"OLMA-PEDIA": Ein Online-Lexikon zur Olma

Eine neue Internet-Plattform versammelt Zahlen, Fakten, Bilder und Anekdoten aus 75 Jahren Olma-Geschichte. Unterhaltsam und kompakt erzählt die "Olma-Pedia" von der fünften St.Galler Jahreszeit.

Roger Berhalter
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Von der Degustationshalle bis zum Säulirennen: Die "Olma-Pedia" erzählt von 75 Jahren Messegeschichte. (Bild: Coralie Wenger (15. Oktober 2013))

Von der Degustationshalle bis zum Säulirennen: Die "Olma-Pedia" erzählt von 75 Jahren Messegeschichte. (Bild: Coralie Wenger (15. Oktober 2013))

Wer gestaltete das Olma-Plakat des Jahres 1949? Wie hiess der Gastkanton 1962? Welcher Bundesrat war 1985 Ehrengast und wie viele Besucher zählte die Messe im Jahr 1993? Diese und viele weitere Fragen beantwortet die "Olma-Pedia", das neue Online-Lexikon zur Ostschweizer Landwirtschaftsmesse.

Die Olma findet in diesem Jahr zum 75. Mal statt. Zum Jubiläum hat die Genossenschaft Olma-Messen St.Gallen nun eine umfangreiche Plattform online gestellt. Es ist das offizielle "Lexikon zur fünften St.Galler Jahreszeit", wie es in grossen Buchstaben auf der Startseite heisst. Wer etwas zur Olma sucht, der findet es hier bestimmt. Und auch wer nichts sucht, findet. Beim Stöbern in der Sammlung bleibt man nämlich öfter hängen als geplant. Das ist im Sinne des Erfinders: "'Olma-Pedia' soll einen nicht mit Informationen erschlagen, sondern auch unterhaltsam sein", sagt der Olma-Medienverantwortliche Marco Kleger.
 

Start mitten in der Anbauschlacht

So übersichtlich und umfassend wie auf "Olma-Pedia" war die Olma-Geschichte bisher nicht zu haben. Mehrere Autoren haben die Texte auf der Plattform beigesteuert, unter anderen Bruno Kleger, der langjährige Medienverantwortliche der Messe, und "Tagblatt"-Redaktor Beda Hanimann.
 
Eine Chronik listet alle 75 Olma-Messen auf, von der ersten Durchführung 1943 bis zur bevorstehenden Jubiläumsausgabe im kommenden Herbst. Begleitende Texte erklären, wie sich die Messe entwickelte: Zu Beginn, während des Zweiten Weltkriegs, war die Anbauschlacht in vollem Gang und die Landwirtschaft entsprechend wichtig. In den 1960er- und 1970er-Jahren wandelte sich die Olma zu einer Konsumgüter- und Publikumsmesse; erst ab den 1980er-Jahren war die Landwirtschaft wieder präsenter. 
 

Von A wie Arena bis Z wie Zigerbrötli

Die wichtigsten "Ereignisse, die die Olma prägten" werden noch einmal in Erinnerung gerufen, beispielsweise die Eröffnung der grossen Messehalle 9 im Jahr 1999 und natürlich der Brand der Olma-Halle 7 im Jahr 2000. Neben diesem Rückblick wird auch das aktuelle Projekt "Neuland" erwähnt. Unter diesem Titel planen die Olma-Messen derzeit eine Vergrösserung per Überdachung der Stadtautobahn. 

Zur "Olma-Pedia" gehört auch ein Olma-Glossar, das Begriffe rund um die Messe auflistet, von A wie Arena über M wie Muni bis zu Z wie Zigerbrötli. Es gibt Texte zu den beliebten Tierschauen und dem Säulirennen, einen Beitrag zur Musik der Olma, einen Abschnitt zur Kulinarik (ja, auch die Bratwurst ist Thema) und vieles mehr. 

Und das ist noch nicht alles, denn die "Olma-Pedia" wird laufend ergänzt. Eine Webseite lässt sich – im Gegensatz zu einem gedruckten Jubiläumsbuch – einfach aktualisieren. In den nächsten Wochen sollen weitere Bilder, Grafiken und Texte das Online-Lexikon ergänzen. 

www.olmapedia.ch

Lieblingsplakat für zu Hause

75 Olma-Plakate auf einen Blick: Auch das bietet die neue "Olma-Pedia". Sämtliche Plakatsujets seit der ersten Messe 1943 sind auf der Webseite abgebildet, von den rustikalen Motiven der 1940er- und 1950er-Jahre über die grafischen Experimente der 1970er bis zu den neusten fotografischen Werken. Einige Sujets waren umstritten. So die Bratwurst auf dem Plakat 2003, die nicht anmächelig gebraten, sondern roh und vakuumiert daherkam. Auch die verschwommen fotografierte Kuh auf dem Plakat 2008 löste damals Kritik aus. Ebenso die dreckige Schweineschnauze auf dem Plakat 2011. Die "Olma-Pedia" erzählt zu den Plakaten auch Anekdoten. So verpasste der Art-Brut-Künstler Hans Krüsi einmal den Eingabetermin zum Wettbewerb, was die Messeveranstalter bedauerten. 2002 rückten sie dann aber doch noch ein Bild aus Krüsis Nachlass aufs Olma-Plakat. Wer eines möchte, kann sich sein Lieblingsplakat in Originalgrösse für 20 Franken nach Hause schicken lassen. Auf der Webseite steht ein entsprechendes Formular zum Download zur Verfügung. (rbe)