Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Neue Zerreissprobe: Hält die Schweizerfahne am Säntis dieses Jahr?

Am nächsten Dienstag werden viele Augen gebannt Richtung Säntis blicken. Dann wird die weit herum sichtbare Schweizerfahne an der Nordflanke entrollt. Bisher blieb die Fahne erst einmal unversehrt.
Tim Frei, Sandro Büchler
600 Arbeitsstunden sind zur Herstellung der Schweizerfahne nötig. (Bild: Urs Bucher)

600 Arbeitsstunden sind zur Herstellung der Schweizerfahne nötig. (Bild: Urs Bucher)

Gut 20 Höhenarbeiter werden am Dienstag die 80 auf 80 Meter grosse Schweizerfahne am Berg Stück um Stück herunterlassen. Mit mehr Spannung wird erwartet, ob die 700 Kilogramm schwere Fahne dieses Mal während der kurzen Zeit am Säntis unbeschädigt bleibt. In den vergangenen zwei Jahren war sie vom starken Wind zerrissen worden. Nur im Jahr 2015 blieb die Fahne, die von der Heimgartner Fahnen AG hergestellt worden war, unversehrt. Heinz Höhener, Geschäftsführer des Wiler KMUs, ist die Anspannung anzumerken. Er sagt: «Ich hoffe einfach auf gutes Wetter. Dann wird die Fahne unversehrt bleiben.»

Für die Herstellung der Säntisfahne waren über 600 Arbeitsstunden nötig. Es überrascht deshalb nicht, dass die Fahne am Berg einen speziellen Platz in der Unternehmensgeschichte einnimmt. Alleine auf Schweizer Fahnen spezialisiert ist die Firma allerdings nicht. Nebst offiziellen Fahnen für Gemeinden und Kantone stellt Heimgartner auch Fahnen für Private her. Die Spannbreite sei gross: Von städtischen Betrieben, Vereinen aus dem Breitensport bis hin zu Musikfestivals, sagt Höhener. Den typischen Fahnenkunden gebe es nicht: «Das geht quer durch die Bevölkerung – vom Professor bis zum Schrebergartenbesitzer.»

Fahnen markierten Landeplatz für Helikopter

Auch Thomas Eichenberger, Geschäftsführer der Fahnenfabrik Sevelen AG zählt eine Menge Kunden auf: «Von Hochzeiten, die ein Familienwappen wollen bis zum Bundesrat ist alles dabei.» Übergrosse Flaggen produzierte das KMU mit 15 Mitarbeitern früher vor allem für das Rote Kreuz: «In Kriegsgebieten wurde ein 10 auf 10 Meter grosses Rot-Kreuz-Symbol ausgerollt und markierte so einen Landeplatz für Helikopter», so Eichenberger. Das Symbol wurde aber missbraucht und damit die Hilfsorganisation selbst zur Zielscheibe. Deshalb fiel dieser Auftrag für Eichenberger weg. Ohnehin werde heute ein Grossteil der verkauften Fahnen in Asien zu Billigpreisen produziert, sagt er. «Doch oftmals wird die quadratische Form der Schweizerfahne nicht eingehalten oder das Kreuz hat nicht die richtigen Proportionen.» Eichenberger wie auch Höhener setzen beim Nähen der Flaggen auf Kundennähe, denn die Menschen würden eine innige Beziehung zur Fahne pflegen. «Sie wechseln sie erst, wenn sie kaputt ist», so Heinz Höhener.

Wer nun denkt, dass zum Nationalfeiertag besonders viele Schweizerfahnen gefragt seien, der irrt. «Die Nachfrage war früher enorm», sagt Eichenberger. Heute verteilt sich die Nachfrage über das ganze Jahr. Zwar würden die Leute im Frühling vermehrt an Fahnen denken, aber genauso wichtig seien mittlerweile Herbst-Produktionen für Firmenkunden oder Messen. «Der Kunde kommt letztlich dann, wenn er eine Fahne braucht», so Höhener.

Tourismusgemeinden zum Beispiel müssten das ganze Jahr über einen gepflegten Auftritt gewährleisten. Deshalb werden beschädigte Fahnen nicht erst am Nationalfeiertag ersetzt. Auch beim Fahnentyp, der am meisten verkauft werde, kann Höhener kein Muster ausmachen: «Dieses Jahr setzen wir zwar am meisten Werbefahnen ab. Doch das ist zyklisch und von Jahr zu Jahr unterschiedlich.»

444444-mal grösser

Mit dem bevorstehenden Spektakel am Säntis wird die grösste Schweizerfahne der Welt wieder zum grossen Thema. Doch gefragt sei auch das pure Gegenteil: Die kleinste Stofffahne des Wiler KMU – eine Tischfahne – ist gerade mal 12 auf 12 Zentimeter gross. Die Fahne am Säntis ist 444444-mal grösser.

Mit Spannung erwartet Höhener das Wetter am 1. August. Er hofft auf ruhige Verhältnisse, sodass die Fahne nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Aus den vergangenen zwei Jahren zog er allerdings Lehren: «Nach jetzigem Stand werden wir die Fahne nicht herunterlassen, wenn die Wetterprognose schlecht ist.»

Dass in der Öffentlichkeit die Frage dominiert, ob die Flagge reisst oder nicht, befremdet Höhener. «Wir haben nie behauptet, dass die Fahne halten wird. Wenn sie reisst, dann passiert das halt.» Der öffentlichen Aufmerksamkeit gewinnt er aber auch Positives ab: «Es ist schön, dass die Fahne etwas auslöst und sich viele Menschen dafür interessieren.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.