«Oben ohne ist Pflicht»

2013 erscheint der Boys-Bauernkalender in der fünften Ausgabe. Auch zwei Ostschweizer sind dabei: Ruedi Leuzinger aus Niederbüren und Ruedi Thoma aus Walzenhausen.

Maria Kobler-Wyer
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Ruedi Thoma (Bild: Picasa)

Ruedi Thoma (Bild: Picasa)

Oben ohne, in den Händen eine Motorsäge: So zeigte sich der 21jährige Ruedi Leuzinger beim Casting für den neuen Bauernkalender der Boys. «Wir haben zu Hause selber einen Wald», sagt der Landwirt aus Niederbüren. «Deshalb habe ich mit der Säge posiert.» Er führt zusammen mit seinem Vater einen Hof mit 45 Milchkühen, 50 Mastkälbern und 30 Hektaren Weideland. Am besten gefällt dem Single-Mann die Arbeit mit den Tieren. Daneben arbeitet der St. Galler noch Vollzeit als Elektriker. Und Freizeit? «Habe ich genug», sagt er. «Ich trainiere dreimal wöchentlich im Geräteturnen, nehme auch an Wettkämpfen teil.» Seine Aktivkarriere als Schwinger musste der Kalender-Boy verletzungsbedingt aufgeben. Heute schwingt er nur gelegentlich.

Wie er für den Kalender fotografiert wird, weiss er noch nicht. «Ich lasse mich überraschen», sagt Leuzinger. «Am besten ist, wenn ich sexy aussehe.»

«Ich will nicht protzig wirken»

Ruedi Thoma aus Walzenhausen hat bereits Erfahrung mit Shootings. Für die erste Ausgabe des Bauernkalenders im Jahr 2009 posierte er als Fischer, der aus einem See stieg. «Ich habe durchwegs positive Rückmeldungen erhalten», sagt der Chefmonteur. Durch das Shooting in Melchsee-Frutt habe er zudem eine Stelle als Allrounder in einem Bergrestaurant erhalten. «Ich habe viele neue Leute kennengelernt und Erfahrungen gesammelt», sagt er. «Die Teilnahme hat mir Spass gemacht und öppa a Töörli uuftuä.»

Dennoch hat sich der 30-Jährige genau überlegt, ob er die erneute Anfrage der Kalendermacher annehmen soll. «Ich habe mich mit meiner Freundin und meinen Schwestern beraten», sagt der Ausserrhoder. «Als man mich telefonisch kontaktierte und mich bat, wieder am Shooting teilzunehmen, wusste ich erst nicht, ob ich zusagen sollte, da ich nicht protzig wirken wollte.» Die guten Erinnerungen haben aber überwogen.

«Bauer zu sein ist nicht einfach»

Im Jahr 2013 wird Ruedi ein zweites Mal auf einem Kalenderblatt zu sehen sein. Im selben Jahr erscheint in Deutschland und Frankreich eine Best-of-Ausgabe der letzten fünf Jahre. Auf diesem wird er mit seinem ersten Kalenderbild auf der Titelseite zu sehen sein.

Neben seinem Vollzeitjob als Chefmonteur bei einer Metallbaufirma hilft Ruedi Thoma seinen Eltern tatkräftig bei der Stallarbeit. Sie betreiben Milchwirtschaft und Kälbermast. Thoma könnte sich ein Leben auf dem Hof vorstellen. Noch steht aber nicht fest, ob der 30-Jährige oder sein jüngerer Bruder den Betrieb übernehmen wird. «Mit dem Bauerngut kann man nur eine Familie ernähren», sagt er. «Meine Freundin wäre nicht abgeneigt. In der heutigen Zeit ist es nicht einfach, Bauer zu sein. Es braucht viel Wille und Ehrgeiz.»

«Mir ist nie langweilig»

In seiner Freizeit engagiert sich Ruedi Thoma in der Gemeindefeuerwehr und im Turnverein Walzenhausen, fährt Velo und Töff und fliegt Gleitschirm. «Langweilig wird es mir nie», sagt er. «Manchmal wäre es mir lieber, ich hätte weniger los.» Zurzeit steht auf dem Hof die «Heuätä» an. Bereits Ende Monat – vom 30. Juni bis 1. Juli – findet das Shooting für den Bauernkalender statt. «Am liebsten würde ich mit einer Sense oder mit einer Heugabel beim Heuabladen fotografiert werden», sagt der Walzenhauser. «Oben ohne ist Pflicht, am liebsten nicht nur in Unterhosen.»

Ruedi Leuzinger (Bilder: pd)

Ruedi Leuzinger (Bilder: pd)

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