Neuzugänge fürs Rheintaler "Zoohuus": Gnadenhof statt Schlachthof für Skandal-Emus

Zwei Emus des Skandals bei Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ) haben dank der ehemaligen Politikerin Jasmin Hutter im Zoo Gnadenhof in Eichberg ein neues Zuhause gefunden. 

Leoni Noger
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Der Emu stolziert seit Montag auf der Wiese  des "Zoohuus".

Der Emu stolziert seit Montag auf der Wiese  des "Zoohuus".

Zvg, Limmattaler Zeitung

Letzte Woche spazierten die beiden Laufvögel noch mit drei weiteren Artgenossen auf einer stillgelegten Kläranlage in Opfikon ZH herum. Sie waren Teil eines Skandals bei Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ), von dem die NZZ im Frühling berichtete: In dem Klärwerk wurden unter anderem Oldtimer ausgestellt, schwarze Kassen geführt und ohne gesetzliche Grundlage die fünf Emus gehalten. Nachdem die Missstände aufgedeckt wurden, sollten die Tiere eine fachgerechtere Pflege erhalten als jene durch ERZ-Mitarbeitende.

Zwei der Emus konnten nun am Montag ihr neues Zuhause im Rheintal beziehen. Um den beiden Laufvögeln ein artgerechtes Leben bieten zu können, hat Jasmin Hutter, die Betreiberin des "Zoohuus" in Eichberg, einiges in die Wege leiten müssen. Die ehemalige SVP-Nationalrätin begann extra eine Ausbildung zur Wildtierpflegerin und der Zoo wurde für 20000 Franken umgebaut. Gegenüber "ZüriNews" sagt Hutter:

«Die Emus hätten geschlachtet werden sollen, weil die in Zürich einen Fehler gemacht haben. Das geht einfach nicht.»

Im als Verein organisierten Zoo seien nun nicht nur Menschen um die zwei Emus, sondern auch andere Tiere. Die Emus gehören mit den Schildkröten zu den Exoten auf dem Zoo Gnadenhof im Rheintal. Ansonsten haben dort hauptsächlich einheimische Tiere ein Plätzchen gefunden.

Hutter sei gespannt, wie die Laufvögel sich in dem Zoo integrieren werden. Mit den Geissen verstünden sie sich bisher gut. Für ein endgültiges Happy End fehlt den Emus nur noch dies: Namen. Jasmin Hutter ist noch auf der Suche und nimmt auf Social Media gerne Vorschläge entgegen.