Noch kein echtes Geständnis

Die Polizei hat die Waffe gefunden, die beim Tötungsdelikt von St. Margrethen vermutlich benutzt wurde. Der Tatverdächtige sitzt nun in Untersuchungshaft – angeordnet sind drei Monate.

Sarah Gerteis
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ST. MARGRETHEN. «Der Tatverdächtige sagte gegenüber den Untersuchungsbehörden aus, dass er die Pistole auf der Autobahn A1 zwischen Rheineck und Rorschach weggeworfen hatte», heisst es in der Mitteilung der Kantonspolizei St. Gallen. Und tatsächlich: Am frühen Mittwochabend fand die Polizei die Waffe auf einem Grünstreifen neben der Autobahn, zwischen Anschluss Rheineck und Rastplatz Sulzberg. Die mutmassliche Tatwaffe wird nun von der Fachstelle Forensische Chemie und Technologie der Kantonspolizei untersucht.

Die Schüsse hat er zugegeben

Die Experten wollen herausfinden, ob mit der Pistole am Montagabend in St. Margrethen ein italienisches Ehepaar getötet wurde. Der 74jährige Mann und seine 67jährige Frau waren auf dem Vorplatz eines Mehrfamilienhauses erschossen worden. Der Mann verstarb noch am Tatort, die Frau erlag im Spital ihren Verletzungen. Wenige Stunden nach der Tat verhaftete die Polizei in Rorschach den mutmasslichen Täter, einen 41jährigen Schweizer.

Obwohl der Tatverdächtige die Polizei zur Waffe geführt hat, liegt laut Natalie Häusler, Mediensprecherin der St. Galler Staatsanwaltschaft, kein «klassisches Geständnis» vor. «Der Mann sagte in der ersten Einvernahme zwar, dass er geschossen habe. Er sagte aber nicht, auf wen und wo.»

Drei Monate Untersuchungshaft

Antworten soll nun die gefundene Pistole liefern. Der mutmassliche Täter sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft. Das Zwangsmassnahmengericht habe diese gestern nachmittag für drei Monate angeordnet, wie die Staatsanwaltschaft mitteilt.

Noch keine Angaben gibt es zum Motiv für die Bluttat. Dies sei Gegenstand der Untersuchungen durch Polizei und Staatsanwaltschaft. Zwischen dem Tatverdächtigen und den Opfern soll es mehrfach zu Streitereien und Drohungen gekommen sein. Der 41-Jährige hatte bis im Frühling 2012 im selben Mehrfamilienhaus wie das Ehepaar gewohnt.