Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Olma-Aussteller ziehen Zwischenbilanz: «Die beste Messe Europas»

Die Besucherzahlen an der Olma schwinden jährlich. Die Aussteller sind mit dem Absatz ihrer Produkte dennoch mehr als zufrieden.
Marco Cappellari
In der Degustationshalle läuft das Geschäft sowieso, doch auch die Aussteller in den anderen Hallen sind zufrieden. (Bild: Hanspeter Schiess)

In der Degustationshalle läuft das Geschäft sowieso, doch auch die Aussteller in den anderen Hallen sind zufrieden. (Bild: Hanspeter Schiess)

Zuerst war für die Comptoir Suisse Schluss. Am 23. September 2018 schloss die Lausanner Traditionsmesse ihre Tore für immer. Kurz darauf folgte die Zürcher Züspa. Im Februar schliesslich wurde die Basler Mustermesse nach der 103. Ausgabe eingestellt – und damit die dritte der grossen Schweizer Publikumsmessen. In den Medien war bereits vom «Messesterben» zu lesen. Auch die Olma hat seit Jahren mit sinkenden Besucherzahlen zu kämpfen. 2018 verzeichnete die Traditionsmesse mit 350000 Besuchern zum sechsten Mal in Folge einen Rückgang.

Messesterben? Davon wollen die Aussteller an der diesjährigen Olma nichts wissen. Hans Holzmann sagt:

«Gestern war der umsatzstärkste Tag der vergangenen 20 Jahre.»

Der Flawiler Unternehmer ist seit 40 Jahren hier, in diesem Jahr mit 75 Mitarbeitern, verteilt auf mehrere Stände. Die ausgestellten Produkte reichen von Fitness- und Wellnessprodukten bis hin zu Waren aus den Bereichen Haus und Garten. «Für uns ist es wichtig, die Produkte demonstrieren zu können.» Am Thermofit-Stand etwa lassen sich Besucher reihenweise auf Vibrationsplatten durchschütteln. Die Demonstrationen sind beliebt. Rund eine Million Franken setzt Holzmann an der Olma um.

Das Geschäft läuft

Auch am Stand von Physiotherm in der Halle 1.1. rollt der Rubel. «Es läuft besser als im vergangenen Jahr», sagt Standchefin Sina Bucher. Die Firma, die Infrarotkabinen verkauft, sei seit über zehn Jahren an der Messe vertreten. Im Vergleich zu 2018 sei der Stand von 35 auf 49 Quadratmeter angewachsen. Rund 12000 Franken lässt sich Physiotherm diesen kosten – die zwei Mitarbeiter, die durchgehend vor Ort sind, nicht mitgerechnet. Dass jedes Jahr etwas weniger Besucher an die Olma kommen, würde sie zwar wahrnehmen, sagt Bucher. In den Absatzzahlen schlage sich das aber nicht nieder.

Der liechtensteinische Heizungshersteller Hoval ist mit mehreren Mitarbeitern vor Ort. «Es ist uns wichtig, als Marke an der Olma präsent zu sein», sagt Bahro Prentic. Die Beratung habe einen hohen Stellenwert, zumal sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen im Heizungsumfeld ändern. Gefragt seien etwa Heizungen mit erneuerbaren Energien.

Mit 650 Quadratmetern Fläche den grössten Stand hat Möbel Pfister. Verkaufsleiter Thomas Schnider sagt:

«Wir sind sehr zufrieden mit den Verkaufszahlen.»

Die Olma sei für Möbelhäuser die «beste Messe». «Die Leute kommen mit der ganzen Familie. So können sie gleich Verkaufsentscheidungen treffen. Das neue Sofa muss schliesslich jedem Familienmitglied gefallen.» Nächstes Jahr sei das Unternehmen garantiert wieder an der Olma. «Wir schliessen jeweils Dreijahresverträge ab.»

Die Rechnung muss stimmen

Damit ist Pfister eine Ausnahme. Viele Aussteller machen nach jeder Olma eine Kosten-Nutzen-Rechnung. So auch der Schaffhauser Haushaltsgeräte-Hersteller Iseli + Albrecht. «Rechnet es sich irgendwann nicht mehr, sind wir im nächsten Jahr weg», sagt Filialleiter Antonio Trotta. Noch scheint die Gefahr gering. «Wir verkaufen gut, etwas besser noch als im vorigen Jahr.»

Das Olma-Fazit der Aussteller scheint durchs Band positiv zu sein. Nur hinter vorgehaltener Hand gibt es vereinzelt Stimmen, die eine fehlende Kauflust bemängeln. Der Olma dürfte in diesem Jahr das Aus der anderen grossen Publikumsmessen zugute gekommen sein. Doch Holzmann glaubt nicht, dass dies der Grund für den Erfolg ist. Er sagt:

«Die Olma hat vieles richtig gemacht.»

Dafür spreche auch, dass sie finanziell solide dastehe, während die Züspa und Muba zuletzt grosse Verluste einfuhren. Viele Messen seien nur daran interessiert, dass die Standmieten bezahlt werden.

«Die Olma-Leitung nimmt die Aussteller ernst, hört uns zu und geht auf Wünsche ein.» Und die Olma sei eben keine reine Verkaufsmesse. «Durch den Volksfestcharakter bleibt die Olma attraktiv.» Die Beständigkeit, die von gewissen Seiten bemängelt wurde, sei ein grosses Plus, sagt er.

«Die Leute wollen die Tradition, das Bodenständige. Wir werden immer nur auf unsere Würste reduziert, aber mit der Olma besitzt St. Gallen eine einzigartige Messe, deren Ausstrahlung weit über die Stadt- und Kantonsgrenze reicht.»

Holzmann, der jährlich an über 400 Messen ausstellt, ist überzeugt: «Die Olma ist die beste Publikumsmesse Europas.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.