Neue Methode gegen Feuerbrand – ein Bakterium soll's richten

Im Kampf gegen den Feuerbrand ist ein neuer Hoffnungsträger aufgetaucht. Ein Bakterium könnte das umstrittene Antibiotikum Streptomycin ablösen.

Christoph Widmer
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Feuerbrand soll dank Bakterien bald kein Thema mehr sein. (Bild: Ennio Leanza)

Feuerbrand soll dank Bakterien bald kein Thema mehr sein. (Bild: Ennio Leanza)

Die neuste Hoffnung, den Feuerbrand biologisch zu bekämpfen, stammt aus Nordamerika. Dort wird das Bakterium Pantoea agglomerans erfolgreich gegen die Pflanzenkrankheit eingesetzt. Es besiedelt auf Apfel- und Birnbäume die Lebensbereiche des Feuerbrandbakteriums und lässt ihm keinen Platz mehr. Das Pantoea-Mittel erreicht in Nordamerika einen ähnlich hohen Wirkungsgrad wie das Antibiotikum Streptomycin.

Feuerprobe blieb aus

Die Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil testet in diesem Frühling das Pantoea-Bakterium bereits im dritten Jahr, wie sie gestern bekanntgab. Die Forscher wollen herausfinden, ob das Bakterium unter den hiesigen Bedingungen ebenfalls wirkt.

Die Feldversuche 2009 und 2010 lassen hoffen. Die Bakterien haben 80 bis 100 Prozent der behandelten Blüten besiedelt. Allerdings blieb die Feuerprobe aus, da sich wegen der günstigen Witterung das Feuerbrandbakterium ohnehin nicht stark ausgebreitet hatte.

«Erkenntnisse klingen gut»

Deshalb bleibt auch Hermann Brenner, Leiter des Pflanzenschutzdienstes des Bildungs- und Beratungszentrums Arenenberg, zurückhaltend in der Beurteilung. «Die bisherigen Erkenntnisse klingen aber gut.» (wid)

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