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Noch ist das neue Spital nicht im Trockenen

Kommentar
Jesko Calderara

Eines zeigte sich am Podium zum ­geplanten neuen Spital deutlich: Die Zusammenhänge sind komplex. Fachbegriffe wie Base Rate oder Gemeinwirtschaftliche Leistungen erschweren es dem Laien, die Vor- und Nachteile des 41 Millionen Franken teuren Bauprojekts zu verstehen. Entsprechend viele Fragen beschäftigen die Menschen. Das wurde an der Podiumsdiskussion am Montagabend deutlich.

Insbesondere zwei umstrittene Punkte kristallisierten sich heraus: Der stationäre Teil und die Auswirkungen des Vorhabens auf den Notfalldienst. Frau Statthalter Antonia Fässler und Säckelmeister Thomas Rechsteiner setzten in der Diskussion stark auf die Eigenständigkeit des Kantons in der Spitalpolitik. Demnach sollen medizinische Leistungen wenn immer möglich vor Ort angeboten werden. Beim Innerrhoder Stimmvolk, das traditionell die Zügel selbst in der Hand halten will, könnten solche Argumente durchaus auf fruchtbaren Boden fallen. In diesem Zusammenhang stellt sich umgekehrt aber die Frage, wie eigenständig der Kanton tatsächlich ist. So lassen sich bereits heute zwei Drittel der Patienten in einem St. Galler oder Ausserrhoder Spital behandeln.

Auch die Gegner der Vorlage, die Grossratsmitglieder Monika Rüegg Bless und Jakob Signer, sprachen sich am Podium gegen eine Zentralisierung aus. Ihrer Ansicht nach ist aber eine bessere überregionale Spitalplanung und die Suche nach einem starken Partner für das Spital Appenzell zwingend. In Sachen Notfalldienst ist für die beiden Vertreter der Standeskommission klar: Ohne einen stationären Teil kann das Notfallangebot am Spital Appenzell nicht aufrechterhalten werden. Dann bleibt nur noch der hausärztliche Notfalldienst. Den Gegnern genügt dies. Sie halten einen 24-Stunden-Notfalldienst am Spital für nicht zwingend. In der Fragerunde zeigte sich: Die Skepsis gegenüber dem Spitalneubau ist gross. Gelingt es den Befürwortern in den nächsten Wochen nicht, diese Zweifel auszuräumen, könnte die Vorlage scheitern.

Jesko Calderara

jesko.calderara@ appenzellerzeitung.ch

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