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Das Klanghaus Toggenburg
nimmt einen neuen Anlauf

Wenn alles rund läuft, kann sich das Volk doch noch zum Klanghaus Toggenburg äussern. Das Projekt ist neu aufgegleist. Die Stiftung Klangwelt Toggenburg will das Klanghaus künftig auf eigene Kosten betreiben.
Regula Weik
Das Klanghaus Toggenburg ist neu nicht nur für Musiker offen. (Bild: PD)

Das Klanghaus Toggenburg ist neu nicht nur für Musiker offen. (Bild: PD)

Die Ohrfeige sass. Ausgeteilt hatte sie das St. Galler Kantonsparlament. Damals im März 2016, als es in letzter Minute das Klanghaus Toggenburg versenkte. Rasch rappelte sich das Tal auf und raufte sich zusammen, um dem restlichen Kanton zu beweisen: Das Toggenburg will das Klanghaus. Die Vorgabe der Regierung für eine Zweitauflage des Projekts am Schwendisee oberhalb von Unterwasser war unmissverständlich: sechs Millionen Sponsorengelder.

Diese klare Ansage kam nicht von ungefähr. Die Kosten waren ein zentraler Kritikpunkt gewesen. Vor allem auch die Betriebskosten. Ein «Fass ohne Boden» hatten Parlamentarier moniert und befürchtet, es würden jedes Jahr Hunderttausende Steuerfranken im oberen Toggenburg versickern.

Am Freitag nun hat die Regierung grünes Licht für eine Neuauflage des Klanghausprojekts gegeben und die Kosten offengelegt. Dabei zeigt sich: Für den Kanton wird es günstiger – längerfristig.

Über sechs Millionen Sponsorengelder

Die Gesamtkosten für das Bauvorhaben betragen noch 23,3 Millionen Franken – eine Million weniger als im ersten Anlauf. Es gibt keine Kunst am Bau; die 300000 Franken hatte das Parlament bereits im Dezember 2015 gestrichen. Auf eine Solaranlage wird verzichtet. Die Gemeinde Wildhaus-Alt St.Johann übernimmt die Kosten für die Ersatzparkplätze. Und: Die Stiftung Klangwelt Toggenburg trägt eine Million an die Baukosten bei.

Für den Kanton verbleiben somit Investitionen von 22,3 Millionen Franken – mehr als beim ersten Anlauf; damals waren es 19 Millionen gewesen. Auf die höheren Kosten für den Kanton angesprochen, antwortet Regierungsrat Martin Klöti: «Es ist ein reiner Baukredit, einmalig, klar kalkuliert.» Und letztlich weniger belastend als das ursprüngliche finanzielle Engagement des Kantons, so Klöti weiter. «Der Kanton leistet nämlich keine Betriebsbeiträge mehr.»

Neu übernimmt die Stiftung Klangwelt Toggenburg den Betrieb des Klanghauses – und somit auch das betriebliche Risiko. Die Toggenburger haben in den vergangenen Monaten 6,3 Millionen Sponsorengelder zusammengetragen (Ausgabe vom 28. Juni). Davon fliessen 5,3 Millionen in einen Betriebsfonds. «Ein schönes Polster», sagt Mathias Müller, Präsident der Stiftung Klangwelt Toggenburg. «Die Gönnerinnen und Gönner sind interessiert daran, dass der Betrieb des Klanghauses langfristig sichergestellt ist.»

Immer wieder war das hohe jährliche Betriebsdefizit von 325000 Franken kritisiert worden. Die Regierung hatte denn auch verlangt, dieses müsse auf 250000 Franken gesenkt werden. «Auch das haben wir erreicht», sagt Müller. Das Klanghaus soll «zugänglicher», die Nutzung ausgeweitet werden. Neu soll es nicht nur Musikgruppen, sondern auch Firmen und Gruppen für Anlässe offenstehen. «Davon erhoffen wir uns zusätzliche Einnahmen», sagt der Klangwelt-Präsident. Darüber hin­aus ist die Standortgemeinde Wildhaus-Alt St. Johann bereit, ihren jährlichen Betriebsbeitrag auf 100000 Franken zu erhöhen. Schliesslich beteiligt sich neu auch die Organisation «Region Toggenburg», der Verbund der Gemeinden, mit jährlich 25000 Franken.

Diesmal erfolgreich im Parlament?

Kulturminister Klöti ist zuversichtlich, dass das Klanghaus diesmal die Gnade des Parlaments findet. Er ist überzeugt, das Haus werde nicht nur Kulturinteressierte anziehen, sondern auch Architektur- und Naturliebhaber. «Wir bauen mit Respekt vor der Natur und im Bewusstsein, dass wir uns in einer empfindlichen Landschaft bewegen.» Geplant ist denn auch eine Holzkonstruktion; die Fassade wird mit Schindeln aus heimischer Fichte und Lärche eingekleidet. Das Gebäude umfasst vier akustisch spezielle Klangräume.

Das Kantonsparlament beschäftigt sich in der Novembersession mit dem «neuen» Klanghaus. Falls es die Vorlage nicht erneut versenkt, hat das Volk im Juni 2019 das letzte Wort.

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