Neue Rohre fürs Thermalwasser

Das Thermalwasser aus Pfäfers machte aus Ragaz einen bekannten Kurort. Nun müssen die Leitungen ersetzt werden. Die Bauzeit soll drei Jahre betragen.

Andreas Kneubühler
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BAD RAGAZ. Seit dem 14. Jahrhundert wird das Thermalwasser aus Pfäfers genutzt, seit 170 Jahren wird es auf einer vier Kilometer langen Leitung nach Bad Ragaz geleitet. Nun sollen diese Rohre ersetzt werden – aber auch diejenigen, die das Wasser nach Valens führen. Der Auftrag dazu ist im Amtsblatt vom 5. August ausgeschrieben. Als Auftraggeber wird die Grand Resort Bad Ragaz AG angegeben. «Das ist auch für uns ein grosses Projekt», sagt deren Sprecher Martin Leiter.

Lange Geschichte

Für das Vorhaben braucht es eine öffentliche Ausschreibung, weil der Kanton St. Gallen involviert ist. Er hat die Konzession für das Wasser erteilt und beteiligt sich an den Kosten. Das 36,5 Grad warme Wasser wird unter anderem ins Thermalbad und seit 2009 bis zu den Wasserhahnen der «Spa Suites» geleitet. Hinter der Beteiligung des Kantons steckt eine lange Geschichte. Als das Kloster Pfäfers 1838 aufgehoben wurde, kam die Quelle in den Besitz des Kantons, der 1840 eine Wasserleitung bis nach Ragaz bauen liess. 1868 kaufte der «Erfinder» des Kurorts Bad Ragaz, Bernhard Simon, dem damals klammen Kanton die Konzession für die Wassernutzung ab – vorerst für 100 Jahre.

1955 wurde der Vertrag erstmals erneuert und wäre 2017 abgelaufen. Bereits 2003 wurde aber eine neue Konzession ausgehandelt. Zu den Bedingungen gehört, dass maximal 4000 Liter pro Minute für «Trink-, Therapie-, Bade- und Heizzwecke» genutzt werden dürfen. 65 Prozent der Wassermenge dürfen von der Grand Hotels Bad Ragaz AG frei genutzt werden, bis zu 25 Prozent werden an die Stiftung Klinik Valens und das öffentliche Bad der Kurhotel Valens AG abgegeben. Diese Abmachung gilt bis 2067.

Dritte technische Lösung

In der Geschichte der Versorgung des Kurorts mit Thermalwasser kommt nun erst die dritte technische Lösung zum Einsatz. Am 31. Mai 1840 waren die ersten Leitungen aus Holz in Betrieb genommen worden. Ab 1951 floss das Wasser durch Rohre aus Faserbeton. Sie sollen nun durch solche aus PVC ersetzt werden. Einer der Gründe sei die Versorgungssicherheit. Die Leitung liege nicht sehr tief unter der Strasse, sagt Reto Schwengeler, zuständig für die Infrastruktur der Grand Resort Bad Ragaz AG. Es bestehe die Gefahr, dass ein Steinschlag die Rohre beschädigen könne.

Die Arbeiten sollen so organisiert werden, dass die Versorgung nicht unterbrochen wird. «Wir nehmen an, dass die Leitungen Abschnitt für Abschnitt erneuert werden», sagt Schwengeler. Er sei aber gespannt, welche Lösungen die Firmen präsentieren werden, die sich an der Ausschreibung beteiligen. Am Streckenverlauf soll sich nichts ändern. Sie entspricht dem Weg, der 1840 gewählt wurde. «Bei Sondierungen haben wir festgestellt, dass die Holzleitungen noch im Boden sind.»