Neuer Schub für die Wirtschaft

Bereits Anfang 2012 ist die Organisation für das Liechtensteiner Standortmarketing aktiv geworden. Aber erst jetzt legt die Regierung die Strategie für die Organisation vor.

Günther Meier
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VADUZ. Liechtenstein will seine Standortvorteile verteidigen und seine Chancen nutzen, um sich für die Zukunft im internationalen Standortwettbewerb behaupten zu können. Was als «Standortstrategie Fürstentum Liechtenstein» präsentiert werde, sei nicht vollständig neu, erklärte gestern Wirtschaftsminister Thomas Zwiefelhofer und wies auf einen mitgebrachten Stapel von Berichten und Broschüren hin, die in den letzten Jahren zur Förderung der Wirtschaft erstellt worden waren.

Aus einer Fülle von Anregungen für den künftigen Ausbau und die Sicherung des Wirtschaftsstandortes Liechtenstein sollen nach seinen Worten drei strategische Stossrichtungen vertieft evaluiert werden: Liechtenstein als Technologiestandort, als Gesundheitszentrum sowie als Seminar- und Kongresszentrum. Chancen hätte eine Arbeitsgruppe, die von der Regierung eingesetzt wurde, auch einem Datenstandort, einem Standort für komplexe Softwareentwicklung sowie für Handelsunternehmen und Venture Capital gegeben. Auch für jeden dieser Sektoren würde Liechtenstein spezifische Vorteile aufweisen, erklärte Christian Hausmann, Leiter des Amtes für Volkswirtschaft, doch gelte es eine Balance zu finden zwischen Vorstellungen und dem begrenzten Angebot an Raum und Arbeitskräften.

Standortvorteile verteidigen

Grundsätzlich gelte es für die langfristige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der liechtensteinischen Volkswirtschaft die Standortvorteile konsequent zu verteidigen und die vorhandenen Entwicklungspotenziale zu nutzen, sagte Zwiefelhofer. Die Qualität des Standorts lasse sich jedoch nicht nur anhand von Wirtschaftsdaten beurteilen, sondern auch daran, wie gut die Balance zwischen Ökologie, Wirtschaft und individueller Lebensqualität gelinge. Angestrebt werde deshalb, betonte der Wirtschaftsminister weiter, eine «ganzheitliche, grössenverträgliche Standortentwicklung, bei der Lebensraum und Wirtschaftsraum in einem Gleichgewicht zueinander stehen».

Mit der konkreten Umsetzung dieser teilweise abstrakten Standortstrategie ist die Organisation Liechtenstein Marketing, die ihre Tätigkeit vor knapp zwei Jahren aufgenommen hat, beauftragt. Aus der bisherigen Arbeit der Organisation, die als Anstalt des öffentlichen Rechts organisiert ist, sind nicht nur Erfolgsergebnisse zu vermelden. Im Bereich Tourismus konnte der rückläufige Trend noch nicht gewendet werden. Beim Sektor Grossveranstaltungen blieb es bei der Beschickung ausländischer Messen. Und bei den Betriebsansiedlungen hält sich der Zustrom in engen Grenzen: Nach einem Regierungsbericht resultierten aus über 250 Kundenanfragen bisher lediglich 17 neue Gewerbebewilligungen, die zu 18 neuen Arbeitsplätzen führten.

Standortstärken ausspielen

Laut Standortstrategie hat die Organisation Standortmarketing nun die Aufgabe, die Stärken des Standortes Liechtenstein auszubauen, um Betriebsansiedlungen zu fördern. Zu den Stärken Liechtensteins werden die wirtschaftliche Anbindung an die Schweiz und die parallele Mitgliedschaft im EWR, die moderne Infrastruktur, die breite Diversifikation der Wirtschaft und das attraktive Steuersystem mit einer Flat Tax von 12,5 Prozent bei der Unternehmensbesteuerung gezählt.

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