Obdachloser zu Freiheitsstrafe verurteilt

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Obergericht Wegen versuchter eventualvorsätzlicher Tötung hat das Thurgauer Obergericht einen Obdachlosen zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt und die kleine Verwahrung bestätigt. Der 64-Jährige hatte einen Mitbewohner in einem Basler Männerwohnheim angegriffen. Der Mann, der jahrelang auf der Strasse lebte und manchmal in Notunterkünften wohnte, soll vor gut vier Jahren mit einer 15 Zentimeter langen Klinge eines Dreikantschabers auf den Oberkörper des Mitbewohners eingestochen haben. Der Angeklagte habe den Mann töten wollen, sagte die Staatsanwältin vergangenen Juni vor dem Bezirksgericht Weinfelden. Das Opfer sei nur durch Zufall nicht lebensgefährlich verletzt worden.

Vater soll beim Geheimdienst gewesen sein

Das Thurgauer Obergericht bestätigte das Urteil des Bezirksgerichts teilweise und verschärfte die Strafe um ein halbes Jahr. Der Beschuldigte wurde wegen eventualvorsätzlicher Tötung, Veruntreuung und Brandstiftung schuldig gesprochen. Vom Vorwurf der mehrfachen falschen Anschul­digungen wurde er freigesprochen. Ein Verfahren wegen ein­facher Körperverletzung stellte das Obergericht ein. Eine Genug­tuungsforderung, weil der Beschuldigte seiner Ansicht nach zu lange im Gefängnis sass, wies das Gericht ab. Die stationäre Massnahme, die sogenannte kleine Verwahrung, wurde bestätigt. Laut einer Gutachterin leidet der Mann an einer chronisch paranoiden Schizophrenie. Er bilde sich ein, sein Vater habe beim Geheimdienst gearbeitet. Er glaube, er werde verfolgt und müsse sich verteidigen. Das Rückfallrisiko sei hoch. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (sda)