OhO hilft Personen, die durch die Coronapandemie in Not geraten

Eigentlich ist die Spendenaktion Ostschweizer helfen Ostschweizern in der Vorweihnachtszeit aktiv. Doch diese aussergewöhnliche Situation erfordert aussergewöhnliche Hilfe, sagt Vereinspräsidentin Barbara Benz.

Katharina Brenner
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Lebensmittelgutscheine sind eine erste Hilfe.

Lebensmittelgutscheine sind eine erste Hilfe.

Salvatore Di Nolfi / KEYSTONE

«Bei Lebensmitteln und Mieten helfen wir besonders häufig», sagt Philipp Holderegger, Geschäftsführer Caritas St. Gallen-Appenzell.

«Wenn jemand an der Migros-Kasse plötzlich nicht mehr zahlen kann, ist es ernst.»

Eine erste Hilfe sei dann beispielsweise ein Lebensmittelgutschein über 30 Franken. Holderegger und sein Team unterstützen Personen, die in der Coronakrise in finanzielle Not geraten sind. Weil sie ihren Job verloren haben oder weniger Stunden arbeiten.

Philipp Holderegger, Geschäftsführer Caritas St. Gallen-Appenzell

Philipp Holderegger, Geschäftsführer Caritas St. Gallen-Appenzell

Urs Bucher

85 Familien haben seit Ausbruch der Pandemie bereits von dieser Hilfe profitiert. Insgesamt wurden 120000 Franken gesprochen. Das Geld kommt von der Spendenaktion Ostschweizer helfen Ostschweizern (OhO). Träger der Aktion sind das St. Galler Tagblatt, seine Partnerzeitungen, Radio FM1 sowie das Ostschweizer Fernsehen TVO.

Aussergewöhnliche Hilfe in aussergewöhnlicher Lage

Eigentlich können jedes Jahr ausschliesslich im Oktober und November Gesuche eingereicht werden. «Doch diese aussergewöhnliche Situation erfordert aussergewöhnliche Hilfe», sagt OhO-Vereinspräsidentin Barbara Benz. Deshalb ist der Verein in diesem Jahr bereits im Frühjahr aktiv geworden.

«OhO möchte Menschen in Not helfen. Und die Coronakrise hat einige Menschen unerwartet in eine sehr schwierige Situation gebracht.»

Die Corona-Nothilfe von OhO richtet sich an Personen, die ihren Lebensmittelpunkt in der Ostschweiz haben. Sie dürfen vor der Pandemie keine Sozialhilfe bezogen haben. Anträge können über Beratungsstellen und Hilfswerke eingereicht werden. Personen, die durch die Coronakrise in Not geraten sind, können sich beispielsweise an die Sozialen Dienste ihrer Gemeinde oder an die Sozialdienste ihrer Kirchgemeinden wenden.

Caritas bearbeitet Gesuche nach Richtlinien der Spendenaktion

Barbara Benz, OhO-Vereinspräsidentin

Barbara Benz, OhO-Vereinspräsidentin

Urs Bucher

OhO verfüge über ein ausreichend finanzielles Polster, um den Start der nächsten Spendenaktion nicht zu gefährden, sagt Vereinspräsidentin Benz. Weil sich die OhO-Beiräte temporär in der Vorweihnachtszeit für OhO engagierten und das Jahr über anderen beruflichen Aufgaben nachgehen, habe sich der Verein für die Zusammenarbeit mit der Caritas entschieden. «Sie kann die Gesuche in dieser schwierigen Zeit schneller bearbeiten.» Und unbürokratische Hilfe sei das grosse Anliegen der Corona-Nothilfe von OhO, so Benz. Die Caritas bearbeitet die Gesuche nach den OhO-Richtlinien.

Geschäftsführer Philipp Holderegger kennt die Kriterien von OhO und das Anliegen der Spendenaktion gut. Er ist langjähriges Mitglied im OhO-Beirat. Holderegger ist überzeugt, dass die Anträge in den kommenden Wochen zunehmen werden. «Einige haben im April ihren Job verloren oder spüren die Folgen der Kurzarbeit inzwischen deutlich.» Das Geld könnte bald nicht mehr reichen.

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