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OSTERN: Am Karfreitag klingelt die Kasse

Tausende Ostschweizer pilgern morgen zum Einkaufen über die Grenze. In Österreich ist der Karfreitag kein Feiertag – und in Vorarlberg deshalb einer der verkaufsstärksten Tage des Jahres. Das Ländle ist vorbereitet.
Linda Müntener
Über 20 000 Kunden gehen am Karfreitag jeweils im Messepark einkaufen. (Bild: Marcel A. Mayer (Dornbirn, 1. Juli 2013))

Über 20 000 Kunden gehen am Karfreitag jeweils im Messepark einkaufen. (Bild: Marcel A. Mayer (Dornbirn, 1. Juli 2013))

Linda Müntener

linda.muentener@tagblatt.ch

Der Messepark rührt ordentlich die Werbetrommel. Über die sozialen Medien, Zeitungsinserate und Radio-Spots preist das Einkaufszentrum in Dornbirn den Karfreitag an. In der Schweiz ­haben die meisten Läden am Feiertag geschlossen. Die Gewerbler ennet der Grenze wissen das. Und sie nutzen es zu ihrem Vorteil. Mit einem «sensationellen Frankenkurs», «Rückerstattung der Mehrwertsteuer» und einer «vignettenfreien Anfahrt über die Grenze» will der Messepark die Kauflustigen aus der Ostschweiz anlocken. Das zieht.

«Der Karfreitag ist einer der verkaufsstärksten Tage des Jahres», sagt Messepark-Geschäftsleiter Burkhard Dünser. «Er ist vergleichbar mit einem ­Weihnachtssamstag.» Zwischen 20000 und 25000 Besucher hat das Einkaufszentrum in den vergangenen Jahren am Karfreitag gezählt. Etwa die Hälfte davon sind Schweizer. Im Jahresschnitt kommen 25 Prozent der Kunden aus dem benachbarten Ausland. «Nicht nur für uns, für den ganzen Handel in Österreich ist ­Ostern nach Weihnachten die zweitwichtigste Einkaufssaison», sagt Dünser. Um den Ansturm zu bewältigen, hat der Messepark sein Parkanweiserteam aufgestockt. Die Geschäfte sind vorbereitet, die Regale gefüllt.

Städte und Grenzübergänge rechnen mit Ansturm

Auch die Städte Bregenz und Feldkirch werben für den verkaufsoffenen Karfreitag. Der Grossteil der Geschäfte in den ­Innenstädten hat den ganzen Tag geöffnet. «Wir rechnen mit vielen Besuchern aus der Schweiz, aber auch aus Deutschland», sagt ­Niklas Keller vom Bregenzer Tourismus und Stadtmarketing. In den vergangenen Jahren sei der Karfreitag für die Bregenzer ­Geschäfte äusserst erfolgreich gewesen. Die tatsächlichen Frequenzen werden dieses Jahr zum ersten Mal mit Messgeräten in der Fussgängerzone erhoben. «So wollen wir uns künftig noch besser auf den Tag einstellen können», sagt Keller. In Feldkirch erwartet man ebenfalls einen ­Besucheransturm. Auch deshalb, weil dort am Karfreitag der Obstbaummarkt stattfindet – eine Tradition und ein Publikumsmagnet. «Durch den Markt erwarten wir zusätzliche kaufkräftige Kundschaft», sagt Verena Fröwis vom Feldkircher City Marketing.

Viel zu tun haben über Ostern nicht nur die Angestellten in den Läden. Auch an den Grenzübergängen herrscht Hochbetrieb. In St. Margrethen und Au erwartet man mehr Verkehr vor dem Zoll. «Einerseits wegen des Einkaufstourismus, andererseits wegen des Schulferienbeginns in Bayern», sagt Martin Tschirren, Mediensprecher der Grenzwachtregion III. Das Team an den Grenzübergängen wird über die Feiertage durch Securitas-Mitarbeitende verstärkt. Sie verkaufen Autobahnvignetten.

Klage wegen Feiertag beim Europäischen Gerichtshof

Die Läden sind in Österreich am Karfreitag geöffnet, nicht alle ­Österreicher müssen aber arbeiten. Anders als in der Schweiz ist der Karfreitag dort zwar kein ­gesetzlicher Feiertag. Angehörige der evangelischen Kirche dürfen aber auch in Österreich am Karfreitag zu Hause bleiben. Sie haben an diesem Tag bei vollem Lohnausgleich frei – und damit einen Feiertag mehr als andere Arbeitnehmer.

Dagegen hat ein konfessionsloser Wiener unlängst geklagt. Er arbeitete am Karfreitag im Jahr 2015, bekam dafür aber keinen Feiertagszuschlag. Beim Erstgericht blitzte er mit seiner Klage ab, das Oberlandesgericht Wien ortete jedoch einen Verstoss gegen die EU-Gleichbehandlungsrichtlinie und sprach ihm das Extra-Entgelt zu. Nun liegt der Fall beim EU-Gerichtshof. Dieser prüft, ob das österrei­chische Arbeitsruhegesetz das Gleichbehandlungsgebot verletzt. In der Messepark-Verwaltung arbeiten keine Protestanten. Auf Wunsch würden diese aber frei bekommen, sagt Geschäftsleiter Burkhard Dünser. «Eine Selbstverständlichkeit.» Im Übrigen habe Österreich viel mehr Feiertage als die Schweiz. Der Karfreitag und der 1. August seien denn auch die einzigen Schweizer Feiertage, an denen die Läden ennet der Grenze geöffnet haben.

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