OhO so erfolgreich wie noch nie: 2,27 Millionen Franken für Spendenaktion Ostschweizer helfen Ostschweizern

Erstmals hat «Ostschweizer helfen Ostschweizern» über zwei Millionen Franken für Bedürftige in der Region gesammelt. Vereinspräsidentin Barbara Benz zeigt sich dankbar für jede einzelne Spende. Darunter ist auch eine Erbschaft über eine viertel Million Franken.

Katharina Brenner
Drucken
Teilen
Barbara Benz präsidiert den Verein Ostschweizer helfen Ostschweizern.

Barbara Benz präsidiert den Verein Ostschweizer helfen Ostschweizern.

Urs Bucher

Eine Frau schreibt: «Dieser Tiefkühler bedeutet mir sehr viel. Somit kann ich Suppen und Aktionen einfrieren, da ich enorm eingeschränkt haushalten muss.» Auf anderen Karten bedanken sich Begünstigte für Unterstützung bei Halbtax- oder Zonenabos: «Jetzt kann ich für ein ganzes Jahr in Ruhe zur Schule gehen», schreibt ein Mädchen. Ein Mann bedankt sich für den Beitrag an seinen Zahnarztkosten.

«Als ich euren Brief gelesen habe, hatte ich Tränen in den Augen vor Freude.»

Die Dankeskarten und -briefe, welche den Verein «Ostschweizer helfen Ostschweizern» (OhO) in den vergangenen Wochen erreicht haben, füllen eine ganze Kiste. Ob ein Zustupf für Winterkleidung, Kitagebühren oder Musikunterricht: «Die bewilligten Gesuche zeigen die Bandbreite der Unterstützung, die OhO leistet. Jüngere und ältere Personen, Alleinstehende und Familien können in Not geraten», sagt Vereinspräsidentin Barbara Benz.

«Eine unglaubliche Wertschätzung»

Zum fünfzehnten Mal bereits haben das St.Galler Tagblatt, seine Regionalausgaben sowie TVO und FM1 die Weihnachtsaktion durchgeführt. Dass sich OhO etabliert hat, zeigt nicht zuletzt die Spendensumme, die von Jahr zu Jahr wächst. Nun hat sie erstmals die Marke von zwei Millionen Franken überschritten. Insgesamt 2,27 Millionen Franken hat OhO dieses Jahr gesammelt. Rund 400'000 Franken mehr als im vergangenen Jahr. «Wir sind sehr dankbar für jede einzelne Spende», sagt Barbara Benz. Unter den Spenden war in diesem Jahr eine aussergewöhnlich hohe: eine Erbschaft von einer Viertelmillion Franken. «Wir betrachten das als unglaubliche Wertschätzung gegenüber OhO.»

Barbara Benz, OhO-Vereinspräsidentin

Barbara Benz, OhO-Vereinspräsidentin

Urs Bucher

Gut 2000 Gesuche haben die 16 Beiräte geprüft. Damit bewegt sich die Zahl auf Vorjahresniveau. Über 80 Prozent der Gesuche habe der ehrenamtlich arbeitende Beirat nach eingehender Prüfung bewilligt, so Benz. Der Verein sei dankbar für die finanzielle Reserve, die er nun hat. «So können wir im neuen Spendenjahr möglichst viele Beträge noch vor Weihnachten überweisen. Denn OhO möchte ein Weihnachtsgeschenk der besonderen Art sein.» Die meisten Spenden gehen ab Mitte November und im Dezember ein. Das Spendenkonto bleibt das ganze Jahr über offen. Gesuche können Privatpersonen und Hilfswerke im Oktober und November 2020 einreichen. Die Begünstigten müssen ihren Wohnsitz jeweils in den Kantonen St.Gallen, Thurgau oder den beiden Appenzell haben.

Gesundheitskosten und Verlust der Arbeitsstelle

Besondere Schicksale aus diesem Spendenjahr möchte Barbara Benz nicht hervorheben. Hinter jedem Gesuch stecke eine individuelle Geschichte.

«Diese Geschichten zeigen, wie schnell ein Mensch in finanzielle Not geraten kann.»

Häufig seien Krankheiten der Grund dafür. Betroffene können die damit verbundenen Gesundheitskosten nicht mehr alleine stemmen oder verlieren aus gesundheitlichen Gründen ihre Arbeitsstelle. «Zum Glück muss in der Schweiz niemand Hunger leiden oder auf der Strasse leben. Aber trotz unserer guten Sozialwerke gibt es Menschen, die Hilfe brauchen», sagt Barbara Benz. Diesen Menschen möchte OhO helfen.

So können Sie spenden:

https://www.tagblatt.ch/oho

St.Galler Kantonalbank, IBAN: CH16 0078 1600 1582 4200 0

Mehr zum Thema