Neue Visionen für den Romanshorner Hafen

Die IG Hafen stellt Ideen zur Nutzung des Güterschuppenareals vor und lässt sich dabei von Lissabon und Genf inspirieren. Und viel Zustimmung erhält der Vorschlag, die Gemeinde solle das ganze Landstück kaufen. Kosten würde es zwischen vier und fünf Millionen Franken.

Markus Schoch
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Turmrestaurant, Glaspavillon und «Flugdach»: Ideenskizze der IG Hafen für die Gestaltung des Güterschuppenareals. (Bilder: IG Hafen)

Turmrestaurant, Glaspavillon und «Flugdach»: Ideenskizze der IG Hafen für die Gestaltung des Güterschuppenareals. (Bilder: IG Hafen)

romanshorn. Was mit dem Streifen an bester Lage am Hafen passieren soll, bewegt die Romanshorner. So liessen sich 300 Besucher vom Gemeinderat im Bodansaal über den geplanten Saal informieren, und tags darauf folgten 200 Personen der Einladung der IG Hafen Romanshorn, die ihre Visionen für das Güterschuppenareal vorstellte.

Turmrestaurant und Pavillon

Bei der Suche nach einer möglichen Nutzung des Geländes hat sich die IG in anderen Städten am Wasser umgesehen. In Lissabon sah sie am Hafen ein dreigeschossiges Hotel, in Genf mobile Container mit der Infrastruktur eines Restaurants, in Aviles in Spanien ein Kulturzentrum mit einem Turmrestaurant, in dem Gastronomie als Kunst verstanden wird. «Das könnte der neue Leuchtturm von Romanshorn werden», sagte IG-Präsident Martin Dempfle. Denkbar seien auch ein Musikpavillon, eine Lounge oder eine überdachte Fläche, die winters (Eislauf) wie sommers (Restaurant) genutzt werden könnte. Eine weitere Idee: der Bau eines Festhallenbades, eine Kombination von Festhalle und Hallenbad. Die Doppelnutzung soll eine bewegliche Decke möglich machen, die im Sommer der Boden über dem Wasserbecken wäre. Ebenfalls aus dem Publikum kam die Forderung nach einer Initiative zum Kauf des gesamten Güterschuppenareals durch die Gemeinde. «So könnte man den Stein ins Rollen bringen.» Die Anregung stiess auf viel Zustimmung; jedenfalls gingen bei einer Abstimmung über einen entsprechenden Vorstoss einzelnen Enthaltungen abgesehen alle Hände in die Höhe. «Phänomenal», freute sich Dempfle. Ob die IG den Ball politisch aufnimmt, wollte er auf Anfrage offenlassen.

Bevölkerung muss wollen

Könnte die Gemeinde das Land erwerben? Für Architekt Dieter Bötschi «eine Frage des Marktes». Die Gemeinde bestimme, was auf dem Areal gebaut werden könne. Zudem könnten die SBB als Staatsbetrieb nicht unsensibel gegenüber den Bedürfnissen vor Ort vorgehen. Laut dem Romanshorner Finanzverwalter Franz Stucki ist das Güterschuppenareal 4 bis 5 Millionen Franken wert: «Wenn wir bereit sind, das zu zahlen, bekommen wir es schon morgen.»

In Romanshorn sei vieles möglich, glaubt ein Besucher. Der Wille zur Veränderung müsse aber von der Bevölkerung kommen. Diese Woche will die IG Hafen ihr Volksbegehren einreichen, mit dem der Bau der fünf HRS-Bauten verhindert werden soll. Bis Ende letzter Woche hatte sie dafür 750 Unterschriften gesammelt.

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