OSTSCHWEIZ: Hochwasser kurbelt den Fischfang an

Die Berufsfischer am Bodensee haben keinen leichten Stand. Nun kommt ihnen das Hochwasser zu Hilfe: Die Fischfänge haben deswegen stark zugenommen. Der Grund: Die Felchen haben mehr Plankton zur Verfügung und sind stark gewachsen.

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Der Felchenfang am Bodensee läuft besser als auch schon. (Bild: Archiv/Susann Basler)

Der Felchenfang am Bodensee läuft besser als auch schon. (Bild: Archiv/Susann Basler)

In den ersten fünf Monaten des Jahres mussten die Berufsfischer am Bodensee weitere starke Fangrückgänge verkraften. Dies nach einem bereits sehr schwierigen letzten Jahr - dem schlechtesten Fischfangjahr seit 1917, wie die Berufsfischer in einem Communiqué mitteilen. Nun brachte der Juni eine völlig unerwartete Steigerung der Felchenfänge, sodass die Berufsfischer den Bedarf an Felchen derzeit einigermassen abdecken können, wie sie schreiben.

Marina Rheinhof in Altenrhein. (Bild: Rudolf Hirtl)
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Schwäne in Rorschach. (Bild: Rudolf Hirtl)
Sandro Schmid fotografierte am Montagabend auf der Insel Werd bei Stein am Rhein. (Bild: Sandro Schmid/Leserbild)
"Baden verboten" - unter Wasser: Sandro Schmid fotografierte am Montagabend auf der Insel Werd bei Stein am Rhein. (Bild: Sandro Schmid/Leserbild)
Sandro Schmid fotografierte am Montagabend auf der Insel Werd bei Stein am Rhein. (Bild: Sandro Schmid/Leserbild)
Hochwasser in Rorschach. (Bild: Rudolf Hirtl)
Wasser beim Kornhaus in Rorschach. (Bild: Rudolf Hirtl)
Das Fahrzeug des Werkhofes der Stadt Rorschach bahnt sich seinen Weg durch die überflutete östliche Seeuferpromenade. (Bild: Rudolf Hirtl)
Die Badhütte in Rorschach ist nur über einen verlängerten Steg erreichbar. (Bild: Rudolf Hirtl)
In Altenrhein muss dieses Haus in der Nähe der Dorfbadi mit Wassersperren geschützt werden. (Bild: Rudolf Hirtl)
Hochwasser beim Kornhaus in Rorschach. (Bild: Rudolf Hirtl)
Das Kornhaus in Rorschach steht zur Hälfte im Wasser. Das Bauamt hat einen Steg erstellt. (Bild: Rudolf Hirtl)
Hochwasser in Rorschach (Bild: Hardy Buob)
Auch die Feuerstellen beim "Lido" in Rietli Goldach stehen unter Wasser. (Bild: Rudolf Hirtl)
Rorschach (Bild: Pius Brunschwiler/Leserbild)
Die überflutete Promenade in Rorschach ist ein Publikumsmagnet. (Bild: Hardy Buob)
Rorschach (Bild: Pius Brunschwiler/Leserbild)
Sprungturm in der Badi Rorschach. (Bild: Rudolf Hirtl)
Im Gegensatz zu 1999 hat es nur wenig Wasser auf den Schienen beim Hafenbahnhof in Rorschach. (Bild: Rudolf Hirtl)
Auch in Gottlieben hat der Bodensee den Uferbereich überschwemmt. (Bild: Andrea Stalder)
Fahrt durchs Seewasser in Berlingen. (Bild: Andrea Stalder)
Hochwasser in Gottlieben. (Bild: Andrea Stalder)
Die Auswirkungen des Hochwassers in Gottlieben. (Bild: Andrea Stalder)
Ein beeindruckendes Foto aus Gottlieben. (Bild: Andrea Stalder)
Hochwasser in Gottlieben. (Bild: Andrea Stalder)
Die Hauptstrasse in Berlingen ist geflutet. (Bild: Andrea Stalder)
Auch in Berlingen hat sich der See seinen Weg gebahnt. (Bild: Andrea Stalder)
Der Adolf-Deucher-Quai in Steckborn steht unter Wasser. (Bild: Gudrun Enders)
Die Gartenwirtschaft Hirschen" Berlingen wird mit einem Ring aus Sandsäcken, einer frischen Mauer und einer Pumpe trocken gehalten. (Bild: Gudrun Enders)
Die Jurten in der Salmsacher Bucht stehen im Wasser. (Bild: Markus Schoch)
Auf diesem Rastplatz gibt es nasse Füsse. (Bild: Markus Schoch)
Die Brockenstube in der Salmsacher Bucht ist geschützt mit Sandsäcken. (Bild: Markus Schoch)
Land unter in der Salmsacher Bucht. (Bild: Markus Schoch)
Die Aach hat keinen Platz mehr in ihrem Bachbett. (Bild: Markus Schoch)
Wo Wiese war ist jetzt Wasser. (Bild: Markus Schoch)
Steinacher Bucht mit Blick nach Arbon. (Bild: Urs Bucher)
Bild: Leserbild von Barbara Wolfer
Die Gullis von Steinach schlucken kein Wasser mehr. (Bild: Michèle Schneider/Leserbild)
Bild: Leserbild von Barbara Wolfer
Die Autobahn A1 musste am Montagmorgen wegen einem Bach sowie einem Erdrutsch kurzzeitig gesperrt werden. (Bild: Kapo SG)
Mit dem Wasser versperrten Steine und Geröll die Autobahn zwischen Meggenhus und Rheineck. (Bild: Kapo SG)
Am Sonntag tummelten sich Schwäne in Rorschach. (Bild: Franz Schildknecht)
Bei der Badhütte in Rorschach ist der See bereits über die Ufer getreten. (Bild: Franz Schildknecht)
Ein Leser fotografierte die Schwanengruppe in Rorschach. (Bild: Franz Schildknecht)
Eine Schwanenmutter schwimmt mit ihren Jungen in Rorschach. (Bild: Franz Schildknecht)
Die Badewiese von Kesswil ist überschwemmt. (Bild: Hannes Stricker)
Der übervolle See in Kesswil. (Bild: Hannes Stricker)
Dieses Wasser reicht für den ganzen Sommer. (Bild: Hannes Stricker)
Badewiese und Grillplatz von Kesswil stehen unter Wasser. (Bild: Hannes Stricker)
Vorne See, hinten See in Kesswil. (Bild: Hannes Stricker)
Bild: Rudolf Hirtloceandesign@bluewin
Abfahrt der Rhynegg am Rheinspitz, rechts der im Wasser stehende Uferweg. (Bild: Rudolf Hirtl)
Steckborn: Die Bank vor der Fontäne steht schon im Wasser. (Bild: Gudrun Enders)
Der Alte Rhein bei Rheineck, im Hintergrund die Zollbrücke, die nach Gaissau führt. (Bild: Rudolf Hirtl)
Der Alte Rhein bei Rheineck. (Bild: Rudolf Hirtl)
Parkplatz beim Camping Idyll in Altenrhein. (Bild: Rudolf Hirtl)
Rheindelta. (Bild: Rudolf Hirtl)
Unter Wasser stehender Uferweg am Rheinspitz, Altenrhein. (Bild: Rudolf Hirtl)
Unter Wasser stehender Uferweg am Rheinspitz, Altenrhein. (Bild: Rudolf Hirtl)
Sperre vor dem Eingang zum Dorfbad Altenrhein. (Bild: Rudolf Hirtl)
Dorfbad Altenrhein. (Bild: Rudolf Hirtl)
Haus in Altenrhein in Nähe Dorfbad muss mit Hochwassersperren geschützt werden. (Bild: Rudolf Hirtl)
Altenrhein. (Bild: Rudolf Hirtl)
Haus in Altenrhein in Nähe Dorfbad muss mit Hochwassersperren geschützt werden. (Bild: Rudolf Hirtl)
Weitere vorsorgliche Sperre im Dorfteil Altenrhein. (Bild: Rudolf Hirtl)
Gesperrter Spielplatz in der Steinacher Bucht mit Blick nach Arbon. (Bild: Urs Bucher)
Pegelstand in Horn. (Bild: Urs Bucher)
Pegelstand in Horn. (Bild: Urs Bucher)
Gesperrter Spielplatz in der Steinacher Bucht mit Blick nach Arbon. (Bild: Urs Bucher)
Hochwasserschutz in Steinach. (Bild: Urs Bucher)
Hochwasserschutz in Steinach. (Bild: Urs Bucher)
Hochwasserschutz in Steinach. (Bild: Urs Bucher)
Seeweg Arbon. (Bild: Urs Bucher)
Steinacher Bucht mit Blick nach Arbon. (Bild: Urs Bucher)
Fischer in der Steinacher Bucht mit Blick nach Arbon. (Bild: Urs Bucher)
Steinacher Bucht mit Blick nach Arbon. (Bild: Urs Bucher)
Pegelstand in Horn. (Bild: Urs Bucher)
Der Hafen von Ermatingen steht unter Wasser. (Bild: Donato Caspari)
Die Thur bei Frauenfeld. (Bild: Donato Caspari)
Bei Rorschach ist der Bodensee über die Ufer geschwappt - die Kleinen freuen sich darüber. (Bild: Urs Bucher)
Sandsäcke bei Steckborn am Untersee. (Bild: Donato Caspari)
Die Thur bei Frauenfeld. (Bild: Donato Caspari)
Aufgenommen bei der Thur in Frauenfeld. (Bild: Donato Caspari)
Die Thur bei Frauenfeld. (Bild: Donato Caspari)
Am Hafen von Ermatingen. (Bild: Donato Caspari)
Dieser Bub hat in Ermatingen seinen Spass am Hochwasser. (Bild: Donato Caspari)
Hochwasser am Hafen von Ermatingen. (Bild: Donato Caspari)
Ausruhen mit den Füssen im Wasser bei Ermatingen. (Bild: Donato Caspari)
Spiel und Spass an der Rorschacher Uferpromenade. (Bild: Urs Bucher)
In Romanshorn reicht das Wasser bis knapp zum Parkplatz am Hafen. (Bild: Markus Schoch)
Das Wasser schwappt in Ermatingen über die Hafenmauer. (Bild: Donato Caspari)
Ein Schnappschuss von Urs Bucher bei Rorschach. (Bild: Urs Bucher)
Waten im Wasser an der Uferpromenade. (Bild: Urs Bucher)
Das Hochwasser ist ein beliebtes Fotosujet. (Bild: Urs Bucher)
Das historische Ereignis wird mitsamt Nachwuchs für die Nachwelt festgehalten. (Bild: Urs Bucher)
Ralaxen am Hafen von Ermatingen. (Bild: Donato Caspari)
Wenn der Spaziergang und die Radfahrt am Bodensee plötzlich im See vonstatten gehen... (Bild: Urs Bucher)
Am Hafen von Ermatingen. (Bild: Donato Caspari)
Die Thur bei Weinfelden. (Bild: Mario Testa)
Hochwasser in Diepoldsau. (Bild: Ralph Ribi/Urs Bucher)

Marina Rheinhof in Altenrhein. (Bild: Rudolf Hirtl)



Viel Plankton da
Verantwortlich für den Aufschwung der Bodensee-Fischerei waren gemäss dem Communiqué die starken Regenfälle sowie das Hochwasser am Bodensee. "Durch die grossen Mengen Wasser gelangten auf natürliche Weise endlich wieder vermehrt Nährstoffe - und das zur richtigen Jahreszeit - in den Bodensee", heisst es in der Mitteilung. In der Folge habe sich durch biologische Prozesse das für die Felchen so lebensnotwendige tierische Plankton entwickelt. Somit finden die Felchen gemäss den Berufsfischern seit vier Wochen genügend Nahrung im Freiwasser des Bodensees. Die Fische sammeln sich an den Nahrungsplätzen und haben in dieser relativ kurzen Zeit bereits 30 bis 50 Gramm an Körpergewicht zugelegt. Somit sind sie gemäss den Berufsfischern in die derzeit erlaubten Maschenweiten hineingewachsen und können gefangen werden.

2016 wird Ausnahme bleiben
"Die Natur zeigt aktuell, wie schnell der See auf freiverfügbare Nährstoffe im Wasser reagiert und die gesamten Wachstumsprozesse in Gang gesetzt werden können", heisst es im Communiqué der Berufsfischer. Sie finden, dass der Eintrag von etwas mehr Phosphat, insbesondere in den oberen, wärmeren Wasserschichten, positive Auswirkungen für die Nahrungskette im See hätte. "Dies muss sicherlich mit dem richtigen Augenmass geschehen, denn dann können die Nährstoffe sofort in den Nahrungskreislauf aufgenommen werden", so die Fischer. Demgegenüber habe im vergangenen Jahr die Kieselalgenblüte, erkennbar am grün schimmernden Bodenseewasser über mehrere Wochen im Juli und August, die Bildung des wichtigen tierischen Planktons verhindert. Dies habe zu einem Ausfall beziehungsweise einer Verknappung der Nahrungsgrundlage der Felchen geführt. "Mit Sorge blicken die Fischer daher der aktuell anstehenden Kieselalgenblüte und deren Auswirkung für das weitere Fangjahr 2016 entgegen", so die Bodensee-Fischer.

Die aktuelle Situation zeigt laut den Bodensee-Fischern deutlich auf: Ohne Änderungen der Nährstoffverhältnisse im Bodensee wird es unter normalen Wetterbedingungen in den kommenden Jahren weiterhin keine Verbesserung der Gesamtsituation der Berufsfischerei geben. (pd/red.)