Oikos-Konferenz
«Klimaschutz kennt keine Grenzen»: GLP-Kantonsrat Andrin Monstein debattiert mit Aktivistinnen über den «New Green Deal»

Der St.Galler Nachhaltigkeitsmanager und grünliberale Politiker Andrin Monstein nimmt neben internationalen Fachleuten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft an der Jahreskonferenz der studentischen Initiative oikos teil. Gesucht sind Handlungsmöglichkeiten in der Verbindung von Ökonomie, Ökologie und Aktivismus.

Marcel Elsener
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Beruflich Nachhaltigkeitsmanager, politisch grünliberal: Andrin Monstein im St.Galler Kantonsrat.

Beruflich Nachhaltigkeitsmanager, politisch grünliberal: Andrin Monstein im St.Galler Kantonsrat.

Bild: Benjamin Manser (14. September 2020)

Die Verbindung von Ökonomie und Ökologie trägt oikos im Namen, der 1987 gegründete studentische Verein für Nachhaltigkeit an der Universität St.Gallen. An seiner am Donnerstag angelaufenen dreitägigen Konferenz «Rethink to react» spannt er dieses Jahr mit dem Dachverband oikos International zusammen. Studierende sollen gemeinsam mit Fachleuten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Kunst und aktivistischen Organisationen Handlungsmöglichkeiten im Bereich Ökologie, Ökonomie und Aktivismus entdecken, wie es heisst. Mit Präsentationen, Podiumsdiskussionen sowie Workshops will die Konferenz nicht nur informieren, «sondern auch inspirieren und zu konkreten Handlungen anregen». Unter den Gästen aus aller Welt findet sich auch ein St.Galler Politiker: der 29-jährige GLP-Kantonsrat Andrin Monstein, von Beruf Nachhaltigkeitsmanager beim Versicherungsunternehmen Swiss Life.

Herr Monstein, Sie gehören zu den wenigen Schweizern an der internationalen – und durchgängig in Englisch gehaltenen – oikos-Konferenz. Wurden Sie als Nachhaltigkeitsmanager, der an der HSG studierte, oder als grünliberaler Politiker eingeladen?

Das wurde in der Einladung nicht ausgeführt, aber es ist wohl eine Kombination aller drei Elemente: Als ehemaliger HSG-Student und oikos-Vereinsmitglied arbeite ich heute an einer nachhaltigeren Wirtschaft und habe ein Kantonsratsmandat. Allgemein ist es von geringer Bedeutung, in welcher Rolle ich eingeladen wurde, da ich in allen Funktionen meinen Überzeugungen treu bleibe.

Auf dem Podium diskutieren Sie mit der «Schweizer Greta Thunberg» Marie-Claude Graf und Friday-for-Future-Aktivistinnen aus Sambia und Uruguay über den benötigten «New Green Deal». Was versprechen Sie sich davon?

Ich nehme an, dass unter uns ein breiter Konsens über das übergeordnete Problem der Klimakrise herrscht und wir einen gewinnbringenden Perspektivenaustausch haben werden. An der Schnittstelle Wirtschaft-Politik interessieren mich konkrete Lösungsansätze, die über pauschale Systemkritik hinausgehen.

Klingt vernünftig, aber lassen sich die Probleme in den drei Ländern denn vergleichen?

Die Rahmenbedingungen in Europa, Afrika und Südamerika sind sicher sehr unterschiedlich, jedoch kennen Klima und Klimaschutz keine Grenzen. Ein Beispiel für die interkontinentale Zusammenarbeit liefert etwa die CO2-Kompensation, die bisher hauptsächlich im Rahmen von Umweltschutzprojekten im globalen Süden geschieht. Der Ansatz ist weder ideal noch unumstritten, umso wichtiger scheint mir der Austausch mit Personen aus betroffenen Ländern.

Wo werden Sie sonst noch teilnehmen, welchen Programmpunkt würden Sie dem Publikum empfehlen?

Spannung verspricht am Samstagnachmittag in der Lokremise das Club-of-Rome-Panel «Envisioning A Global Sustainable Future» mit hochkarätigen Teilnehmern wie dem UNO-Vertreter Pushpam Kumar, dem St.Galler Politikprofessor Christoph Frei oder Zack Exley, der den demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten Bernie Sanders beraten hat.

Nachhaltigkeit und oikos in Ehren, aber Konferenzen produzieren halt doch nur Worthülsen. Und der Slogan «Rethink to react» könnte auch über dem WEF stehen. Was entgegnen Sie auf solcherart Kritik?

Der Vergleich mit dem WEF hinkt massiv. Bei den Organisierenden der oikos Konferenz handelt es sich um Studierende, die keinerlei wirtschaftliche Interessen verfolgen und die ganze Arbeit ehrenamtlich leisten. Die langjährigen Initiativen des studentischen Vereins haben an der Universität St.Gallen bereits viel bewirkt, von der Einführung klimafreundlicher Mensamenus bis zur Veränderung des Vorlesungsangebots.

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