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Opfer für die Ewigkeit

Nach 30 Jahren findet das Grabungsprojekt Wartau seinen Abschluss. Der dritte und letzte Auswertungsband ist dem Brandopferplatz auf dem Ochsenberg gewidmet.
Fundstätte Wartau: Bereits viertausend vor Christus lebten hier Menschen. Später diente der Ochsenberg als Brandopferstätte. (Bild: Universität Zürich)

Fundstätte Wartau: Bereits viertausend vor Christus lebten hier Menschen. Später diente der Ochsenberg als Brandopferstätte. (Bild: Universität Zürich)

WARTAU. Das Ausgrabungsprojekt Wartau gilt als Meilenstein in der Erforschung der frühen Geschichte des Alpenrheintals. Mit dem Erscheinen des dritten und letzten Auswertungsbandes wird es definitiv abgeschlossen. Die Vernissage findet nächsten Dienstag, 19 Uhr, in der evangelischen Kirche in Gretschins statt.

Das Projekt startete im Jahre 1984 und wurde von der Universität Zürich, Abteilung Ur- und Frühgeschichte, durchgeführt. Die Arbeiten auf dem Gemeindeboden Wartau geben Einblick in das eisenzeitliche Leben.

Alpental mit vielen Einflüssen

Der Abschlussband ist dem Brandopferplatz auf dem Ochsenberg gewidmet. Dieser zeigt nicht nur Spuren von Kult und Glauben sondern ermöglicht laut der Mitteilung der Staatskanzlei auch eine Rekonstruktion des damaligen Beziehungsnetzes. So entpuppe sich das Alpenrheintal als Transitland und als Gebiet, das Einflüsse aus allen Himmelsrichtungen verband und vereinte.

Opfer mussten brennen

Die Staatskanzlei gibt in ihrer Mitteilung Einblick in die Forschungsergebnisse des Projekts. Brandopferplätze wie jener in Wartau sind Opferplätze, bei denen die Gaben gebrannt wurden und so den Göttern zukommen sollten. Brandopfer gehören zu den ältesten Kultpraktiken der Menschheit. Archäologisch erfassbar sind sie durch Anhäufungen von Asche, verbrannten Knochen von Tieropfern und verbrannten pflanzlichen Opfergaben. Der Brandopferplatz Ochsenberg liegt auf einer alten Siedlungsstelle, die seit dem vierten Jahrtausend vor Christus besteht. In der älteren Eisenzeit, siebtes Jahrhundert vor Christus, begann die Umnutzung als Opferplatz. Fassbar sind Gruben mit verbrannten Tierknochen und Feuerstellen.

Brot, Ziegen, Rinder und Metall

Da im Mittelalter eine hohe Bautätigkeit herrschte, ist das Terrain auf dem Ochsenberg stark verändert und die Spuren älterer Nutzungsphasen zerstört worden. Dennoch zeugen bestimmte Körperteile von Tieren von Opfermahlzeiten. Nachgewiesene Tiere sind Schafe, Ziegen, Rinder und Schweine. Aus der jüngeren Eisenzeit liegt eine Deponie aus Rückständen der Brandopfer vor. Auf einer Fläche von zwölf Quadratmetern hat sich eine rund dreissig Zentimeter dicke Schicht, bestehend aus verbranntem Brot oder Brei, Tierknochen aber auch Metall und Glas, gebildet.

Die Archäologen entdeckten mehr als neunzig eiserne Waffen aus dem späten ersten Jahrhundert vor Christus. Die Fachleute gehen davon aus, dass diese Waffen als Opfer nach einem Kriegszug auf dem Feuer landeten. (red.

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