Oberstufenreform bleibt umstritten

Das Konzept Oberstufe 2012 und die Berufssituation der Lehrkräfte stehen im Interesse der St. Galler Sekundarlehrer. Deutlich wurde das an ihrer Jahresversammlung in Sargans.

Ruedi Stambach
Drucken
Teilen

sargans. An der Jahresversammlung der Sekundarlehrkräfte des Kantons St. Gallen konnte der Präsident Markus Waser eine grosse Zahl von aktiven und ehemaligen Kolleginnen und Kollegen begrüssen. Die Anwesenheit von Regierungsrat Stephan Kölliker, verschiedenen Erziehungsräten sowie Vertretungen diverser Organisationen unterstrich die Bedeutung des Anlasses.

Umstrittene Oberstufenreform

Im Zentrum des Jahresberichts von Markus Waser stand die Vernehmlassung zum Lehrplan 21 und zum Konzept «Oberstufe 2012». Während die Meinungen zum Lehrplan 21 mehrheitlich positiv waren, gingen jene zur künftigen Oberstufenstruktur teilweise weit auseinander. Immerhin wurde eine Tendenz deutlich. Es liegt den Sekundarlehrkräften aus pädagogischen Gründen daran, dass Organisationsformen gewählt werden, in denen grössere Pensen im gleichen Klassenverband unterrichtet werden können.

In diesem Punkt stimmen sie auch mit den Ausführungen des Chefs des Bildungsdepartements überein.

Intensive Verhandlungen sind auch im Zusammenhang mit dem Personalgesetz und der Pensionskasse in Gang. Eine gute Regelung dürfte eine der Massnahmen sein, um dem drohenden Lehrermangel zu begegnen. Seitens der Lehrer werden die verschiedentlich von Regierungsrat Stephan Kölliker geäusserten Bekenntnisse gerne gehört, dass man den Lehrkräften den Rücken stärken wolle.

Unterstützung durch den Chef

Stärkung und Unterstützung der Lehrpersonen thematisierte Regierungsrat Kölliker in seiner Ansprache. Er drückte Anerkennung und Wertschätzung für die Arbeit der Lehrkräfte des Kantons St. Gallen aus. Das Bildungswesen sei auf einem guten Stand. «Aber das Bild in der Öffentlichkeit von Lehrer und Schule muss noch positiver werden», sagte Kölliker.

Die Belastung der Lehrkräfte durch Reformen solle zudem reduziert werden, das Augenmerk gelte dem bereits Erreichten. Kölliker betonte, dass die Erziehungsverantwortung bei den Eltern liege und die Schule vor allem Unterstützung zu leisten habe. Dass im Kanton gespart werden müsse, sei unbestritten. «Die Schulqualität darf aber nicht darunter leiden», sagte Kölliker.

Hansjörg Bauer vom Kantonalen Lehrerverein wies auf den sich abzeichnenden Lehrermangel hin und mahnte, die Arbeitsbedingungen in verschiedenen Bereichen zu verbessern. Das neue Personalgesetz drohe die Berufssituation jedoch eher zu verschlechtern.

Ironisches zum Lehrplan 21

Ironische Worte bekamen die Sekundarlehrer vom Delegierten des Verbandes Lehrer Schweiz zu hören: Er befürchte, die Lehrer seien zu dumm, den neuen Lehrplan 21 zu verstehen. Unmissverständlich äusserte er sich zum Thema Integration.

«Wer Ungleiches einfach gleich behandle, sei ungerecht. Gute Integration brauche deshalb Ressourcen und sei kein Sparmodell.»

Zum Abschluss wurde ein Antrag der mathematischen Fachrichtung, dass der Stoff-Umfang bei der Aufnahmeprüfung an die Mittelschulen nicht erhöht werden soll, mit deutlichem Mehr angenommen.

Aktuelle Nachrichten