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OpenAir St.Gallen verbindet sich

ST.GALLEN/ARBON. Unter Federführung der Dachfirma des OpenAir St.Gallen und des SummerDays Arbon bündeln fünf wichtige Firmen aus dem Schweizer Musikgeschäft ihre Kräfte. Damit wollen sie mehr Verhandlungsgewicht beim Buchen von grossen Künstlern erreichen.
Peter Hummel
Christof Huber und Phibe Cornu vom Gurtenfestival. (Bild: Peter Hummel)

Christof Huber und Phibe Cornu vom Gurtenfestival. (Bild: Peter Hummel)

Das Musikgeschäft ist seit Jahren in Bewegung. Im gleichen Masse wie der Verkauf von Tonträgern rückläufig ist, nehmen die Konkurrenz, aber auch die Konzentration im Live-Entertainment stetig zu. Es gibt immer mehr Veranstaltungen und die Gagen werden immer höher. Good News Productions etwa, unter Branchendoyen André Béchir während dreieinhalb Jahrzehnten unangefochtener Marktführer in der Schweiz, wurde von Béchirs neuer Firma abc Production abgelöst. Sie ist es nun, welche die bedeutendsten internationalen Acts in die Schweiz bringt. Showbiz ist Peoples Business.

Beide Firmen sind inzwischen nicht mehr in Schweizer Besitz: Während die deutsche CTS Eventim, Europas führende Ticketingfirma – sie besitzt auch den Schweizer Ticketcorner – 2013 eine Mehrheitsbeteiligung bei abc erwarb, kam im gleichen Jahr der Gegenspieler Deutsche Entertainment AG (Deag) durch Übernahme einer Minderheitsbeteiligung von Ringier in den vollständigen Besitz von Good News. Und im europäischen Markt erlangen die beiden grossen amerikanischen Showvermarkter Live Nation und AEG Live eine immer dominierendere Rolle.

Fünf etablierte Firmen vereint

Selbst Schweizer Organisatoren wie das reputierte OpenAir St.Gallen oder das Gurtenfestival bekommen diese Konzentration zu spüren, da mehr und mehr angesagte Künstler nicht mehr verfügbar sind, weil sie von diesen Eventgiganten mit exklusiven Tournéepackages gebucht werden.

Deshalb reifte der Entscheid zu einem Schulterschluss von fünf führenden Schweizer Musikbookern und -veranstaltern, die seit Jahren eine gute Zusammenarbeit pflegen. Zu diesem Zweck wurde die seit 2002 bestehende e-maxx Holding AG, Mutterfirma des OpenAir St.Gallen und des SummerDays Arbon, in wepromote Entertainment Group Switzerland AG umbenannt. Unter dieser Dachmarke haben sich neben der OpenAir Festival AG und der SummerDays Festivals AG die Incognito Productions AG in St.Gallen (die Booking- und Eventagentur von OpenAir-Geschäftsführer Christof Huber), die Gadget GmbH in Zürich und die wildpony AG in Bern, Bookingagentur des Gurtenfestivals, zusammengeschlossen. Das ebenfalls in einer Holdingstruktur mit gegenseitigen Beteiligungen. Operativ treten alle Unternehmen weiterhin unter eigenem Namen und in den bisherigen Strukturen auf. «Mit dem Zusammenschluss unserer Firmen wollen wir mehr Verhandlungsgewicht gegenüber den Agenten grosser Künstler haben und die Unabhängigkeit als Schweizer Veranstalter langfristig sichern», erklärt Christof Huber, designierter Verwaltungsratspräsident von wepromote. «Bei unserer Ausrichtung mindestens so wichtig ist aber auch, mit diesem Dach für ausländische Agenten ein potenter Partner zu sein, um angehende Stars in einem frühen Stadium zu fördern und langfristig über unsere Kanäle aufzubauen.» Ferner sollen durch diesen Schritt auch Synergien und Know-how optimal genutzt und in neue Projekte eingebracht werden.

Christof Huber und Phibe Cornu vom Gurtenfestival. (Bild: Peter Hummel)

Christof Huber und Phibe Cornu vom Gurtenfestival. (Bild: Peter Hummel)

Auf Anhieb einer der Grössten

Wepromote veranstaltet neben den beiden Festivals OpenAir St.Gallen und SummerDays Arbon schweizweit Clubshows ab 100 Personen bis hin zu Hallenkonzerten mit 13 000 Besuchern. Weiter organisiert wepromote Anlässe in Kooperation mit der Maag Music und Arts AG – darunter das Electrofestival Digital Maag in Zürich.

Die unter dem Dach von wepromote zusammengeführten Unternehmen waren im vergangenen Jahr für über 250 Veranstaltungen und 300 000 verkaufte Tickets verantwortlich. Zusätzlich vermittelten die wepromote-Partner während des letzten Jahres über 450 Shows in der ganzen Schweiz. Damit reiht sich der neue nationale Player mit einem Schlag unter die grössten Live-Entertainment-Veranstalter der Schweiz ein. Knapp drei Dutzend sind im Branchenverband SMPA vertreten.

Warum wurden nicht gleich weitere ähnlich etablierte Veranstalter ins Boot geholt? «Wir denken, dass wir in dieser Konstellation derzeit richtig aufgestellt sind. Freundschaftliche Kontakte werden selbstverständlich weitergeführt», sagt Christof Huber. Das gilt etwa fürs Paléo, das grösste Schweizer Festival, und dessen Konzertorganisation Opus One in Nyon. Allerdings ist der Westschweizer Publikumsgeschmack ganz anders, viel frankophoner, ausgerichtet.

Keine regionalen Partner

Bleibt die weitere und engere Region. Erst vor anderthalb Jahren hat die e-maxx Dieter Bös, den langjährigen Mitinhaber von KoKo, noch in den Verwaltungsrat berufen, «um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu stärken». Erstes (aber auch einziges) sichtbares Ergebnis war die Transferierung des SummerDays Festivals: In Sigmaringen fand am gleichen Wochenende wie in Arbon eine deutsche Ausgabe mit mehr oder weniger gespiegeltem Line-up statt.

Nicht alles funktioniert überall

Der weit unter den Erwartungen liegende Publikumsaufmarsch zeigte allerdings, dass das in Arbon sehr erfolgreiche Konzept (ein Tag Oldie-, ein Tag Family-Acts) nicht gleichermassen funktioniert. Weil derzeit keine wirklichen Synergien absehbar seien, ist Bös mit der Gründung von wepromote als Teilhaber wieder ausgeschieden, «in aller Freundschaft». Nicht dabei ist auch domino Event in St.Gallen, der bedeutendste Comedy- und Konzertveranstalter der Ostschweiz, weil wepromote international ausgerichtet sei, erklärt Huber. Ebenfalls nicht zur Diskussion stand das Openair Frauenfeld, zu dem es nie enge Beziehungen gab.

Das OpenAir St.Gallen wird in den nächsten Tagen in den Medien und online über den Beginn des Vorverkaufs für das 40. Festival vom 30. Juni bis 3. Juli 2016 informieren.

Das OpenAir St. Gallen rüstet sich für eine selbständige Zukunft. (Bild: Peer Füglistaller)

Das OpenAir St. Gallen rüstet sich für eine selbständige Zukunft. (Bild: Peer Füglistaller)

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