«Niemand wagt den ersten Schritt»

Der Kanton Thurgau soll sich mit 2,55 Millionen Franken am geplanten Agro Food Innovation Park (Afip) in Frauenfeld beteiligen. Afip-Geschäftsführer Meiert J. Grootes kann sich vorstellen, das Projekt allenfalls auch fortzuführen, falls die Politik die finanzielle Beteiligung ablehnt.

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Meiert J. Grootes Geschäftsleiter Agro Food Innovation Park (Bild: Nana do Carmo)

Meiert J. Grootes Geschäftsleiter Agro Food Innovation Park (Bild: Nana do Carmo)

Der Kanton Thurgau soll sich mit 2,55 Millionen Franken am geplanten Agro Food Innovation Park (Afip) in Frauenfeld beteiligen. Afip-Geschäftsführer Meiert J. Grootes kann sich vorstellen, das Projekt allenfalls auch fortzuführen, falls die Politik die finanzielle Beteiligung ablehnt.

Der Grosse Rat entscheidet am kommenden Mittwoch über den Kredit von 2,55 Millionen Franken für die Anschubfinanzierung für den Agro Food Innovation Park (Afip). Sind Sie nervös?

Ja, ich bin nervös. Ich habe nicht damit gerechnet, dass wir mit Innovation im Thurgau auf so viel Widerstand stossen. Aber ich bin froh, dass mir noch einige Fraktionen konkrete Fragen stellen und ich das Projekt im direkten Gespräch erläutern kann. Der Afip ist ein einzigartiges Projekt. Doch Innovation ist ein schwieriges Thema. Man kann es nicht in wenigen Sätzen erklären.

Haben Sie möglicherweise die Thurgauer Mentalität falsch eingeschätzt?

Das würde ich nicht sagen. Ich glaube, der Thurgauer verkauft sich unter seinem Wert. Es sagen zwar alle, dass sie den Afip super finden. Aber niemand wagt den ersten Schritt.

Sie sind in Ihrer Planung ein Jahr voraus. Hätten Sie sich vielleicht mehr Zeit für die Überzeugungsarbeit nehmen sollen, um allen aufzeigen zu können, was für ein Projekt dieser Innovationspark genau ist?

Nein. Bei einem solchen Projekt muss man es nehmen, wie es kommt. Jetzt passt es genau, ich bin mit Vertretern der Wissenschaft und der Wirtschaft in Kontakt. Jeden Tag ergibt sich etwas Neues. Aber das ist auch das Problem bei Innovation: Man kann sich nicht auf alles vorbereiten.

Was machen Sie, wenn der Kreditantrag im Grossen Rat keine Mehrheit findet?

Das hoffe ich wirklich nicht, aber dann kehrt bei mir der Alltag wieder ein. Ich mache seit 27 Jahren Innovation, und es macht mir immer noch Freude.

Sie machen weiter, auch wenn Ihnen der Grosse Rat einen Korb gibt?

Natürlich würde ich zuerst eine Lagebeurteilung machen. Ich kann mir vorstellen, das Projekt trotzdem voranzutreiben.

Woher nehmen Sie denn das Geld?

Das weiss ich nicht. Ich will mich heute mit dem Thema nicht beschäftigen. Am schönsten wäre, wenn der Antrag gutgeheissen würde. Das wäre ein toller Anschub für uns. (mvl)