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OSTSCHWEIZ: Bruder Daddy ist wieder da

Der Benediktinermönch Pierre Hirt folgte der Einladung nach Osttimor, um dort Lehrlingen die Töpferkunst beizubringen. Seine Ankunft löste einen Volksauflauf aus.
Maya Heizmann
In seinem Töpferatelier in Fischingen zeigt Bruder Pierre ein Foto von seinem Aufenthalt in Osttimor. (Bild: Maya Heizmann)

In seinem Töpferatelier in Fischingen zeigt Bruder Pierre ein Foto von seinem Aufenthalt in Osttimor. (Bild: Maya Heizmann)

Maya Heizmann

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch

Nach den tropischen Temperaturen um die 30 Grad in der Hauptstadt Dili hat sich der Bruder Pierre noch nicht an die winterliche Kälte in der Schweiz angepasst. Deshalb trägt er zurzeit keine Soutane, sondern ein kurzärmeliges Hawaiihemd in bunten Farben, sein Unterkörper ist in ein handgemachtes Tuch eingehüllt, das aus der Götterinsel Bali stammt und seine nackten Füsse stecken in offenen Sommersandalen. Nach drei Monaten Aufenthalt in Osttimor ist Bruder Pierre vor Weihnachten ins Kloster Fischingen zurückgekehrt.

Im Jahr 2012 wurde die Timor Stiftung gegründet. «Menschen helfen sich selbst zu helfen» ist das Motto der Organisation, die sich für die Trinkwasseraufbereitung, für die Erstellung von Krankenhäusern und für berufliche Bildung. Das Canossa Institut in der Hauptstadt Dili ist eines der wichtigsten Partner in der Ausbildung für die Timor Stiftung.

«Ich war eine Sensation»

«Im Institut sagten alle Daddy zu mir», lacht der 72-jährige Töpfer. Als er nach seiner ersten Flugreise vor drei Monaten in der Hauptstadt Dili in Osttimor ankam, wurde er in der Timor-Stiftung herzlich empfangen. «Ich war eine Sensation, es war ein kleiner Volksauflauf», sagte Pierre. Gleichzeitig mit ihm kamen die drei Tonnen Materialien auf einem Lastwagen im Institut an. Sofort wurden der 400 Kilogramm schwere Brennofen, die beiden Töpferscheiben, Farben und diverses Zubehör, die per Container von der Schweiz mit dem Schiff ankamen, abgeladen. Alle packten mit an, um so schnell wie möglich das Töpferatelier einzurichten.

Gleich am ersten Tag machten die 14 jugendlichen Lehrlinge, alle um die 20 Jahre alt, an den Töpferscheiben ihre ersten Drehversuche. Die Begeisterung der Anfänger war gross. Jeder Neuling probierte aus dem vulkanischen feinen Ton erste Objekte, wie Töpfe, Becher, Schalen und Teller herzustellen. Über die Ergebnisse nach dem ersten Brand waren alle begeistert. Die ungewohnten Muster und die verschiedenen Farben kamen schön zur Geltung.

«Mit den jungen aufgeweckten Leuten zu arbeiten war sehr schön. Die neue Aufgabe, auch wenn sie beinahe an Ende der Welt liegt, macht mir grosse Freude», sagt Pierre. Sobald er seine nötigen Unterlagen für einen Antrag für ein Arbeitsvisum hat, möchte er für eine längere Zeit nach Dili zurückkehren.

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