Neues Kraftwerk an der Illmündung

Heute ist der Start für das Vorarlberger Kraftwerk Illspitz. Das beschäftigt auch die St. Galler Kantonsrätin Claudia Friedl. Die Umweltnaturwissenschafterin will von der Regierung wissen, wie sich das neue Wasserkraftwerk auf die St. Galler Rheinseite auswirkt.

Regula Weik
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An der Mündung der Ill in den Rhein. (Bild: Christoph Zweili)

An der Mündung der Ill in den Rhein. (Bild: Christoph Zweili)

ST. GALLEN. Das neue Kraftwerk am Illspitz liegt ziemlich genau gegenüber der Rheintaler Gemeinde Rüthi am Vorarlberger Rheinufer – dort, wo die Ill in den Grenzfluss einmündet. Heute findet der erste Spatenstich für das Bauwerk statt.

«Die wasser-, naturschutz- und forstrechtlichen Genehmigungen liegen alle vor», hält Claudia Friedl fest. Dennoch beschäftigt das neue Kraftwerk am Rhein die SP-Kantonsrätin und Umweltnaturwissenschafterin. So will sie von der St. Galler Regierung wissen, ob die Auswirkungen des Kraftwerks am Illspitz auf die Schweizer Rheinanlieger und das St. Galler Rheinufer abgeklärt worden seien.

«Keine Beeinträchtigungen»

Die Regierung beruhigt in ihrer Antwort auf die Einfache Anfrage. So heisst es da: «Durch den Bau und Betrieb der Wasserkraftanlage sind keine Beeinträchtigungen zu befürchten, welche schutzwürdige Interessen des Kantons St. Gallen berühren könnten.» Und weiter: Falls sich – wider Erwarten – dennoch Nachteile oder Schäden für den Kanton ergäben, so seien die Kraftwerke Feldkirch als Betreiberin verpflichtet, dies auf ihre Kosten beheben zu lassen; das sei vertraglich festgehalten.

Weiter hält die Regierung fest: Wenn die Ill wenig bis mittelmässig viel Wasser führe, sei die Anlage als Laufkraftwerk geplant – ohne Stauraum. Und bei Hochwasser? Dann werde der Betrieb eingestellt und das Wehr komplett geöffnet – «also der heutige Zustand».

Naturschutzgebiete tangiert?

Claudia Friedl erkundigt sich auch nach den Auswirkungen des Kraftwerks auf das Naturschutzgebiet Bangs–Matschels im Dreiländereck Österreich–Liechtenstein–Schweiz; unmittelbar daran grenzt das Ruggeller Riet. Die beiden Naturschutzgebiete bildeten wohl «einen länderübergreifenden Feuchtlebensraum», so die St. Galler Regierung, doch beide lägen nicht auf Schweizer Boden, so dass es nicht «ihre Sache» sei, mögliche Auswirkungen des Kraftwerks zu beurteilen.

Bekannt ist: Bis zu drei Millionen Euro – knapp zehn Prozent der gesamten Investitionen – werden für Umweltmassnahmen eingesetzt. Darin eingeschlossen sind auch die Kosten für vier Fischtreppen; die Fische sollen im Bereich der neuen Kraftwerksanlagen in Rhein und Ill auf- und abstiegen können.

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