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OSTSCHWEIZ: HSG-Rektor würde gerne Donald Trump am WEF treffen

HSG-Rektor Thomas Bieger nimmt seit Jahren am Weltwirtschaftsforum in Davos teil. Er sagt, ein Teilnahmeverbot für US-Präsident Donald Trump würde die Idee des WEF gefährden.
Tim Naef
HSG-Rektor Thomas Bieger (rechts) würde mit Donald Trump über die Bedeutung der Ausbildung in einer globalisierten Gesellscahft sprechen. (Bild: Keystone/Urs Bucher)

HSG-Rektor Thomas Bieger (rechts) würde mit Donald Trump über die Bedeutung der Ausbildung in einer globalisierten Gesellscahft sprechen. (Bild: Keystone/Urs Bucher)

Herr Bieger, Sie gehen ebenfalls nach Davos. Würden Sie die Chance nutzen, Donald Trump kennenzulernen?
Bieger:
Grundsätzlich gerne, die Chancen sind jedoch als einfacher Teilnehmer am WEF praktisch gleich null.

Und weshalb würden Sie ihn gerne treffen?
Bieger:
In einer globalisierten Welt muss man Entscheidungsträger und ihre Logik verstehen, und es braucht Diskurs als Basis für gegenseitiges Verständnis und gemeinsame Lösungen. Das ist die Grundidee des WEF in Davos. Es ist die Chance, möglichst unterschiedliche Menschen zu treffen, sich auszutauschen, neues Perspektiven kennenzulernen, eigene Sichtweisen zu überprüfen und auch mal ausserhalb der Komfortzone zu denken.

Sie hätten zehn Minuten mit Trump: Über was würde der HSG-Rektor mit dem mächtigsten Mann der Welt sprechen?
Bieger: Sicher nicht nur über "Switzerland second"… (Anm. d. Red.: Humoristischer Beitrag einer SRF-Satiresendung) Spass beiseite, ich würde über die Bedeutung der Ausbildung in einer globalisierten, wissensbasierten Wirtschaft und Gesellschaft gerade für den Fortschritt von Nationen, vor allem aber für den Einzelnen und den Zusammenhalt von Gesellschaften sprechen. Natürlich würde ich auch über die Bedeutung der Schweiz sprechen, ihrer Wirtschaft, ihrer humanitären Beiträge, ihrer Bildungslandschaft – und ihres Tourismus.

HSG-Rektor Thomas Bieger. (Bild: Hannes Thalmann)

HSG-Rektor Thomas Bieger. (Bild: Hannes Thalmann)

Das diesjährige Forum steht unter der Maxime: "Creating a shared future in a fractured world" (Eine gemeinsame Zukunft in einer zersplitterten Welt erschaffen). – Da passt Donald Trump aber nicht wirklich rein.
Bieger:Die Maxime drückt für mich gerade das Spannungsfeld aus, in dem auch die Politik von Präsident Trump steht. Offensichtlich fühlt er sich vom Anlass und vom Thema auch selbst angesprochen.

Täten die Organisatoren nicht gut daran, eine Teilnahme Trumps zu unterbinden – im Hinblick auf das Motto –, oder ist der Präsident der Vereinigten Staaten schlicht zu wichtig?
Bieger:
Die Idee des Forums ist wichtig, und es ist eben die Idee des gemeinsamen Austausches und der Gespräche. Diese Idee würde mit einem Verbot der Teilnahme von Präsident Trump als Staatschef gefährdet.

Donald Trump in Davos, was bedeutet das für die politische Schweiz?
Bieger:
Insgesamt ist es ein Zeichen der Bedeutung des WEF, und es ist eine Ehre für die Schweiz, wenn ein amtierender amerikanischer Präsident teilnimmt. Es ist auch ein Zeichen gegenüber der Welt, und es verstärkt die öffentliche Aufmerksamkeit für das WEF und die Schweiz. Und es gibt Begegnungsmöglichkeiten zwischen Vertretern der amerikanischen Regierung und Verwaltung mit der Schweizer Politik und den Behörden auf verschiedenen Ebenen, schon in der Vorbereitung. Das kann nur wieder das gegenseitige Verständnis stärken.

Hat es für die Ostschweiz eine spezielle Bedeutung?
Bieger:
Die Ostschweiz profitiert als Teil der Schweiz natürlich von jeder Stärkung der Aufmerksamkeit und der Bekanntheit, aber auch des Verständnisses für die Schweiz. Alle Anreiseachsen, entlang des Walensees oder durch das Rheintal, führen durch den Kanton St.Gallen. Jeder WEF-Teilnehmer war damit auch in St.Gallen.

Und für die HSG?
Bieger:
Für die HSG ist das WEF auch eine Chance des Austausches mit den Verantwortlichen der führenden Universitäten der Welt im Rahmen des GULF. (Global University Leaders Forum)

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