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Olma-Eröffnung: Bundesrats-Favoritin Karin Keller-Sutter fehlt im Stall

Bundesrat Johann Schneider-Ammann liess an der Olma-Eröffnung einmal mehr durchblicken, dass er seinen Sitz gern an Karin Keller-Sutter weitergeben würde. Die Ständeratspräsidentin mied derweil das Rampenlicht am ersten Messetag.
Adrian Vögele
Alt Bundesrat Hans-Rudolf Merz, Bundesrat Johann Schneider-Ammann, und Ständeratspräsidentin Karin Keller-Sutter an der Olma-Eröffnung. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Alt Bundesrat Hans-Rudolf Merz, Bundesrat Johann Schneider-Ammann, und Ständeratspräsidentin Karin Keller-Sutter an der Olma-Eröffnung. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

«Sicher kommt wieder irgendein Bundesrat», raunt jemand im Bus auf dem Weg zur Olma-Eröffnung. Richtig geraten – und normalerweise ist das Mitglied der Landesregierung im Festpublikum auch für politisch Unbewanderte leicht zu finden: Einfach den Fernsehkameras folgen.

Dieses Jahr ist die Sache für einmal etwas schwieriger. Es gibt im Foyer des Theaters zwei Ansammlungen von Medienleuten – die kleinere bei Johann Schneider-Ammann, die grössere bei Karin Keller-Sutter. Es ist der erste öffentliche Auftritt der Ständeratspräsidentin nach ihrer Ankündigung, in den Bundesratswahlkampf einzusteigen. Falls sie nervös ist, lässt sie es sich nicht anmerken. «Ruhig und gelassen» gehe sie den Olma-Eröffnungstag an, sagt Keller-Sutter – sie lacht und plaudert, etwa mit Alt Bundesrat Hans-Rudolf Merz.

Karin Keller-Sutter mit Hansjörg Walter, früher Bauernpräsident und Thurgauer SVP-Nationalrat. (Bild: Benjamin Manser)

Karin Keller-Sutter mit Hansjörg Walter, früher Bauernpräsident und Thurgauer SVP-Nationalrat. (Bild: Benjamin Manser)

Definitiv in lockerer Stimmung ist Johann Schneider-Ammann, der sich seit seiner Rücktrittserklärung fast ein wenig zum Entertainer gewandelt hat. In seiner launigen Festrede kommt er auch auf das Kandidatenkarussell für den Bundesrat zu sprechen.

«Luzern hat das KKL, und Sie haben die KKS.»

Lacher und spontaner Applaus im Saal. «Liebe Karin, meine Ambition ist es, dir einen geordneten Stall zu übergeben», sagt Schneider-Ammann. «Wir sind ja hier schliesslich an einer Landwirtschaftsmesse.» Der Wirtschaftsminister deutet damit nicht zum ersten Mal an, dass er Karin Keller-Sutter gern als seine Nachfolgerin sähe.

Auf Distanz zur Säuli-Szene

Der FDP-Kronfavoritin sind solch unterstützende Worte aus bundesrätlichem Mund eher unangenehm. Mehr noch: Sie meidet an diesem Olma-Eröffnungstag die grosse Bühne, so gut es geht. Schon Details deuten darauf hin: Vom farbig uniformierten Weibel, der die Ständeratspräsidentin normalerweise an öffentliche Auftritte begleitet, fehlt jede Spur. Keller-Sutter habe ihn bewusst nicht mitgenommen, hört man – sie will die Kameras und die Blicke des Messepublikums nicht auf sich lenken, will nicht jetzt schon siegessicher wirken.

Damit ist auch klar: Die Wilerin wird den Olma-Stall und das Säuli nicht besuchen, jedenfalls nicht im Tross von Schneider-Ammann. Gerade dort wäre der FDP-Magistrat allzu leicht zu übertrumpfen – vor drei Jahren hatte er seine liebe Not mit dem strampelnden Tier. Schneider-Ammann scherzt rückblickend:

«Wir haben ja heute nochmals Gelegenheit, zu üben.»

Johann Schneider-Ammann posiert am Eröffnungs-Donnerstag mit dem traditionellen Olma-Säuli am Rundgang durch die Olma. (Bild: Benjamin Manser)
Der Rundgang führte auch durch den Jahrmarkt. (Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)
Kühe gehören zur Olma dazu. (Bild: Benjamin Manser)
Bundesrat Johann Schneider-Ammann beim Rundgang durch die Olma-Hallen. (Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)
Wein ist dieses Jahr an der Olma der Schwerpunkt. (Bild: Benjamin Manser)
Leute fotografieren den Rundgang durch die Olma. (Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)
Johann Schneider-Ammann flaniert durch den Jahrmarkt. (Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)
Bundesrat Johann Schneider-Ammann mit Alt-Bundesrat Hans-Rudolf Merz an der Eröffnung der Olma im Theater St.Gallen. (Bild: Benjamin Manser)
Der abtretende Bundesrat Johann Schneider-Ammann hält die Olma-Eröffnungsrede. (Bild: Keystone)
Auch heute noch immer für ein Spässchen zu haben: Altbundesrat Hans-Rudolf Merz, hier mit Bundesrat Johann Schneider-Ammann und Bundesratskandidatin Karin Keller-Sutter. (Bild: Benjamin Manser)
Johann Schneider-Ammann gönnt sich eine kleine Stärkung an einem Degustationsstand. (Bild: Keystone)
Neben Schneider-Ammann hielt auch St.Gallens Stadtpräsident Thomas Scheitlin eine Ansprache. (Bild: Keystone)
Die Eröffnungsfeier wurde musikalisch begleitet. (Bild: Keystone)
Ohne sie wäre es keine richtige Olma: Die Kühe... (Bild: Keystone)
...und Säuli. (Bild: Keystone)
An der Eröffnung dürfen auch die Stiere nicht fehlen. (Bild: Keystone)
Das «Fête des Vignerons» ist der diesjährige Olma-Ehrengast. (Bild: Keystone)
Spaziergang mit Ballon-Kühen: Auch für die kleinen Besucher hat die Olma einiges zu bieten. (Bild: Keystone)
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Die 76. Olma ist eröffnet und Schneider-Ammann schmust mit dem Säuli

Apropos Distanz: Auch Regierungsrat und CVP-Bundesratshoffnung Beni Würth lächelt sich durch das Festpublikum – allerdings nicht in Rufweite von Keller-Sutter. Überhaupt scheint es, als seien CVP und FDP beim Apéro weniger vermischt als auch schon. Zufall, oder ein Vorbote der Bundesratswahl? In einer CVP-Runde gibt einmal mehr die Frage zu reden, ob am 5. Dezember eine Chance auf die Wahl zweier St.Galler Bundesräte besteht. In Keller-Sutters Nähe sind nebst Parteikollegen für eine Weile vor allem SVP-Politiker zu sehen, etwa die Kantonsräte Michael Götte und Karl Güntzel.

Genug geplaudert – die Marschmusik steht bereit, der Bundesrat und weitere hochrangige Gäste reihen sich auf für den offiziellen Rundgang durch die Messe. Karin Keller-Sutter macht nicht mit: Als sich der Zug nach links in Richtung Jahrmarkt in Bewegung setzt, biegt sie rechts ab, fast allein, nur in Begleitung von FDP-Kantonsrat Walter Locher. Sie werde für das Festbankett wieder zu den Eröffnungsgästen stossen, ist zu vernehmen– das Bad in der Menge lässt sie komplett aus. Wie das Messevolk auf KKS reagiert hätte? Man weiss es nicht.

Sicher ist: Johann Schneider-Ammann ruft keine Begeisterungsstürme mehr hervor, gute Laune hin oder her. Man hat ihn ja hier auch erst vor kurzem gesehen, an der Olma 2015. Als der Bundesrat den Stall betritt, herrscht dann aber doch grosses Gedränge: Der Kampf des Landwirtschaftsministers mit dem Säuli ist allemal ein Handyfoto wert. Schneider-Ammann zeigt, dass er dazugelernt hat: Das Ferkel quiekt nur noch, verzichtet auf verzweifelte Fluchtversuche. Und dann ist es der Bundesrat, der einen raschen Abgang macht: Sein Flug nach Indonesien wartet. Unterwegs habe er ja dann ausreichend Zeit zum Schlafen, meint Schneider-Ammann selbstironisch – eine Anspielung auf die Diskussionen um seine angebliche Schläfrigkeit.

Gute Werbung oder nur ein Spruch?

Aber hat nun Schneider-Ammanns erneuter öffentlicher Zuspruch Karin Keller-Sutter im Bundesratswahlkampf eher genützt oder doch geschadet? Aus der CVP hört man, das sei schon«sehr gute Werbung» für die Ständeratspräsidentin gewesen. Da habe sie ja locker auf den offiziellen Rundgang durch die Olma verzichten können. Bei FDP-Vertretern klingt es etwas anders. Regierungsrat Marc Mächler misst Schneider-Ammanns Aussage keine besonders grosse Bedeutung zu. Er sagt:

«An der Olma kann man sich einen solchen Spruch mal erlauben.»

Aber mehr als ein Spruch sei das nicht gewesen.

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