Nebenjobs und Einsiedlerkrebse: Monika Bütler, die Vorzeige-Professorin der HSG

Als Volkswirtschafterin zählt sie zu den einflussreichsten Köpfen des Landes. Jetzt soll HSG-Professorin Monika Bütler ihren Kolleginnen und Kollegen an der Uni auf die Finger schauen. 

Andri Rostetter
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Für originelle Zugänge zu haben: HSG-Professorin Monika Bütler. (Bild: pd)

Für originelle Zugänge zu haben: HSG-Professorin Monika Bütler. (Bild: pd)

So richtig den Überblick über all die Spesen und Nebenbeschäftigungen hat auf dem Rosenberg niemand mehr. Da hilft nur ein neues Gremium. Anfang Woche hat die HSG eine «Kommission für Nebenbeschäftigungen» installiert. Präsidentin ist keine Geringere als Monika Bütler, Jahrgang 1961, Professorin für Volkswirtschaftslehre, Trägerin von zwei Doktortiteln, in Rankings regelmässig unter den zehn einflussreichsten Ökonomen des Landes.

Wenn sich Bütler nun mit den Nebenjobs ihrer Kollegen befassen muss, weiss sie, wovon sie spricht: Bütler sitzt selber in mehreren Stiftungen und Verwaltungsräten, darunter Liftbauer Schindler und Kabelhersteller Huber&Suhner. Kein Zweifel: Bütler ist eine Vorzeigefigur der HSG. Dabei hätte es auch anders kommen können.

Bütler studierte zuerst Physik. Nach dem zweiten Vordiplom brach sie das Studium ab, arbeitete beim Lawineninstitut und bei der Swissair. Dann holte sie sich das Physikdiplom doch noch. Doch irgendwie passte ihr das nicht. Sie wollte etwas bewirken, gehört werden. Also begann sie ein Studium an der HSG, doktorierte und übernahm den Lehrstuhl. Heute kommt niemand mehr an Bütler vorbei, wenn es um Sozialversicherungen geht.

Bütler lässt sich nicht nur regelmässig zitieren, sie schreibt auch selber, als Autorin und Mitherausgeberin von «Batz», einem vielbeachteten Blog zu wirtschaftspolitischen Fragen. Die «Batz»-Beiträge entstehen sozusagen am Familientisch: Mitherausgeber ist Bütlers Mann, der Bankenprofessor Urs Birchler.

Dort befasst sie sich auch mal mit der Frage, ob die Verteilung der Grösse der Behausungen von Einsiedlerkrebsen zum Verständnis der Ungleichheit unter den Menschen taugt. Bütler ist für originelle Zugänge also zu haben – für die Neuordnung der HSG ist das sicher kein Schaden.