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Warum sind hunderte Bachforellen im Appenzeller Rödelbach gestorben? Amt für Umwelt rätselt über die Ursache

Hunderte Bachforellen sind letzte Woche im Rödelbach zwischen Eggerstanden und Appenzell auf einer Strecke von zwei Kilometern Bachlauf verendet. Weshalb, das wird jetzt untersucht. Und vielleicht nie aufgeklärt.
Christa Kamm-Sager
Ertragen keine Hitze und keine Giftstoffe: Bachforellen sind empfindliche Tiere. (Archivbild)

Ertragen keine Hitze und keine Giftstoffe: Bachforellen sind empfindliche Tiere. (Archivbild)

Der Fischer, der die toten Bachforellen am Donnerstag im Rödelbach entdeckte, geht davon aus, dass die Tiere da schon etwa 24 Stunden lang tot waren. Auch Fischereiververwalter Ueli Nef ist zu diesem Schluss gekommen.

Zu spät, um die Ursache für das Massensterben herauszufinden? «Es könnte tatsächlich schwierig werden», sagt Franziska Wyss, Leiterin des Amts für Umwelt in Appenzell Innerrhoden. «Wir haben zwar Wasserproben aus dem Rödelbach entnommen, aber ob diese uns so viele Stunden später noch zum Grund des Fischsterbens hinführen, ist fraglich.»

«Fische sind sehr empfindliche Lebewesen»

Fischereiverwalter Ueli Nef sagt: «Da der Bach sauberes Wasser nachspült, kann es nach mehreren Stunden schwierig werden, eine Verschmutzung nachzuweisen.» Wenn bei toten Fischen der Verwesungsprozess bereits fortgeschritten sei, finde man keine deutlichen Hinweise mehr.

Diese Information ist auch beim Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin der Universität Bern zu erfahren, das Todesursachen bei Tieren abklärt: Eine vollständige Untersuchung ist nur bei erkrankten oder lebenden Fischen möglich. Fischkadaver würden innerhalb weniger Stunden verderben, vor allem wenn sie im Wasser liegen bleiben, heisst es auf einem Merkblatt.

«Fische sind sehr empfindliche Lebewesen», führt Franziska Wyss weiter aus. «Hohe Temperaturen ertragen sie schlecht, genauso wie Giftstoffe im Wasser.» Hitze als mögliche Todesursache schliesst die Amtsleiterin dennoch eher aus. Die Temperatur im Rödelbach betrage aktuell 22 Grad an der Oberfläche. Das sei zwar hoch und bereits im Stressbereich für die Fische, doch gleich zu einem Massensterben sollte diese Temperatur nicht führen. Fischereiaufseher Ueli Nef doppelt nach:

«Für Forellen liegt der optimale Temperaturbereich zwischen 4 und 19 Grad . Darüberliegende Temperaturen führen zu Stress.»

Ab etwa 26 Grad sei die Wassertemperatur für Bachforellen tödlich. Nef: «Der Rödelbach führte an diesem Abend noch genügend Wasser und es gibt zahlreiche beschattete Stellen, an denen sich kleine Wasserkolke bilden.»

Güllen wegen heissen Temperaturen verboten

Im Moment sei wegen des heissen Sommerwetters güllen auf den Wiesen in Innerrhoden verboten, so Franziska Wyss, vom Amt für Umwelt. Deshalb könne eher ausgeschlossen werden, dass Gülle in den Bach gelangt sei. Franziska Wyss:

«Was Fische generell sehr schlecht ertragen, sind beispielsweise Farbe, Pinselreiniger, Lösungsmittel oder ähnliches. »

Für Fischereiverwalter Nef ist klar, dass es bei der verhältnismässig hohen Wassertemperatur sonst nicht mehr viel leiden mag: «Bei 11 Grad Wassertemperatur wäre es trotz eines Fremdstoffes im Bach vielleicht nicht zu einem Massensterben der Bachforellen gekommen.» Warmes Wasser binde deutlich weniger Sauerstoff als kaltes Wasser. Die Fische seien dann geschwächt und es könne für sie dann schneller kritisch werden.

Fischsterben gebe es vermutlich «häufiger als man denkt» und die Dunkelziffer sei nicht unerheblich. Auch in diesem aktuellen Fall hätte es sehr gut sein können, dass niemand die toten Fische bemerkt hätte hinter den Sträuchen und Büschen des Rödelbachs.

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