Nervenkitzel Brückenspringen

Brückenspringer jagen den Puls von Schiffsführern in die Höhe. Die sommerliche Mutprobe kann rasch gefährlich werden. Die Seepolizei warnt vor den Gefahren.

Margrith Pfister-Kübler
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Der Sprung von der Brücke wie hier in Stein am Rhein birgt Gefahren. (Bild: Margrith Kübler-Pfister)

Der Sprung von der Brücke wie hier in Stein am Rhein birgt Gefahren. (Bild: Margrith Kübler-Pfister)

«Bis jetzt ist es noch zu keinen Zwischenfällen beim Brückenspringen gekommen», sagte Urs Eberle, Chef Seepolizei Thurgau, gestern vor den Medien. Von Brücken in den Rhein zu springen ist vor allem bei Jugendlichen beliebt. Der Beweis wurde gleich geliefert: Martin Tanner, Leiter Verkehrspolizei Schaffhausen, fragte eine Gruppe Steiner Fünftklässler, wer schon von der Steiner Brücke in den Rhein gesprungen sei. Fast alle Arme gingen in die Höhe. «Es hat schon Mut gebraucht», bekennt die 13jährige Simona Bossi. Sie sei aber schon als 11-Jährige ins Fliessgewässer gesprungen.

Gefährliche Mutprobe

Die sommerliche Mutprobe kann aber rasch gefährlich werden. Nicht nur für die Brückenspringer, sondern auch für Schwimmer, Schlauchbootsfahrer und Boote. Ein neues Warnschild «Springen von der Brücke auf eigene Gefahr» führt die Gefahren vor Augen und macht aufmerksam darauf, dass es verboten ist, von Brücken zu springen, während Schiffe passieren oder Fahrgastschiffe anlegen. Noch werden die Brücken nicht überwacht, und solange Brückenspringer niemanden gefährden, werden sie auch nicht angezeigt.

Mehr Bootsverkehr

«Die Gefahr ist aber immer da», betont Hubert Trenkle, Chef der Wasserschutzpolizei der Polizeidirektion Konstanz. Im Seerhein bei Konstanz hat es gleich drei Brücken. «Die Brückenspringer sind nicht zahlreicher geworden, aber der Bootsverkehr ist dichter», sagt Trenkle.

Noch ist Brückenspringen erlaubt. Gesprochen werde aber im Rahmen der Bodenseeschifffahrtsordnung von einem Verbot; dieses sei derzeit in der Vernehmlassung, so Urs Eberle. Direkt betroffen von der Gefahr des Brückenspringens sind die Kapitäne der Kursschiffe. Davon weiss Lukas Reimann, Betriebschef der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh), ein Lied zu singen: Die Kapitäne werden an heissen Sommertagen gefordert durch unvorsichtige Schwimmer und Freizeitkapitäne. Grosse Gefahr den ganzen Rhein brauchen, um zu wenden. An einer Präventionsaktion beteiligen sich die Städte Diessenhofen, Stein am Rhein, die URh, die Kantonspolizei Thurgau, die Polizei Baden-Württemberg und die Schaffhauser Polizei.