Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Nazi-Silberschiffe aus St.Galler Museum für 300'000 Franken versteigert

Für umgerechnet 295 000 Franken sind am Mittwoch zwei silberne Pokale in Segelschiff-Form aus einer Silbersammlung aus dem Historischen und Völkerkundemuseum St.Gallen in London versteigert worden.
Christoph Zweili

Das Historische und Völkerkundemuseum St.Gallen arbeitet seit 2010 die Herkunft seiner Objekte auf. Unter die Lupe genommen wurde auch eine Silbersammlung, die das Museum 1967 von Transportunternehmer Giovanni Züst geschenkt bekommen hatte. Zwei Silberpokale in Form von Segelschiffen haben sich als Raubkunst aus der Zeit des Nationalsozialismus erwiesen.

Am 6. November 2017 gab das Historische und Völkerkundemuseum St.Gallen den Erben der jüdischen Kunstsammlerin Emma Budge zwei silberne Pokale in Segelschiff-Form zurück. Am Mittwoch sind die beiden Pokale, die aus dem 17. Jahrhundert stammen, im Auktionshaus Sotheby’s in London versteigert worden, wie das Museum mitteilt: der eine für 100 000 Pfund, der andere für 118 750 Pfund. Umgerechnet ergibt das eine Gesamtsumme von rund 295 000 Franken. Mit diesem Betrag war ungefähr zu rechnen gewesen. Das Geld wird unter den 38 Erbberechtigten verteilt: 35 Privatpersonen und 3 Stiftungen.

Die beiden Pokale gehören zur Silbersammlung, die der Tessiner Transportunternehmer Giovanni Züst 1968 dem St. Galler Museum geschenkt hat.

Die beiden Silberpokale, die als Raubkunst identifiziert worden sind. (Bild: PD)

Die beiden Silberpokale, die als Raubkunst identifiziert worden sind. (Bild: PD)

Bei der Aufarbeitung dieser Silbersammlung hatte sich herausgestellt, dass es sich bei den beiden Pokalen eindeutig um NS-Raubkunst handelt. Das Museum hatte sich daraufhin aus freien Stücken zur entschädigungslosen Rückgabe an die Erbberechtigen entschlossen. In der Ostschweiz ist diese Restitution von NS-Raubkunst eine der ersten überhaupt, dem Historischen und Völkerkundemuseum bescherte sie nationale Medienpräsenz. Damit war sie eine gute Möglichkeit, mit einem konkreten Fall für die Thematik «NS-Raubkunst» zu sensibilisieren.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.