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Kommentar

Neubau in Liechtenstein: Noch ein Spital zu viel

Die beiden grossen Parteien im Liechtensteiner Landtag haben schon vor längerem signalisiert, dass sie ein eigenständiges Landesspital erhalten wollen. Nun zieht die Regierung nach.
Silvan Lüchinger
Silvan Lüchinger

Silvan Lüchinger

Seit bald fünf Jahren gibt es im Landesspital des Fürstentums keine Geburtshilfe mehr. Die Mehrzahl der Liechtensteiner Kinder kommt in Grabs zur Welt. Dort wird im Zuge der Erweiterung und Sanierung auch die ambulante Krebstherapie ausgebaut. Möglich macht das die 10-Millionen-Spende einer gemeinnützigen Stiftung mit Sitz in Liechtenstein. Das sind zwei Beispiele für viele andere. Sie belegen die alten und engen Beziehungen zwischen dem Fürstentum und dem Spital diesseits des Rheins. Vor nicht allzu langer Zeit wurde über die Integration des Landesspitals in das Spital Grabs diskutiert; sogar der Bau eines gemeinsamen neuen Spitals war ein Thema.

Beide Optionen haben sich zerschlagen. Die beiden grossen Parteien im Liechtensteiner Landtag haben schon vor längerem signalisiert, dass sie ein eigenständiges Landesspital erhalten wollen. Nun zieht die Regierung nach. Mehr noch: Sie will weder das veraltete Spital am jetzigen Standort ersetzen, noch ins Gebäude der konkursiten Privatklinik Medicnova einziehen. Ein Neubau auf der grünen Wiese soll es werden, mit Baukosten von knapp 70 Millionen Franken, bezugsbereit im Herbst 2024.

Statt das in die Jahre gekommene Landesspital für teures Geld zu sanieren, plant die Liechtensteiner Regierung einen Neubau der «grünen Wiese». (Bild: PD)

Statt das in die Jahre gekommene Landesspital für teures Geld zu sanieren, plant die Liechtensteiner Regierung einen Neubau der «grünen Wiese». (Bild: PD)

Erteilt das Parlament Ende Februar den entsprechenden Auftrag, entsteht also – einen Katzensprung von Grabs entfernt – ein weiteres Spital. Vorgesehen sind 43 stationäre Betten; auch jene für Allgemeinversicherte werden in einem Einzelzimmer stehen. Bereits sind Erwartungen formuliert, im neuen Spital müsste auch eine Geburtenabteilung Platz finden.

Dass sich Liechtenstein ein eigenes Spital leisten kann, bezweifelt niemand. Ob es für 38000 Einwohner ein solches braucht, ist eine andere Frage. Dem Kanton St. Gallen bleibt nicht viel anderes, als die Türen für eine möglichst umfangreiche Zusammenarbeit offen zu halten. Direkt mitreden kann er nicht – Liechtenstein ist Ausland. Ein souveräner Staat ohne eigene Grundversorgung? Das kam im vergangenen Frühling auch für die Innerrhoder nicht in Frage. Dort sind es sogar nur 16000 Einwohner, die sich den Luxus leisten. Des Menschen Wille ist sein Himmelreich – und das kann offensichtlich auch in einer Überversorgung mit teuren Spitälern liegen.

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