Niedrige Phosphorwerte im Bodensee

Rund 80 Tonnen Phosphor gelangen heute noch über die Zuflüsse in den Bodensee – trotz hoher Reinigungsleistung aus Kläranlagen.

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Algenblüte im Bodensee. (Bild: ISF Langenargen)

Algenblüte im Bodensee. (Bild: ISF Langenargen)

Wassertoiletten statt Plumpsklos, der Siegeszug der phosphathaltigen Waschmittel und eine intensivierte Landwirtschaft mit immer mehr Düngemitteln und Gülle aus der Tierhaltung sorgten dafür, dass nach dem Zweiten Weltkrieg immer mehr Nährstoffe in den Bodensee geschwemmt wurden. Der See wurde immer nährstoffreicher – er «eutrophierte», wie die Seenkundler sagen. Insbesondere die steigenden Phosphorkonzentrationen sorgten für ein üppiges Wachstum von Algen und Wasserpflanzen.

Zustand wie in 1950er-Jahren

Heute ist der Bodensee wieder so sauber wie in den 1950er-Jahren. Möglich wurde dies durch den Bau von Kläranlagen mit Phosphatfällung im Einzugsgebiet. Mit Hilfe dieses milliardenschweren Programms zur Reinhaltung des Sees wurde der unnatürlich hohe Eintrag von Nährstoffen – insbesondere von Phosphor über die Zuflüsse – begrenzt, heisst es in eine Communiqué der Internationalen Gewässerschutzkommission für den Bodensee.

Bevölkerung hat sich verdoppelt

Die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) setzt sich mit ihren Mitgliedsländern seit mehr als 50 Jahren für das Wohl des Sees ein. Ihr Postulat: Obwohl sich die Bevölkerung im seenahen Bereich in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts in einigen Regionen verdoppelt hat, soll der See «in einem langfristig stabilen ökologischen Zustand mit für den See typischen Tier- und Pflanzenarten erhalten werden». Dafür müsse der See wenig Phosphor und eine gute Sauerstoffversorgung über dem Seegrund aufweisen und die Schadstoffbelastung durch den Menschen möglichst gering sein.

Phosporgehalt nicht verringern

Um dieses Ziel zu sichern, ist für die IGKB auch weiterhin ein hoher Standard bei der Abwasserreinigung im Einzugsgebiet «unerlässlich». «Eine weniger ambitionierte Abwasserreinigung – «etwa eine verringerte Eliminierung des Nährstoffs Phosphor» – sei allein aus gesetzlichen Gründen nicht zulässig. Der See erhalte noch immer mehr Nährstoffe als im natürlichen Zustand: «Die aktuellen Konzentrationen liegen über dem historisch belegten Zustand», stellt die IGKB fest. (cz)