Rekord: Kanton St.Gallen meldet 400 neue Coronafälle an einem Tag – Das Toggenburg ist am stärksten betroffen

400 Personen, welche neu positiv auf das Coronavirus getestet wurden: Diesen Rekord meldete der Kanton St.Gallen am Mittwochmorgen. Am Wochenende waren es zwar einige Neuinfektionen mehr gewesen, nämlich 429 – aber verteilt auf mehrere Tage. Die St.Galler Hochschulen reagieren auf die rasant steigenden Fallzahlen und verschärfen die Maskenpflicht.

Elias Hostettler
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20 Prozent: Der Anteil der positiven Tests steigt am Dienstag weiter.

20 Prozent: Der Anteil der positiven Tests steigt am Dienstag weiter.

Bild: Jean-Christophe Bott/ KEYSTONE

Jeder fünfte Test fiel am Dienstag positiv aus – und so hat die Zahl der Neuinfektionen im Kanton St.Gallen am Mittwochmorgen eine neue Rekordmarke erreicht. Die höchste Ansteckungsrate im Kanton verzeichnete das Toggenburg. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner kommen über die vergangenen zwei Wochen im Wahlkreis Toggenburg 507 laborbestätigte Fälle. Alle anderen Regionen kommen auf weniger als 400, das Werdenberg ist mit 264 Fällen aktuell am wenigsten von der Pandemie betroffen.

Der Kanton St.Gallen zählt damit seit März insgesamt 3754 bestätigte Coronafälle. Die Zahl der Todesfälle blieb am Dienstag unverändert bei 44. Aktuell sind 62 Covid-19-Patienten hospitalisiert. Acht von ihnen liegen auf Intensivstationen, vier ohne und vier mit Beatmung. Über 1000 positiv getestete Personen waren am Dienstagmittag vom Contact-Tracing erfasst.

Die Entwicklung der Fallzahlen im Kanton St.Gallen folge dem nationalen Trend, sagt Raouf Selmi von der Kommunikationsstelle des Kantons. Auf die Frage, wo sich die meisten Leute anstecken würden, antwortet Selmi:

«Die Ansteckungen erfolgen vor allem
zu Hause, beziehungsweise der Ansteckungsort kann nicht eruiert werden.»

Die Regierung verfolge die Situation aufmerksam. Als Entscheidungsgrundlage für die Massnahmen diene der aktualisierte Drei-Stufen-Plan des Kantons zur Vorbereitung auf eine zweite Coronawelle.

Maske auf auch während der Vorlesungen

Ihre Verhaltensregeln angepasst hat die Universität St.Gallen. Ab Donnerstag gilt an der HSG neu eine allgemeine Maskenpflicht. Neu müssen Studierende in allen Hörsälen eine Schutzmaske tragen – und zwar während der gesamten Dauer der Vorlesung. Davon ausgenommen sind die Dozierenden – der Verständlichkeit wegen und sofern sie jederzeit einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten. Neu gilt auch eine Maskenpflicht an sämtlichen Lernplätzen in der Bibliothek sowie in allen Gemeinschaftsbüros.

Die Massnahmen seien in Absprache mit allen St.Galler Hochschulen festgelegt worden, schreibt die Universität in ihrer Medienmitteilung vom Mittwoch. Christian Jauslin von der Kommunikationsabteilung der neuen Fachhochschule OST bestätigt auf Anfrage: Auch an allen Standorten der OST müssten die Studierenden neu während der Vorlesungen Masken tragen. Ab Donnerstag würden dieselben verschärften Regelungen gelten wie an der HSG. Und: Sie gelten auch für die Studierenden der Pädagogischen Hochschule.

Die neuen Weisungen haben auch Auswirkungen auf die Kinder-Uni, die nächste Woche startet. Sie kann dieses Jahr nicht auf dem Campus der HSG durchgeführt werden. Die Kinder könnten jedoch alle Vorlesungen per Livestream von zu Hause aus miterleben, teilt die Universität mit.