. Wir trinken und essen, und Schiller inspiriert uns. Ein Kollege beisst beherzt zu, als ihm der Teller mit Besteck auffällt. Zwei Messer und zwei Gabeln hat die Kellnerin gebracht. Für die Gipfeli. Wir Provinzler! Wie konnten wir annehmen, man könne diese mit blossen Händen essen! In Zürich, in der grossen Stadt. Oberpeinlich. Hat am Ende gar Schiller seine Gipfeli mit Messer und Gabel verzehrt? Wir bezweifeln es. Denn zu seinen Tischmanieren gehörte, in den Schubladen Äpfel verfaulen zu lassen. Wegen des inspirierenden Geruchs. (kbr)

Aktuelle Nachrichten