Noch müssen Alternativen her

Der Wetterumschwung aufs Jahresende lässt die Ostschweizer Bergbahnbetreiber wieder auf Schneefall hoffen. Bis es aber tatsächlich so weit ist, bleiben alternative Programme wie Wandern, Eislaufen oder Schlitteln im Fokus.

Samuel Koch
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Schlittschuhlaufen auf dem Wangsersee im Skigebiet Pizol. (Bild: Pizolbahnen)

Schlittschuhlaufen auf dem Wangsersee im Skigebiet Pizol. (Bild: Pizolbahnen)

Der Dezember 2015 geht in die meteorologischen Geschichtsbücher ein. Gemäss MeteoNews AG war er schweizweit der mildeste seit Messbeginn 1864. Das Thermometer zeigte durchschnittlich über drei Grad mehr an als in den Jahren zuvor. Auf dem Säntis übertraf es die Norm gar bis zu sechs Grad. In St. Gallen schien die Sonne mehr als die Hälfte so viel.

Mit Blick auf den heutigen Jahreswechsel wurde wegen der Trockenheit vielerorts vor dem Abbrennen von Feuerwerk gewarnt. Auf der Alpensüdseite wurde wegen der Waldbrandgefahr gar ein Feuerverbot verhängt.

Bald Schneefall in Sicht

Auf das Jahresende verabschiedet sich das lang anhaltende Hoch und sorgt nun für einen Wetterwechsel. «Heute nachmittag erreicht eine erste Front die Ostschweiz», sagt Roger Perret von MeteoNews. Diese bringe über der Grenze von 1000 Metern über Meer einige Zentimeter Neuschnee. «Die Menge dürfte den Bergbahnbetreibern aber vorerst nicht gross helfen», relativiert er.

Der Schneemangel in den Ostschweizer Skigebieten wird wohl noch bis zum ersten Januarwochenende bestehen bleiben. «Ab dann werden die Fronten aktiver», sagt Perret. Zwar bleibe das Flachland vorerst ohne Schnee, «in höheren Lagen nimmt die Wahrscheinlichkeit für Neuschnee aber stetig zu».

Eisfläche auf über 2000 Metern

In den St. Galler Skigebieten haben die warmen Temperaturen ihre Spuren hinterlassen. Vielerorts lassen sie sich nebst Skifahren alternative Angebote einfallen. So bieten die Pizolbahnen ihren Gästen erstmals die Möglichkeit, auf dem Wangsersee auf über 2200 Metern über Meer Schlittschuh zu laufen. «Auch der Panorama-Höhenweg ist in den vergangenen Tagen stark frequentiert», sagt Marketingleiter Simon Meyer. Am Pizol ist Skifahren zurzeit nur auf acht von 23 Pisten möglich. «Wir sagen den Gästen, dass sie nicht gerade die neusten Ski mitnehmen sollen.» Trotzdem seien die Rückmeldungen vorwiegend gut. «Vielleicht hat das mit den geringeren Erwartungen zu tun», sagt Meyer.

Kletterturm und Schlittelbahn

Alternativen sind auch bei den Bergbahnen Flumserberg gefragt. «Wir betreiben noch bis Sonntag das <Festtag-Special>», sagt Marketingleiterin Katja Rupf. Mit dem Kletterturm, einer Rössli-Kutsche oder der Schlittelbahn stehen Angebote zur Verfügung, die sonst nur im Sommer auf dem Programm stehen. Auch präsentiert sich der Seebensee schneefrei, so dass darauf erstmals seit 40 Jahren eine Eisbahn eröffnet werden konnte. In der «Flumsi» sind mit 20 von 65 Pistenkilometern nicht ganz ein Drittel der Pisten geöffnet. Laut Rupf tut das der Zufriedenheit aber keinen Abbruch – im Gegenteil: «Wir erhielten über die Festtage viele positive Rückmeldungen von zufriedenen Gästen.»

Auch die Bergbahnen Wildhaus zeigen sich trotz wenig Schnee «zufrieden». Marketingleiter Jürg Schustereit war gestern selber auf der Piste: «Die Besucher schätzen die verhältnismässig guten Pistenbedingungen.»

Verhalten optimistisch

Trotz der Wetterprognosen von MeteoNews bleibt Schustereit verhalten optimistisch: «Wie viel Schnee wann genau kommt, wissen wir nicht.» Auch die Verantwortlichen der Bergbahnen Pizol und Flumserberg bleiben vorsichtig. Die kälteren Temperaturen lassen aber zumindest wieder den Einsatz der Schneekanonen zu.

Klettern als Alternative zum Skifahren in der «Flumsi». (Bild: Bergbahnen Flumserberg)

Klettern als Alternative zum Skifahren in der «Flumsi». (Bild: Bergbahnen Flumserberg)

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