Die neue Olma-Halle hat das Zeug, zur neuen Visitenkarte der Stadt St.Gallen zu werden

Ausstellungen, Bankette, Messen: Pro Jahr führen die Olma Messen über 100 Veranstaltungen durch. Dabei stossen sie oft an Grenzen. Mit einer neuen Halle für
10 000 Personen wollen sie nun in die Spitzenliga. Das Projekt «Halle 1» des Planerteams Ilg Santer Architekten Zürich / Ingegneri Pedrazzini Guidotti Lugano / META Landschaftsarchitektur Basel ist Sieger des Projektwettbewerbs.

Christoph Zweili
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Schon bald zeigt sich die Olma so. Die Neue Halle 1 thront über der Stadtautobahn. (Bilder: zvg)
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So sah die Autobahn in der Stadt St.Gallen bisher aus. Doch bald... (Bild: Urs Bucher)
...wird die Autobahn unter der neuen Halle verschwinden. Die Halle kostet... (Bilder: zvg)
...rund 121,8 Millionen Franken und soll gross werden. Die neue Halle...(Bilder: zvg)
...soll 12'500 Quadratmeter Platz bieten. Der Neubau soll... (Bilder: zvg)
...im Jahr 2022 abgeschlossen sein. Dann zeigt sich die Olma mit der neuen Halle 1. (Bilder: zvg)

Schon bald zeigt sich die Olma so. Die Neue Halle 1 thront über der Stadtautobahn. (Bilder: zvg)

«Halle 1»: Schlichter könnte der Name für den kubischen, schnörkellosen 122-Millionen-Zweckbau des Planerteams aus Zürich, Basel und dem Tessin nicht gewählt sein, den die Jury mit dem 1. Rang im Architekturwettbewerb für die neue Olma-Halle 1 prämiert hat. Thomas Scheitlin, Verwaltungsratspräsident der Olma Messen, ist angetan vom Projekt: «Es macht nicht nur die Olma sichtbar, es rückt den ganzen Kongressstandort St. Gallen in den Mittelpunkt.» Olma-Direktor Nicolo Paganini kann sich bereits gewisse Lichteffekte vorstellen – ein Sichtbetonkranz trägt einen zurückgesetzten Aufsatz, eine sogenannte «Laterne», welche mit hinterleuchtetem Weissglas verkleidet ist.

150 Meter lang, 62 Meter breit, 14 Meter hoch mit 4 Metern Deckenkonstruktion: Das sind die beachtlichen Masse der neuen Halle 1, mit 9000 Quadratmetern die grösste stützenfreie Messe- und Eventhalle der Deutschschweiz. Ein klares Bekenntnis der Genossenschaft Olma Messen, dass sie in neue Dimensionen vorstossen will; seit Jahren stösst sie am bisherigen Standort bezüglich Umsatz und Fläche an Grenzen. «Wir wollen künftig ganz andere Events, Kongresse und Veranstaltungen anbieten», kündigt Scheitlin an.

Der zeitliche Fahrplan

55 Teams aus Architekten, Bauingenieuren und Landschaftsarchitekten hatte sich für die Teilnahme am Wettbewerb angemeldet, zugelassen wurden nach einem ersten Verfahren deren 14. Davon sei ein Teil unter anderem über die Vorgabe gestolpert, dass mit der Halle auch der Bau der dritten Röhre des Rosenbergtunnels berücksichtigt werden muss, führte Scheitlich gestern vor den Medien aus.

Die Stadtsanktgaller Stimmbevölkerung hat vor einem Jahr einen Kredit von 18 Millionen Franken für den Bau klar gutgeheissen, der Kantonsrat bereits 2016 einem Kredit von 12 Millionen Franken zugestimmt. Mit 133,4 Millionen Franken berappen die Olma Messen den Löwenanteil der 163,4 Millionen Franken für Überdeckung und Halle aus dem eigenen Sack – 5,5 Millionen Franken wurden bereits ausgegeben.

Einsprachen gab es bisher keine, doch angesichts der Ausmasse der neuen Halle könne sich das noch ändern, sagt Paganini. «Der Autobahndeckel, für den wir in diesen Tagen die Baubewilligung erwarten, tut niemandem weh. Er ist für viele Anwohner wohl schlicht ein gerngesehener Lärmschutz. Das könnte bei der neuen Halle anders sein.» Bleibt es beim jetzigen Fahrplan, soll das Baugesuch für die neue Halle 1 noch in diesem Jahr eingereicht werden. Der Rückbau der bisherigen Halle ist nach der «Tier&Technik» 2020 geplant, ebenso die Sicherung des Rosenberg-Bahntunnels der SBB, der verstärkt werden muss.

In den Jahren 2021 und 2022 soll dann die Überdeckung Rosenbergtunnel gebaut werden, bevor die neue Messe- und Eventhalle 2023 bis 2024 erstellt wird.

Die öffentliche Ausstellung der Wettbewerbsprojekte findet statt vom 1. bis 14. April, Halle 1.2 (Zugang via Rosenheimstrasse). Tägliche Öffnungszeiten: 8 bis 16.30 Uhr, Samstag/Sonntag, 6./7. April, geschlossen.

Das Olma Geschäftsjahr

  • Im Geschäftsjahr 2018 wurden 12 Messen, davon 9 Eigen- und 3 Gastmessen, sowie 3 Eigenveranstaltungen mit Co-Organisatoren sowie 125 weitere Veranstaltungen wie Kongresse, Tagungen, Konzerte und Festanlässe durchgeführt.
  • Der Umsatz beträgt 30,6 Millionen Franken, das Betriebsergebnis vor Abschreibungen lag bei 8,6 Millionen Franken. Der Cashflow in Prozenten des Umsatzes betrug wie im Vorjahr 28 Prozent.
  • Der Geschäftsbereich CongressEvents St.Gallen verzeichnete bei der Anzahl Veranstaltungen eine Steigerung um erfreuliche 16 Prozent, was einen Rekord bedeutet.
  • 2018 wurden Investitionen von 5,3 Millionen Franken. (Vorjahr 6,5 Millionen Franken) getätigt. Die Mittel flossen in die Planung des Projekts «Olma-Neuland», aber auch in die Werterhaltung der bestehenden Hallen und des Freigeländes sowie in Mobilien, Informatik und die Entwicklung neuer Veranstaltungsformate.
  • Die Olma Messen St.Gallen beschäftigten per Ende Dezember 2018 80 fest angestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, über ein Viertel davon in Teilzeit.
  • Am 20. und 21. September treffen sich die Ostschweizer Bier-Fans in St.Gallen erstmals zum Bierfestival «Bierprobier».