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Neue Fachhochschule Ostschweiz: Ein Unbekannter übernimmt das Ruder

Der personelle Aufbau der neuen Ostschweizer Fachhochschule ist einen wichtigen Schritt weiter: Daniel Seelhofer, Winterthurer Professor mit Ostschweizer Wurzeln, wird neuer Rektor. Die Zukunft der Rektoren von Buchs und Rapperswil ist offen.
Andri Rostetter, Regula Weik
Rapperswil wird Sitz des Rektorats der neuen Ostschweizer Fachhochschule (OST). (Bild: Adriana Ortiz Cardozo, Rapperswil, 1. April 2019)

Rapperswil wird Sitz des Rektorats der neuen Ostschweizer Fachhochschule (OST). (Bild: Adriana Ortiz Cardozo, Rapperswil, 1. April 2019)

«Eine Persönlichkeit mit ganzheitlicher Führungserfahrung» – «Hochschulabschluss mit Promotion» – «Ein starker Kommunikator mit glaubwürdigem authentischem Auftritt» – «Gute betriebswirtschaftliche Kenntnisse und Sprachkompetenzen» – So war die Stelle der künftigen Rektorin, des künftigen Rektors der neuen Ostschweizer Fachhochschule (OST) ausgeschrieben. Nun ist klar, wer das Anforderungsprofil am besten erfüllt: Daniel Seelhofer. Die designierte Trägerkonferenz, das oberste politische Gremium der OST, hat ihn zum Rektor gewählt. Seelhofer leitet aktuell den Bereich International Business an der ZHAW School auf Management and Law in Winterthur (siehe Text unten). Er tritt sein Amt Anfang November an.

«Fachlich stark, persönlich robust»

Die neue Ostschweizer Fachhochschule wird im Herbst 2020 operativ starten. Bis Ende 2022 muss sie ihre Strukturen bereinigt haben; so verlangt es der Bund. «Ein anspruchsvoller, herausfordernder Prozess», sagt Bildungschef Stefan Kölliker. Der neue Rektor soll deshalb möglichst rasch in den Aufbau der neuen Schule einbezogen werden und «subito in die Prozesse eingeschleust werden», wie es Kölliker formuliert. Glücklicher Zufall: Seelhofer ist derzeit in einem Sabbatical. «Er ist daher gut verfügbar», sagt der Bildungschef, der voll des Lobes für den 46-jährige Toggenburger ist. Seelhofer sei fachlich stark, persönlich robust und habe Erfahrungen im Change-Management. Mit anderen Worten: Er weiss, wie man Umstrukturierungen durchzieht. «Er hat Durchsetzungskraft und dennoch die nötige Sensibilität, die in solchen Prozessen nötig ist», sagt Kölliker – und: «Er ist der richtige Mann.»

Bereits kommenden Montag startet Kölliker mit dem neuen Rektor zu einer Roadshow durch den Kanton. Stationen sind die drei Schulstandorte der OST; in St. Gallen, Buchs und Rapperswil wird sich Seelhofer den Dozierenden und Mitarbeitenden vorstellen. Künftig wird es für sämtliche Fachhochschulen im Kanton noch ein Rektorat geben. Sitz der Leitung wird Rapperswil sein. Ein Entscheid, der zu einem prominenten Abgang an der Spitze der Fachhochschule St. Gallen (FHS) geführt hat. Rektor Sebastian Wörwag wird in der neuen Organisation nicht mehr mit dabei sein; er hat seinen Rücktritt angekündigt.

Welche Funktion wird die Rektorin der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR) haben? Und welche der Rektor der Interstaatlichen Hochschule für Technik Buchs (NTB)? «Sie können sich für eine der drei Standortleitungen bewerben», sagt Bildungschef Kölliker. «Oder für eine Departementsleitung.» Die neue Ostschweizer Fachhochschule ist in sechs Departemente gegliedert (siehe Grafik). Die Standortleitung ist mit einer Departementsleitung verknüpft. Drei der sechs Departementsleiterinnen oder -leiter werden also auch einem Standort vorstehen.

OST-Personalia noch nicht abgeschlossen

Daniel Seelhofer, Gründungsrektor der Fachhochschule OST. (Bild: PD)

Daniel Seelhofer, Gründungsrektor der Fachhochschule OST. (Bild: PD)

Auf die Frage, ob er sich für die Departementsleitung Technik bewerben werde, antwortet NTB-Rektor Lothar Ritter: «Die Aufgabe reizt mich.» Definitiv entschieden habe er sich noch nicht. Klar war für ihn dagegen schon früh, dass er nicht Rektor der neuen Ostschweizer Fachhochschule werden will – «allein schon aus Altersgründen»; das sei ein Job für jemanden Jüngeren. Ritter, Jahrgang 1961, steht dem NTB seit elf Jahren vor. Zum neuen OST-Rektor kann er sich nicht äussern: Er kenne ihn nicht; er bewege sich in der Technik- und Ingenieurwelt und weniger in jener von Management and Law. Margit Mönnecke, Rektorin der Hochschule Rapperswil, hat den Namen Daniel Seelhofer ebenfalls noch nie gehört. «Ich freue mich, ihn kennenzulernen», teilt sie schriftlich mit. Auf die Frage nach ihrer Zukunft erklärt sie: «In den verschiedenen Arbeitsgruppen zum Aufbau der OST werde ich weiter aktiv und mit grossen Engagement weiterarbeiten und mich für eine erfolgreiche Fachhochschule einsetzen, die sich aufbauend auf ihre Stärken weiterentwickelt.» Offen lässt sie, ob sie Interesse an der Leitung des Standortes Rapperswil hat. «Die Departements- und Standortleitungen sind erst gerade ausgeschrieben worden. Wer sich bewerben will, hat also für diesen Entscheid noch etwas Zeit. Auch hier gilt, dass dieses Prozedere vertraulich geführt wird.»

Mönnecke, Jahrgang 1960, ist seit 2017 HSR-Rektorin. Bereits klar ist die Zukunft von Albin Reichlin, Direktor der heutigen Fachhochschule Ostschweiz (FHO): Er geht Ende August 2020 ordentlich in Pension. Er sei ins Auswahlverfahren für den neuen Rektor nicht involviert gewesen, sagt Reichlin, der sich seit 20 Jahren in Fachhochschulkreisen bewegt. Er kennt denn auch Seelhofer. Dieser bringe Erfahrung im Management und in der Personalführung mit, sei nicht detailversessen und gewinne jeweils rasch den Überblick.

Mit der Wahl des neuen Rektors sind die OST-Personalia noch nicht abgeschlossen. Anfang 2020 nimmt der neue Hochschulrat seine Aufgabe auf. Die Ausschreibung für die 15 Mitglieder des Gremiums sowie die Präsidentin, den Präsidenten läuft noch.

Zeitungsausträger, Computerspieler, Oberstleutnant

(ar) Daniel Seelhofer? Im Toggenburg mag sich die eine oder der andere an den Bub erinnern, der zu Beginn der 1980er-Jahren im Dorf die Zeitungen austrug. Es war jener Daniel Seelhofer, der nun oberster Chef der Ostschweizer Fachhochschule wird. 1973 in der Nähe von Bern geboren, verbrachte Seelhofer seine Kindheit in verschiedenen Orten im Toggenburg. Mit dem Geld, das er als Zeitungsverträger verdiente, finanzierte er sich bereits als Elfjähriger seinen ersten Computer. Schon bald brachte er sich mehrere Programmiersprachen bei. Damals entflammte auch seine Leidenschaft für Computerspiele, die bis heute anhält. Als Pfadfinder verbrachte er allerdings mindestens gleich viel Zeit im Wald wie vor dem Bildschirm. Später studierte Seelhofer an der Universität St. Gallen Betriebswirtschaft und doktorierte in International Management. Dazu kommen Weiterbildungen im Bereich Hochschuldidaktik und Bildungsmanagement. Seit 2009 arbeitet Seelhofer an der School of Management and Law der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Winterthur (ZHAW). Von 2010 bis 2014 war er Mitglied der Geschäftsleitung des mit 7000 Studierenden und 500 Mitarbeitenden grössten Departements der ZHAW. Seit 2014 leitet er als Mitglied der Geschäftsleitung der School of Management and Law die Abteilung International Business. Führungserfahrung sammelte Seelhofer auch im Militär. Der Oberstleutnant im Generalstab leitete unter anderem das Infanteriebataillon 70.

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