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Kommentar

Neue Bildungstürme aus Beton statt Elfenbein

Am 17. November entscheidet das St.Galler Stimmvolk über die neue Fachhochschule Ost, das gewerbliche Berufs- und Weiterbildungszentrum St.Gallen und den Campus Wattwil. Drei Investitionen in unsere wichtigste Ressource: die Bildung.
Katharina Brenner
Katharina Brenner (Bild: Urs Bucher)

Katharina Brenner (Bild: Urs Bucher)

Da kommt es zur grossen Fusion der drei St.Galler Fachhochschulen und was sind sie am Ende? Gemeinsam gerade mal die zweitkleinste Fachhochschule der Schweiz. St.Gallen, Rapperswil und Buchs kommen zusammen auf 3700 Studenten. Marginal ist die neue Fachhochschule Ost deshalb aber keineswegs. Die drei Standorte haben bereits jetzt nationale und internationale Strahlkraft. Die Führung im grössten Altersprojekt der Schweiz haben nicht etwa die beteiligten Universitäten Zürich oder Genf inne, sondern die Fachhochschule St.Gallen. Die Fachhochschule in Rapperswil hat als erste der Schweiz einen Studiengang Erneuerbare Energien und Umwelttechnik eingeführt, Absolventen der NTB Buchs sind wegen ihrer Fähigkeiten in der Industrie besonders gefragt. Und das sind nur drei Beispiele von vielen.

Ob demografischer Wandel oder Klimawandel – die Fachhochschulen im Kanton suchen Lösungen für die Probleme von heute und für die von morgen gleich mit. Keine Forschung im Elfenbeinturm, sondern praxisnah. Gerade in der Ostschweiz mit ihren vielen KMU braucht es starke Fachhochschulen. Je mehr Optionen junge Erwachsene für Ausbildungen und Weiterbildungen in der Region haben, desto eher bleiben sie hier. Hochschulen mit gutem Ruf ziehen zudem Studenten aus anderen Kantonen und Ländern an.

Es geht um nichts Geringeres als die Akkreditierung

Damit die drei Standorte ihre Arbeit als neue Fachhochschule Ost fortführen können, ist ein Ja an der Urne notwendig. Es geht um nichts Geringeres als ihre Akkreditierung. Weil sich das Bundesgesetz geändert hat, müssen Fachhochschulen ihre Strukturen anpassen; grössere Zusammenschlüsse sind das Ziel. Finanziell ist es ein kleiner Schritt mit zusätzlichen 3,3 Millionen Franken pro Jahr. Strukturell ist es ein weiter Sprung, den zu machen sich unbedingt lohnt.

Der Kantonsrat hat die Vereinbarung über die neue Fachhochschule Ost einstimmig gutgeheissen. Ganz ohne Kritik ist die Debatte um die Fusion allerdings nicht verlaufen. Rapperswil als Rektoratsstandort stiess vor allem im linken Lager auf Widerspruch, eine regionalpolitische Debatte entfachte. Die Wahl des Rektoratsstandorts war auch eine Reaktion auf eine andere regionalpolitische Debatte: die Diskussion um den Campus Wattwil. Mit 101 zu 7 Stimmen hat der Kantonsrat die Vorlage zwar befürwortet, Vertreter des Linthgebiets kritisieren aber nach wie vor, dass ihre Region keinen Kantistandort hat.

Das Bildungssystem ist durchlässiger geworden

108 Millionen Franken soll der Campus Wattwil kosten; 73,5 Millionen für die Kantonsschule und 34,5 Millionen für das Berufs- und Weiterbildungszentrums Toggenburg (BWZT). Beide Schulen in unmittelbarer Nähe zusammenzuführen, vereinfacht den Betrieb und spart Kosten. Der Campus ist ein Novum im Kanton und zugleich ein symbolischer Brückenschlag. Er zeigt: unterschiedliche Schulformen bereichern sich, das Bildungssystem ist durchlässiger geworden. Bildungswege umfassen heute mehr Kurven als noch vor wenigen Jahrzehnten. Das macht die Reise spannender und weniger exklusiv.

In der gleichen Grössenordnung wie der Campus Wattwil bewegt sich die Gesamterneuerung des gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrums St.Gallen (GBS). Die grösste Berufsfachschule im Kanton soll für 111 Millionen Franken erneuert und saniert werden. Wie die beiden Schulhäuser im Toggenburg ist das Gebäude in die Jahre gekommen. Lösten die Vorlagen zum Campus Wattwil und der neuen Fachhochschule regionalpolitische Debatten aus,
gab beim GBS die Idee einer Schule für Gestaltung im Zeughaus zu reden. Dass das Gebäude saniert werden muss, ist indes unumstritten, auch der Kantonsrat hiess die Vorlage einstimmig gut.

Investitionen in Schulgebäude und Hochschulstrukturen lohnen sich. Sie stärken Unterricht, Lehre und Forschung und damit die gesamte Region. Daher: ein dreifaches Ja für die Bildung im Kanton St.Gallen, unsere wichtigste Ressource.

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