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Open Air Flumserberg: Marathon auf dem Schlagerberg

Das Open Air Flumserberg lockte am Mittwoch 12000 friedlich feiernde Schlagerfans auf das Festivalgelände. Die erwartete Dirndl-Romantik und das Schnauzträger-Klischee bewahrheitete sich beim musikalischen „16-Gänger“ nur bedingt. Das Schlagerpublikum war jung, richtig jung.
Michael Hasler
Die erwartete Dirndl-Romantik und das Schnauzträger-Klischee bewahrheitete sich beim musikalischen «16-Gänger» nur bedingt. Der Schlagerpublikum war jung, richtig jung. (Bild: Michel Canonica)

Die erwartete Dirndl-Romantik und das Schnauzträger-Klischee bewahrheitete sich beim musikalischen «16-Gänger» nur bedingt. Der Schlagerpublikum war jung, richtig jung. (Bild: Michel Canonica)

Es ist 15.40 Uhr beim Eingang des Open Airs Flumserberg, das Publikum schlängelt sich artig vor dem Einlass zum Festivalgelände zurück. Gut 12000 Schlagerfans werden bis zum Einnachten den Weg ins Festivalgelände auf sich nehmen. «Wir sind zufrieden, mehr dürfen es natürlich immer sein», kommentiert Pressesprecherin Ramona Ritter abgeklärt.

Ganz ausverkauft wäre das Event mit 15000 Gästen gewesen. Die Anfahrt ist für einen Anlass dieser Grössenordnung erstaunlich einfach. Shuttlebusse und die Bergbahnen spedieren die Gäste auf den Schunkelberg. Jene, die es nach Mitternacht nicht mehr nach Hause schaffen, haben vorsorglich ihr Zelt auf dem überschaubar Campingplatz inklusive Panoramablick aufgebaut. Ein Open Air wie jedes andere auch.

(Bild: Michel Canonica)(Bild: Michel Canonica)
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Die Münchener Freiheit auf der Bühne des Schlagerfestivals. (Bild: Michel Canonica) Die Münchener Freiheit auf der Bühne des Schlagerfestivals. (Bild: Michel Canonica)
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Die Münchener Freiheit. (Bild: Michel Canonica)Die Münchener Freiheit. (Bild: Michel Canonica)
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Schlagerstar Semino Rossi dar fnicht fehlen. (Bild: Michel Canonica)Schlagerstar Semino Rossi dar fnicht fehlen. (Bild: Michel Canonica)
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60 Bilder

Schunkeln an der grossen Schlagerparty: Die besten Bilder des Flumserberg Open Air

Publikum viel jünger als erwartet

Ein Blick in den Mob der Anstehenden entkräftet das stramme Vorurteil des Festival-Novizen: die Ü50-Gäste sind ebenso in der Minderheit wie die Dirndl-/Lederhosen-Fraktion. Auch die Schnauzträger sowie die erwarteten Solarium-/Rauch-gegerbten Frauengesichter (selbstredend mit frecher Kurzhaarfrisur inklusive neckischem Farbtupfer) verlieren sich in den geschätzt 10 000 Anwesenden. Das Publikum ist jung, viel zu jung, als dass es jenes Bild bedienen würde, welches der klassische Schlager in den 70er- und 80er Jahren lostrat und Abwehrreflexe auslöste.

Das Festivalgelände selbst ist dagegen schmuckloser als erhofft. Die Verpflegungszelte sind der Pragmatik geschuldet, kulinarisch ist das Angebotenen solide und preislich fair. Verglichen etwa mit dem Summerdays Festival in Arbon ist die Infrastruktur geradezu abenteuerlos, und eine riesige Baustelle unmittelbar neben dem Festivalgelände fördert den Charme nicht.

Musikalisch hat sich die Oltner Veranstalterin Stargarage Company, die eng mit der Show Factory Entertainment GmbH aus Bregenz kooperiert, für eine 16 Showacts umfassende Marathon-Gala entschieden. Konkret bedeutet dies, dass mehr oder weniger im 30-Minuten-Takt die Künstler auf der Bühne ausgetauscht werden. Das erinnert einerseits an ein 16-gängiges All-inclusive-Buffet, andererseits ist das logistisch tatsächlich beeindruckend.

Die Bands und Soloartisten schwadronieren innerhalb des ohnehin nicht befriedigend zu definierenden Genres zwischen Schlager-Folklore à la «Heimweh», Pop-Rock à la Münchner Freiheit bis hin zu brachialem Mallorca-Ballermann-Irgendwas à la Nik P. Das ist auch für einen freigewählten Schlagerabstinenzler oft zumindest lustig, manchmal versöhnlich und nur selten schmerzlich. Obwohl die Auftritte ziemlich konsequent als Halbplayback angelegt sind, ist die Qualität erstaunlich gut. Jonny Logan etwa klingt bei einem irischen Folksong nicht wesentlich anders oder stimmlich angestrengter als Ray Garvey. Die Münchner Freiheit wagen sich sogar ganz live ran und zeigen sich solider als so manche Popband an den gängigen Festivals.

Schlagerreise an die türkische Riviera buchen

Mittlerweile ist es 19 Uhr und Nik P. hat das Publikum mit seinem Brachial-Banalschlager heiss gekocht. Im Abspann folgt prompt auf den riesigen Screens das Angebot für die euphorisierten Fans, mit Nik P. eine Reise an die türkische Riviera buchen zu können. Das könnte man dreist nennen oder auch umsichtig im Sinne des Vollservices. 60 Minuten Bühnenzeit werden übrigens nur dem Kaiser selbst (Roland Kaiser) als Headliner zugestanden.

Und wie fällt das Fazit beim ersten Festivalbesuch aus? Ehrlicherweise nicht wesentlich anders, als bei jedem anderen Mainstreamevent auch – ausser dass man zwangsläufig seine eigene Komfortzone verlassen muss und sich idealerweise etwas selbstironisch durchs Festival hangelt. Die 30-Minuten-Taktung mit 16 Events führt zwar zur Übersättigung am Schlagerbuffet, lässt einen aber auch üblere Ausreisser überstehen.

2020 kommt David Hasselhoff auf den Flumserberg

Das Gefühl, hier Teil eines gewaltigen Geschäftsmodells zu sein, lässt einen indes nie los. Oder wie Pressesprecherin Ramona Ritter unumwunden sagt: «Wir organisieren jährlich etwa 500 Events, aber die Schlageranlässe sind finanziell und mit Blick auf das Publikum die spannendsten für uns.» Man kann das so stehen lassen, denn so ausgelassen und friedlich schunkelt selten ein ganzer Berg. Noch Zweifel? Jene könnte das Line-up 2020 ausräumen. Dann wird David Hasselhoff höchstselbst in den Flumserbergen erscheinen. Das dürfte eine Gaudi werden.

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