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Bauvorhaben am Spital Altstätten: Schwachstellen, Nachteile und Defizite - Note ungenügend

Zwei Gutachten kritisieren das Bauvorhaben am Spital Altstätten. Die Ergebnisse werden zu einem ungünstigen Zeitpunkt publik: Der Rheintaler Spitalstandort wankt.
Regula Weik
Stangen und Visiere beim Eingang zum Spital Altstätten. (Bild: Benjamin Manser)

Stangen und Visiere beim Eingang zum Spital Altstätten. (Bild: Benjamin Manser)

Altstätten, Grabs, St.Gallen, Uznach, Wattwil: An diesen fünf Spitalstandorten soll umgebaut, saniert, erneuert und erweitert werden. So hat es die St.Galler Bevölkerung im November 2014 an der Urne entschieden. An vier der fünf Orte sind die Bagger inzwischen aufgefahren. Nicht so in Altstätten. Die dortigen Bauvorhaben sind blockiert – wegen Einsprachen. Inzwischen droht neues Ungemach. Seit der Spitalverwaltungsrat im Frühsommer davon gesprochen hat, die stationären Leistungen an vier Standorten im Kanton – Grabs, St.Gallen, Uznach, Wil – zu konzentrieren, geht in Altstätten die Angst um, dass in der Stadt dereinst gar kein Spital mehr stehen könnte.

Der Altstätter Stadtrat hat denn auch postwendend reagiert; er fordert von den nun anstehenden vertieften Abklärungen von Spitalverwaltungsrat und Regierung «klare und nachvollziehbare Aussagen dazu, weshalb die bisherige zukunftsträchtige Strategie plötzlich keine Zukunft mehr haben soll». Die aktuellen Vorschläge seien eine «völlige Umkehr» der bisherigen St.Galler Spitalstrategie.

Lange Liste von Schwachstellen

Neue Brisanz erhalten im aktuellen Kontext zwei Gutachten zum Spital Altstätten. In Auftrag gegeben hatte sie der Spitalverwaltungsrat – vor einem Jahr. Die Ergebnisse wurden nie öffentlich gemacht. Die Urteile der Gutachten über die Bauvorhaben in Altstätten ist vernichtend. Es werden zahlreiche Schwachstellen, Nachteile und Defizite aufgelistet. Das heutige Spitalgelände sei zu klein, um optimale Betriebsabläufe zu ermöglichen. Und auch das Vorhaben, den bestehenden Bettentrakt zu erhalten und ins Neubauprojekt zu integrieren, erschwere den künftigen Betrieb. Die Rede ist etwa von zu langen Wegen im Bereich der Pflege.

Das eine Gutachten rät dringend davon ab, den Bettentrakt zu erhalten. Das Fazit des zweiten Gutachtens fällt nicht minder kritisch aus: «Für den gleichen Betrag und in der gleichen Zeit könnte ein betrieblich optimales Spital auf der grünen Wiese realisiert werden.» Durch den Wegfall der teuren Provisorien – sie machen fast zehn Prozent der Gesamtinvestitionen aus – und der Etappierung könne die Bauzeit verkürzt und die Zeit für die Neuplanung wettgemacht werden. Die Eröffnung würde sich somit nicht verzögern und könnte 2023 erfolgen. Die Variante eines Neubaus auf der grünen Wiese solle «zwingend nochmals vertieft» abgeklärt werden. Die Empfehlung der Gutachten: In einer Machbarkeitsstudie sollten Alternativen zum geplanten Bauprojekt geprüft werden.

Werden in Altstätten Steuergelder verschleudert?

Der Spitalverwaltungsrat hat dar­auf verzichtet. Bislang jedenfalls. Das geht aus der Antwort der Regierung auf einen Vorstoss der Freisinnigen im Kantonsparlament hervor. Nach Rücksprache mit dem Bau- und dem Gesundheitsdepartement habe der Spitalverwaltungsrat auf die Ausarbeitung einer Machbarkeitsstudie verzichtet, da die Gutachten «keine wesentlichen neue Erkenntnisse» hervorgebracht hätten, so die Regierung.

Die Freisinnigen waren mit dieser Antwort der Regierung nicht zufrieden. Gemeinsam mit der SVP kritisieren sie in einer neuen Interpellation das «fragwürdige Gebaren» der Regierung. Bis heute sei nicht bekannt, ob sie auf die Gutachten reagiert und Sofortmassnahmen am Spitalstandort Altstätten ergriffen und «damit für die Steuerzahlenden Dutzende Millionen eingespart» habe. Die beiden Fraktionen fragen sich, ob in Altstätten «Steuergelder verschleudert» würden. Die Antwort der Regierung auf den aktuellen Vorstoss von FDP und SVP steht noch aus.

Wie es mit dem Spital Altstätten weitergeht, steht derzeit in den Sternen. Klar ist einzig: Die Altstätterinnen und Altstätter werden nicht so rasch eine Antwort auf die drängende Frage zur Zukunft ihres Spitals erhalten. Eine neue Spitalbotschaft wird frühestens 2020 im Kantonsparlament beraten; das haben Spitalverwaltungsrat und Regierung an ihrer gemeinsamen Information Anfang Monat festgehalten. Der Altstätter Stadtrat will sich auf ­jeden Fall «entschieden» für den Spitalstandort einsetzen. Das vor 200 Jahren gegründete Spital musste bereits 2006 Federn lassen; damals wurde die Frauen­klinik eingestellt.

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