Ostschweiz erhält 158 Millionen

1,6 Milliarden Bundesgelder sollen in die Agglomerationsprogramme fliessen – ein Zehntel des Geldsegens ab 2015 auch in die Ostschweiz. Im Kanton St. Gallen nicht berücksichtigt wird das Programm Rheintal.

Christoph Zweili
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Vier der fünf Agglomerationsprogramme, an denen der Kanton St. Gallen beteiligt ist, erhalten vom Bundesrat gute Noten – drei davon weisen interkantonale und eines gar internationale Perimeter auf. Mit den Programmen soll die Verkehrsinfrastruktur von Städten und den umliegenden Gemeinden verbessert werden. Mit 30 bis 40 Prozent beteiligt sich der Bund über den Infrastrukturfonds an Projekten im Rahmen dieser Programme.

81,7 Millionen für Grossregion

Der Bundesrat will sich ab 2015 mit 40 Prozent an Verkehrsinfrastruktur-Investitionen der Agglomeration St. Gallen/Arbon-Rorschach (22 Gemeinden in den Kantonen St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Thurgau) im Umfang von 380 Millionen Franken beteiligen. Darunter fällt der neue Autobahnanschluss Witen mit Zubringer in Rorschach (63 Millionen), der Ausbau des Stadtbahnhofs Rorschach (26 Millionen), der Bushof beim Bahnhof Herisau (23 Millionen) und ein Paket von Massnahmen zugunsten des Fuss- und Veloverkehrs im Umfang von 145 Millionen Franken.

Die Trägerschaft wurde im Juni 2012 vom Kanton auf die Region St. Gallen-Appenzell-Bodensee übertragen. Das Programm Obersee (in den Kantonen St. Gallen, Schwyz und Zürich) am oberen Zürichseebecken soll 29,1 Millionen erhalten. Für das Programm Wil (in den Kantonen St. Gallen und Thurgau) sind ebenfalls 29,1 Millionen vorgesehen. Das Programm Werdenberg-Liechtenstein (Schweiz-Liechtenstein) erhält 7,8 Millionen zugesprochen.

Vom Bundesrat nicht berücksichtigt worden ist das Programm Rheintal im Raum Heerbrugg-Altstätten-Dornbirn (Schweiz und Österreich, siehe Kasten).

Über Staatsgrenze hinweg

Im Kanton Thurgau sollen dem Programm Frauenfeld 5,7 Millionen Franken zufliessen – der Planungsperimeter umfasst die Agglomerationsgemeinden Frauenfeld, Felben-Wellhausen und Gachnang sowie zwölf weitere Gemeinden in der Region. Für das Programm Kreuzlingen-Konstanz sind 4,7 Millionen vorgesehen. In der Agglomeration Kreuzlingen-Konstanz stossen die Verkehrsinfrastrukturen an ihre Grenzen. Daher haben die beiden Städte mit den acht Gemeinden Bottighofen, Gottlieben, Kemmental, Lengwil, Münsterlingen, Tägerwilen, Allensbach und Reichenau eine Planung erarbeitet, die aufzeigt, wie sich die Agglomeration Kreuzlingen-Konstanz in den Bereichen Siedlung, Mobilität und Landschaft bis ins Jahr 2030 entwickeln soll und wie sie die Siedlungs- und Verkehrsentwicklung aufeinander abzustimmen gedenkt.