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NEUORGANISATION: Gezerre um Berufsschulen

SP und Grüne wollen die Rektoren der Berufsfachschulen stärken. CVP und Grünliberale deren Kommissionen nicht dem Amt für Berufsbildung unterstellen. Die Vorlage ist absturzgefährdet.
Regula Weik
Berufsfachschule im St. Galler Riethüsli-Quartier: Gewerbliches Berufs- und Weiterbildungszentrum (GBS). (Bild: Ralph Ribi)

Berufsfachschule im St. Galler Riethüsli-Quartier: Gewerbliches Berufs- und Weiterbildungszentrum (GBS). (Bild: Ralph Ribi)

Regula Weik

regula.weik@tagblatt.ch

Heute üben Kommissionen die «unmittelbare Aufsicht» über die Berufsfachschulen im Kanton aus. Sie nähmen diese Pflicht aber nur ungenügend wahr, hielt ein externer Expertenbericht fest und stellte ihnen ein schlechtes Zeugnis aus. Die problematische Rolle der Kommissionen war deutlich geworden, als vor einem Jahr Kritik am Rektor des Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrums St. Gallen publik wurde.

Das Problem ist allerdings nicht neu und auch erkannt. Die Kantonalisierung der Berufsfachschulen war 2002 nicht mit letzter Konsequenz durchgeführt worden. Das will die Regierung nun korrigieren; sie hat im Herbst Vorschläge präsentiert. Obwohl auch das Parlament mit der heutigen Organisation unzufrieden ist, gestaltet sich die Neuregelung äusserst zäh. So hatte die vorberatende Kommission im November von der Regierung verlangt, ein weiteres Organisationsmodell zu prüfen. Doch selbst nach dieser «Ehrenrunde» droht das Geschäft in der anstehenden Aprilsession abzustürzen.

SP: Rektoren sollen Kommissionen vorstehen

Die Regierung will die Berufsfachschulkommissionen zurückbinden und dem kantonalen Amt für Berufsbildung unterstellen; dieses weist ihnen klar definierte Zuständigkeiten und Kompetenzen zu. Neu wählt das Bildungsdepartement die Rektoren der neun Berufsschulen im Kanton; bislang hatten die Kommissionen sie vorgeschlagen, gewählt und beaufsichtigt. Bis hierhin geht die vorberatende Kommission mit der Regierung einig; ergänzend definiert sie einen klaren Anforderungskatalog für Mitglieder der Berufsfachschulkommissionen. Ihre Amtsdauer soll Anfang 2019 beginnen.

Ob dieses von der vorberatenden Kommission definierte Ziel realistisch ist, ist derzeit mehr als fraglich. Im Parlament regt sich Widerstand gegen die neue Organisation – von verschiedenen Fraktionen und aus ganz unterschiedlichen Überlegungen. So wollen SP und Grüne gar nicht erst auf das Geschäft eintreten – womit es vom Tisch wäre. Die Fraktion ist sich einig: Aufsicht und Zuständigkeit über die St. Galler Berufsfachschulen müssen geklärt werden. Doch der nun auf dem Tisch liegende Vorschlag von Regierung und vorberatender Kommission genüge «in keiner Weise».

SP und Grüne sprechen von einer «Pseudo-Professionalisierung» der Präsidenten der Berufsfachschulkommissionen. Ihr Ansatz ist ein ganz anderer: Die Rektoren sollen mehr Verantwortung und mehr Führungsfunktionen übernehmen und «die jeweilige Berufsfachschulkommission präsidieren», sagt Guido Etterlin, Kantonsrat, Stadtrat und Schulratspräsident von Rorschach. Heute hätten die Rektoren «mehrere Chefs»; diese «Doppelunterstellungen» sollen ausgemerzt werden. Die Fraktion stört sich auch daran, dass das 10-Prozent-Schulpensum für die Rektoren beibehalten werden soll. Diese Unterrichtspflicht sei ein «alter Zopf», sagt Etterlin. Andere Kantone hätten längst damit aufgeräumt.

Einverstanden sind SP und Grüne, dass künftig das Bildungsdepartement die Rektoren wählt und die Aufsicht dem Amt für Berufsbildung übertragen wird.

CVP: Kommissionen werden zu «Ausführungsgehilfen»

Widerstand melden auch CVP und Grünliberale an. Es gehe nicht an, «die Führung der Schulen beim Amt für Berufsbildung zu zentralisieren». Die Fraktion wehrt sich auch dagegen, dass die Berufsfachschulkommissionen dem Amt unterstellt werden. Sie würden so zu «Ausführungsgehilfen» des Amtsleiters. CVP und Grünliberale sind mit dieser «Abkehr vom Milizsystem» nicht einverstanden. Vielmehr müsse der umgekehrte Weg eingeschlagen werden: Die Kommissionen müssten gestärkt und mit «guten Leuten aus Wirtschaft und Gewerbe» bestückt werden, sagt Fraktionschef Andreas Widmer. So bleibe die duale Ausbildung auch künftig in der Wirtschaft verankert – und werde nicht «an den Staat delegiert». CVP und Grünliberale wollen das Geschäft zur Überarbeitung an die vorberatende Kommission zurückweisen. Scheitern sie damit im Parlament, wollen sie einzelne Anträge stellen.

Die Antwort der SVP fällt knapp aus. Sie halte sich an die Vorschläge der vorberatenden Kommission, sagt Fraktionschef Michael Götte auf Anfrage. Die Freisinnigen beraten das Geschäft erst kommenden Montag vor Sessionsbeginn.

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