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«Netflix hat weder Luxus noch Technologie»

Wer heute als Kinobetreiber überleben wolle, müsse mehr bieten als reine Filmvorführungen, sagt Kitag-CEO Philippe Täschler. Neben zwei neuen Kinosälen hat er im Cinedome in Abtwil auch das Unterhaltungsangebot ausgebaut.
Philippe Täschler, CEO der Kitag ­Kino-Theater AG. Bild: Urs Bucher

Philippe Täschler, CEO der Kitag ­Kino-Theater AG. Bild: Urs Bucher

Mit dem 4DX-Kino wollen Sie alle fünf Sinne der Zuschauer ansprechen. Ist das Ihr Rettungsanker gegen sinkende Besucherzahlen?

Philippe Täschler: Das ist kein Rettungsanker, sondern Teil unseres Gesamtangebots. Filme sind nach wie vor unser Hauptgeschäft – wir glauben ans Kino. Wir übertragen im Cinedome in Abtwil aber auch Champions-League-Spiele oder zeigen Opern. Klar ist, dass sich unser Geschäft verändert. Deshalb müssen wir uns ständig neu erfinden.

Warum gehen Schweizer seltener ins Kino?

Sicherlich konsumieren sie mehr Streaminginhalte von Anbietern wie Netflix. Unsere Besucherzahlen sind aber auch davon abhängig, wie gut die Filme sind, die ins Kino kommen.

Sie können weder das eine noch das andere beeinflussen.

Kinobetreiber haben einen der schwierigsten Jobs der Welt. Wir können uns weder Filme, Wetter noch die Konkurrenz aussuchen. Deshalb konzentrieren wir uns in unseren Kinos auf diejenigen Dinge, die wir beeinflussen können. Wir möchten die Leute in der realen Welt zusammenbringen und ihnen ein Erlebnis bieten. Sie können im Cinedome mit Freunden einen Spielfilm oder ein Fussballspiel schauen. Das ist doch viel schöner als zu Hause alleine vor dem Fernseher.

Mit 4DX setzen Sie auf Technologie und mit den Liegesesseln in der First Lounge auf Luxus. Ist das Ihr Rezept gegen Anbieter wie Netflix?

Netflix hat weder Luxus noch Technologie. Netflix ist ein simpler Streamingdienst und strahlt seine Filme nicht einmal besonders gut aus. Dazu kommt ein Ermüdungseffekt: Irgendwann hat man sich sattgesehen und kommt nach der dritten Staffel nicht mehr weiter.

Allerdings bezeichnen Experten auch 4DX als «Jahrmarktspielerei», die rasch ihren Reiz verlieren werde. Wie reagieren Sie darauf?

Schweizerinnen und Schweizer gehen im Schnitt 1,4-mal pro Jahr ins Kino. Das ist wenig. Wenn ein Besucher zwei- mal pro Jahr einen 4DX-Film anschaut, hat er den Schnitt bereits übertroffen. An diesem Ziel müssen wir als Kinobetreiber arbeiten.

Ein Besuch in der First Lounge kostet für zwei Personen 98 Franken, ein 4DX-Kinoticket 29.50 Franken. Wie soll diese Hochpreisstrategie aufgehen?

Beide Produkte bieten wir in kleinen Sälen für eine ausgesuchte Kundengruppe an. Deshalb sind auch die Preise höher. In der First Lounge bieten wir etwas an, dass es sonst nicht gibt: kostenlose Snacks, werbefreie Filme, komfortable Sessel, eine integrierte Bar. Ein Gemeinschaftserlebnis, das man sich nicht alle Tage leistet.

Nach der Schliessung des Rex besitzt die Kitag in St.Gallen nur noch ein Stadtkino. Wie lange wird es das Scala noch geben?

Das Scala wird noch sehr lange existieren. Wir haben einen langfristigen Mietvertrag und werden demnächst in eine neue Bestuhlung investieren.

Was müssen Stadtkinos tun, damit sie überleben?

Es braucht schlicht und einfach nicht mehr so viele Stadtkinos. Deshalb haben wir auch einige geschlossen. Wir sind überzeugt, dass unsere heutigen zwei Standorte reichen. Ein grosses Problem ist aber die sinkende Zahl von Parkplätzen in der Innenstadt. Weniger Parkplätze bedeutet weniger Besucher. Das kann auch der öffentliche Verkehr nicht kompensieren. (mge)

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