Olma 2018: Verbrüderung beim Wein

Für einmal ist der Ehrengast kein Kanton und kein Land, sondern der Wein – 
vertreten durch die «Fête des Vignerons» aus Vevey und heimische Gewächse.

Silvan Lüchinger
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Die letzte «Fête des Vignerons» fand 1999 statt – mit «Les cent Suisses», die auch in St.Gallen auftreten werden. (Bild: Patrick Aviolat/Keystone)

Die letzte «Fête des Vignerons» fand 1999 statt – mit «Les cent Suisses», die auch in St.Gallen auftreten werden. (Bild: Patrick Aviolat/Keystone)

Mit der Premiere 1943 hat inzwischen auch die Olma ein ehrwürdiges Alter erreicht. Neben der «Fête des Vignerons» allerdings wirkt sie geradezu jugendlich.

Nicht nur dass das Fest zum Unesco-Welterbe gehört. Seine Wurzeln reichen zurück ins 
17. Jahrhundert, und in der «modernen» Form wurde es 1797 erstmals veranstaltet. Die «Fête des Vignerons» von 2019 wird erst die zwölfte Durchführung sein. Entsprechend sind die Dimensionen. Zwischen 18. Juli und 11. August erwartet Vevey 800000 Besucher; die eigens für das Winzerfest konstruierte Arena bietet Platz für 20000 Zuschauer und ist mit einer Haupt- und vier Nebenbühnen das Herzstück des Grossanlasses.

Wein von hier 
und Wein von dort

Eigentlich ist die «Fête des Vignerons» ein Selbstläufer und hat kaum Werbung in eigener Sache nötig. Dennoch sind Vertreter der organisierenden «Confrérie des Vignerons» seit Monaten in der ganzen Schweiz unterwegs. Dies vor dem Hintergrund, dass als Ehrengäste zur Auflage 2019 sämtliche Kantone eingeladen sind. Alle haben sie auch einen eigenen Festtag: St.Gallen am Sonntag, 21. Juli, der Thurgau am Montag, 5. und beide Appenzell am Freitag, 9. August.

Umgekehrt ist die «Fête des Vignerons» Ehrengast der diesjährigen Olma. In einer Sonderschau werden die Waadtländer vom 11. bis 21. Oktober ihr Fest, ihre Bräuche und ihre Region präsentieren. Infolichtsäulen, Filme, Dokumentationen, virtuelle Rundgänge und Wettbewerbe werden einen ersten Vorgeschmack auf das Spektakel in Vevey bieten. Mit mehr als 20 Gruppen zeigen die Botschafter der Fête des Vignerons auch am Olma-Umzug markant Präsenz. Die Waadt ist einer der grossen Weinbaukantone der Schweiz, Vevey ist umgeben von einigen der bekanntesten Lagen des Landes. Der Wein ist denn auch die Klammer, welche die Fête des Vignerons mit dem zweiten Ehrengast der diesjährigen Olma verbindet – mit dem St.Galler Wein. Zwar gehört St.Gallen mit Weinbau auf 215 Hektaren und 1,2 Millionen Rebstöcken zu den kleinen Weinbaukantonen.

Aber was im Rheintal, im Sarganserland und am Zürichsee wächst und gekeltert wird, kann sich heute punkto Qualität durchaus mit renommierten Namen messen. Dasselbe gilt für die Sortenvielfalt und die daraus gewonnenen Spezialitäten. Geboten werden an der Sonderschau unter anderem ein «lebendiger Rebberg», Einblicke in eine Bodenprobe, ins Küferhandwerk und in die faszinierende Vielfalt von Formen und Farben der Trauben aus dem Sortengarten des Staatswingerts in Frümsen. Nicht zuletzt natürlich auch der direkte Vergleich mit den Weinen, die der Ehrengast aus der Romandie mitbringt und feilbietet.

«Eidgenossen» setzen 
den Schlusspunkt

Darüber hinaus ist auch die Olma 2018 geprägt von Sonderschauen. Dazu gehört unter dem Titel «Natur erleben» die Schau zum Thema Jagd und Biodiversität. Jäger mit ihren Hunden werden da sein, Jagdhornbläser, und in der Jagdschiessanlage Erlenholz in Wittenbach können Interessierte sogar testen, wie es um ihre Treffsicherheit bestellt ist.

Stichworte zu weiteren Sonderschauen sind «Milch ist Mehrwert», «Cannabis Village» zur Kultur- und Kultpflanze Hanf oder «Sprechstunde beim Grosstierarzt». Ansonsten sind gut 600 Aussteller präsent, 13 Restaurants in Betrieb und die Eintrittspreise unverändert. Zuguterletzt stiebt am 21. Oktober das Sägemehl, wenn zum Olma-Schwinget, der nur alle drei Jahre stattfindet, auch mehrere «Eidgenossen» antreten.