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Opfer des St.Galler Pyro-Werfers verklagt seine Versicherung

Der Mann, der beim Spiel zwischen dem FC Luzern und dem FC St.Gallen im Februar 2016 schwere Hörschäden erlitten hatte, zieht gegen seine Unfallversicherung vor Gericht. Der Grund: Die Swica will für die Folgekosten des Pyrowurfs nicht aufkommen.
Das Pyro-Opfer bringt den Fall vors Kantonsgericht. (Bild: Philipp Schmidli (21. Februar 2016))

Das Pyro-Opfer bringt den Fall vors Kantonsgericht. (Bild: Philipp Schmidli (21. Februar 2016))

Der Versicherer argumentiert, dass der Hörschaden nicht als Unfall gelte. Und zwar, weil der Feuerwerkskörper, den ein Fan des FC St. Gallen aufs Spielfeld der Swissporarena geworfen hatte, zu wenig laut gewesen sei. Dabei beruft sich die Versicherung auf ein Gutachten, das die Suva im Rahmen des Verfahrens vor Bundesstrafgericht verfasst hat. Demnach erzeugte der Böller eine Lautstärke von 112 Dezibel, die effektiv ans Ohr des Opfers gelangt ist. Um als Unfall zu gelten, ist aber ein Geräuschpegel von 160 Dezibel notwendig.

Gegen diese Darstellung wehrten sich das Pyro-Opfer und dessen Anwalt Sämi Meier bereits im Februar. Sie fochten die Verfügung der Versicherung an. Jetzt zeigt sich: Die Swica beharrt auf ihrem Entscheid und weist die Einsprache ab. Grund genug für Meier, den Fall vor Gericht zu bringen: «Wir sind überzeugt, dass es sich um einen Unfall handelt, und werden den Entscheid beim Kantonsgericht anfechten.» Die Beschwerde wird Meier in den nächsten Wochen deponieren.

Anwalt kritisiert Versicherung scharf

Das Pyro-Opfer ist bei der Swica sowohl unfall- als auch krankenversichert. Der Anwalt des 50-Jährigen unterstellt der Versicherung nun, aus wirtschaftlichen Gründen auf einen Krankheitsfall zu bestehen: «Die Leistungen nach Krankenversicherungsgesetz kommen die Swica günstiger als jene nach Unfallversicherungsgesetz.» Bei einer Krankheit muss die Swica während 900 Tagen mindestens 720 Taggelder ausbezahlen, sofern ein Taggeldanspruch da ist. Gilt der Hörschaden des Pyro-Opfers aber als Unfall, könnten die Zahlungen gar bis zum Lebensende anstehen. Swica-Sprecherin Silvia Schnidrig widerspricht, da der Grenzwert von 160 Dezibel nicht überschritten wurde.

Das Kantonsgericht muss sich bereits in einem anderen Fall mit dem Pyro-Opfer befassen: Der Mann geht auch gegen die Luzerner Opferhilfe vor, da er 3000 Franken für die Anwaltskosten im Strafverfahren erwirken will. (kük)

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