Bischofszell
Kompass-Arbeitsintegration in Bischofszell zieht eine positive Bilanz

Im zweiten Quartal dieses Jahres war die Vermittlungsquote der Arbeitsintegration sehr hoch. Während des Programmbesuchs bei Kompass erhielten sechsmal mehr Personen eine Festanstellung als in den drei folgenden Monaten.

Redaktion
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Joachim Brunnschweiler, Verantwortlicher für die Werkstätten, und Marcel Rüegger, Geschäftsführer, sind zufrieden mit dem Ergebnis der letzten Monate.

Joachim Brunnschweiler, Verantwortlicher für die Werkstätten, und Marcel Rüegger, Geschäftsführer, sind zufrieden mit dem Ergebnis der letzten Monate.

Bild: PD

Personen auf Stellensuche arbeiten im Normalfall drei Monate bei Kompass. In dieser Zeit werden sie auch bei der Stellensuche intensiv unterstützt, wie der Verein Kompass in einer Medienmitteilung schreibt. Die Auswertung des Thurgauer Amts für Wirtschaft zeigt, dass der Vermittlungserfolg in dieser Zeit bedeutend höher ist als nachher, wenn die Stellensuchenden wieder auf sich alleine gestellt sind.

Das freut Kompass-Geschäftsführer Marcel Rüegger: «Die Integrationsquote ist dank unseres Vermittlungsengagements sechsmal höher. Wir konnten auch im dritten Quartal nochmals 52 Personen weitervermitteln – trotz niedriger Arbeitslosigkeit.» Arbeitsintegration sei und bleibe ein wichtiger Pfeiler der Wirtschaft.

Chancen sind so gut wie kaum zuvor

Kompass Arbeitsintegration beschäftigt die Programmteilnehmenden nicht nur in den acht gewerblichen und industriellen Abteilungen, sondern schult und trainiert Erwerbslose mit Kursen, persönlicher Begleitung und Coaching.

Dies sei gerade in der heutigen Zeit besonders wichtig, sagt Joachim Brunnschweiler, Verantwortlicher für die Werkstätten in der Geschäftsleitung. Die Förderangebote von Kompass seien sehr vielfältig und würden deshalb individuell für die Teilnehmenden ausgewählt und angepasst. «Wenn die Personen mitmachen, ist die Integrationschance hoch. Die momentan sehr gut laufende Wirtschaft erhöht die Integrationschance auch für Menschen, die sonst eine eher schlechte Perspektive haben», sagt Brunnschweiler. Geschäftsführer Marcel Rüegger fügt an:

«Wer die üblich geforderten Schlüsselqualifikationen mitbringt, findet zurzeit sehr gut eine neue Anstellung. Schon lange nicht mehr so gut wie heute.»

Mit der erfreulich tiefen Thurgauer Arbeitslosenquote von aktuell 1,8 Prozent steigen die Anforderungen an Integrationsprogramme und Vermittelnde. Einen grossen Teil dieser Sockelarbeitslosigkeit machen Personen mit einem Defizit aus. Das können mangelnde Deutschkenntnisse, körperliche Einschränkungen oder eine zusätzliche Krise sein, die einer Integration im Wege stehen.

Das stellt Integrationsberatende und Coaches zum Teil vor grosse Herausforderungen. Kompass merke die Sockelarbeitslosigkeit auch in der Produktion, sagt Rüegger: «Arbeiten, die früher gut erledigt werden konnten, sind mit den zunehmend schlechter qualifizierten Personen, die jetzt noch integriert werden müssen, zum Teil nur noch schwer oder nicht mehr zu bewältigen.»