OSTSCHWEIZ: Der erste Schnee

Die Prognosen waren richtig: Am Wochenende hat es zum ersten Mal geschneit in diesem Winter. Auch wenn das in Teilen der Ostschweiz am Samstag noch schwer vorstellbar war.

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Das Schneetreiben hält diese Frau auf Drei Weiern in St. Gallen nicht vom Laufen ab. (Bild: Michel Canonica)

Das Schneetreiben hält diese Frau auf Drei Weiern in St. Gallen nicht vom Laufen ab. (Bild: Michel Canonica)

Der Name klingt, als wäre die Kälte klammheimlich gekommen. «Husch» heisst das Nordseetief, dessen kalte Polarluft für den Wintereinbruch in der ganzen Schweiz gesorgt hat. In weiten Teilen des Landes sind am Sonntagmorgen die ersten Schneeflocken gefallen. Und das, obwohl am Samstag in der Ostschweiz teilweise noch sommerliche Temperaturen herrschten. Der Grund dafür war ein Föhnsturm. Mit Böen bis zu 106 Stundenkilometern fegte er über Brülisau in Appenzell Innerrhoden. Im Sarganserland sorgte er sogar für warme 20 Grad.

Doch dann kam husch über Nacht «Husch» und auch in Sargans und in Brülisau lagen die Temperaturen gestern bei Werten um den Gefrierpunkt herum.

Fast überall Schnee bis auf 700 Meter

«In der zweiten Nachthälfte und am Morgen hat es in der Schweiz fast unisono bis auf 700 Meter geschneit», sagte Nicola Möckli von Meteo-News gestern gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Während am Bodenseeufer, das deutlich unterhalb dieser Grenze liegt, gestern noch kein Schnee gefallen war, kam in der St. Galler Altstadt Schneeregen, zeitweise sogar Schnee vom Himmel. Und noch weiter oben, bei den Drei Weieren, waren es grosse weisse Flocken. Am meisten Schnee ist schweizweit bis gestern Abend in den höheren Lagen im Bündnerland erwartet worden: Meteo-News rechnete dort mit 20 bis 30 Zentimetern Schnee.

Im ausserrhodischen Speicher ist das Denkmal für die Schlacht bei Vögelinsegg eingeschneit worden. (Bild: Benjamin Manser)

Im ausserrhodischen Speicher ist das Denkmal für die Schlacht bei Vögelinsegg eingeschneit worden. (Bild: Benjamin Manser)

Der erste Schnee birgt Gefahren, speziell für Autofahrer; nicht jeder fährt bereits mit Winterpneus. Auf den Ostschweizer Strassen ist es jedoch trotz Kälteeinbruch ruhig geblieben. Der Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen, Florian Schneider, sagte gestern auf Nachfrage, es habe keine Unfälle wegen des Schneefalls gegeben. «Beim ersten Schnee passiert in der Regel kaum etwas.» Autofahrer seien dann besonders vorsichtig. Meistens passierten Unfälle, wenn es das zweite oder dritte Mal im Winter schneit. «Dann werden viele risikofreudiger», sagt Schneider. Nun, der nächste Schnee könnte bereits in dieser Woche fallen. Es soll bewölkt bleiben, regnen oder schneien. Am kältesten soll es hierzulande gemäss dem Dienst Meteo-Group im Oberengadin werden – bis zu minus 20 Grad. In St. Gallen wird es laut Prognose mit rund fünf Grad tagsüber und um die null Grad in der Nacht also vergleichsweise warm. (sda/kbr)