Noch fehlt ein ausgereiftes Projekt

Anfang Woche hat der Nationalrat Geld für weitere Engpassbeseitigungen im Nationalstrassennetz freigegeben. In St. Gallen ist man sich uneinig, was das für das Projekt einer dritten A1-Röhre bedeutet.

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ST. GALLEN. Die St. Galler Nationalrätin Claudia Friedl (SP) hat sich in Bundesbern nach dem Planungsstand der dritten Röhre am Rosenbergtunnel und der Teilspange Güterbahnhof erkundigt. Gemäss Mitteilung der städtischen SP habe Bundesrätin Doris Leuthard darauf hingewiesen, dass das Projekt noch «keinen ausreichenden Projektierungsstandard» erreicht und der Bundesrat es «noch nicht zur definitiven Freigabe» beantragt habe. Derzeit planten die kantonalen und lokalen Behörden mit dem Bundesamt für Strassen die nächsten Schritte. Gerade deshalb ist es aus Sicht der SP wichtig, die Bevölkerung «so bald als möglich» zur geplanten Autobahnausfahrt am Güterbahnhof zu befragen. Die Volksinitiative sei zurzeit beim Stadtrat hängig.

Zweite Priorität bestätigt

Der VCS St. Gallen-Appenzell hatte in einer Mitteilung gewarnt: Von einer Bestätigung der dritten A1-Röhre im Nationalrat könne keine Rede sein. Der VCS reagierte damit auf die Aussagen der Befürworter des Ausbaus, welche die zusätzliche Milliarde für die Engpassbeseitigung im Nationalstrassennetz als Bestätigung des St. Galler Projekts interpretierten (Ausgabe vom 17.Juni). Nun meldet sich die IG Engpassbeseitigung nochmals zu Wort: Der Nationalrat habe zwar noch keine Mittel für die Engpassbeseitigung in St. Gallen gesprochen, «dazu fehlt noch das ausgearbeitete Projekt». Er habe aber die Prioritätensetzung des Bundesrates bestätigt, womit die dritte A1-Röhre in der zweiten Priorität bleibe. Projekte in dieser Priorität würden innerhalb der vorgesehenen Mittel realisiert.

Die Planung kann beginnen

Der VCS habe die Bedeutung des Beschlusses in St. Gallen kleingeredet, schreibt die IG weiter. So könne er davon ablenken, dass er zu den Mitverursachern der Stausituationen im Bereich der Leonhardsbrücke gehöre. Vor Jahren habe er sich dort mittels Einsprachen für eine unnötige Spurreduktion eingesetzt. «Auch dem VCS sollte es endlich gelingen, die verschiedenen Verkehrsträger nicht mehr gegeneinander auszuspielen, sondern in ihrer Funktion zu fördern.»

Mit den verfügbaren Geldern könnten Engpässe auf einer Länge von gut 100 Kilometern entschärft und Unfälle vermindert werden. Etwa eine halbe Milliarde sei für die dritte Röhre in St. Gallen vorgesehen. Nun könne die Planung beginnen. (lom)

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