OSTSCHWEIZ: Hohes Amt für Hochstamm-Fan

Als neuer Präsident des St.Galler Obstverbandes hat Markus Müller die gesamte Branche im Blick. Als Landwirt pflegt er auf fünf Hektaren 500 Hochstammbäume in Muolen.

Martin Brunner
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Michael Müller in seiner Hochstammanlage. (Bild: PD)

Michael Müller in seiner Hochstammanlage. (Bild: PD)

Auf dem Hof Usserstadel von Claudia und Markus Müller in Muolen stehen Hochstammobstbäume in Reih und Glied. Auf fünf Hektaren bewirtschaftet das Paar 500 Bäume. Vor einem Jahr hat Markus Müller den Betrieb von seinen Eltern übernommen. Und seit vier Jahren ist er im Vorstand des St. Galler Obstverbandes tätig. Dort war er Bereichsleiter der Fachgruppe Mostobst. Als Nachfolger von Rico Lehmann im Präsidentenamt wird er in Zukunft die gesamte Obstbranche im Auge behalten. «Ich freue mich auf die neuen Herausforderungen», sagt Müller. «Vor allem stehen einige wichtige Themen an.» Er erwähnt die Stellungnahmen zum Verordnungspaket 2017. Die Ressourceneffizienzbeiträge stehen zur Diskussion, welche für eine Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes bei den Niederstammkulturen stehen.

Mehr Belastung mit Niederstammkulturen

Vor gut zehn Jahren hatte Markus Müller begonnen, die traditionellen Tafelobstbäume auf dem Hof des Vaters nach und nach durch Hochstämmer zu ersetzen. Seit dem Jahr 2000 hatten sie eine Generationengemeinschaft. Ein Hauptgrund für diese Umstellung war die zu grosse Arbeitsbelastung mit den Niederstammkulturen. Ein anderer die nicht optimalen Ernteerträge bei den marktgängigen Tafelobstsorten. 2010 war die Umstellung mit den heute 500 Hochstämmern abgeschlossen. Zur Planung seiner Anlage gehörten auch die Befruchterbäume, weil sich die alten Sorten gegenseitig nicht befruchten können. Dazu zählen Boskoop, Schneider- und Bohn­apfel.

Bei der Ernte legt Müller grossen Wert auf die Qualität der Früchte. Deshalb hat er sich eine eigene Sortier- und Waschanlage konstruieren lassen. Als Besonderheit presst er im Herbst den eigenen Süssmost, den er in PET-Flaschen einfriert, so dass die Familie mit den drei Kindern immer pressfrischen Süssmost geniessen kann. «Mir macht diese Arbeit mit den Hochstammbäumen grundsätzlich viel Freude, aber noch mehr, weil ich dies alles selber aufbauen konnte», sagt Müller. Neben dem Obstbau betreibt er eine silofreie Milchwirtschaft für Appenzellerkäse und eigene Nachzucht, Mastschweine und eine Solaranlage.

Als weiteres Thema, welches den St. Galler Obstverband beschäftigen wird, nennt Müller die vorgesehene Anforderung einer fachgerechten Baumpflege für die Hochstammbäume. «Nicht zuletzt sollte es uns gelingen, Früchte wie Äpfel oder Zwetschgen vor allem bei den jungen Konsumentinnen und Konsumenten wieder beliebter zu machen.» Als Ziele setzt sich Müller zudem, die Produktion zu stärken und den Stellenwert des Obstbaus im Kanton St. Gallen zu erhalten und zu steigern.

Martin Brunner

ostschweiz@tagblatt.ch

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